Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 16 (16.4.1863)
- Date
- 1863-04-16
- Page
- Seite 62 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1 €2 — ist, ehr man m der Uebersetzung fortfährt, bedarf wohl käüm der Erwähnung. . _, . . ' Mau wird mir vdn «a^hen^Aeiten erntenden, daß dieser Weg zu keinem "ersprseßUcheu. Ziele sikhre, da er viel zu mühsam ist und die Kinder nicht schnell weiter führt, über die Erlernung dieses 'Kapitels.wohl volle drei Wochm vergehen. Allein ich kan» aus Erfahrung' versichern, daßfbiese Lehr- und Lernweise im Anfänge allerdings einige Mühe kostet; allein sie regt daS Kind zum selbstständigen Denken an, sie übt und bereichert seine Sprachkraft, sie gewöhnt eS, Alles zu bemessen und zu betrachten, Nichts zu übersehen, und schon nach einigen Monaten'wird von einem mühsamen und langsamen Fortgange keine Rede mehr sein, das Kind Übersetzt leicht, schnell, mit Bewußtsein und vergißt auch bei von Zeit zu Zeit wicderkehrender Wiederholung das Gelernte nicht. ' Dir ersten und wichtigsten Formen der hebr. Sprache müssen mit den Uebersctzungey fleißig geübt und dem Schüler zum Bewußtsein gebracht werven, insbesondere das Zahl-, Zeit- und Person.enverhältniß des Zeitwortes. In der ersten Zeit wird es wohl noch rathsam sein, das, was die Schüler aus den früheren Hebungen noch wisien, zu befestigen und tiefer zu begründen.' Für die.Folge reicht das aber nicht aus; der Lehrer ist somit, genöthigt, sich einen besonderen Sprachuntericht schriftlich auszuarbeiten, oder im Geiste zu entwerfen und ihn dem Acbersctzen aus dem Pentateuch anzulehnen. : (Fortsetzung folgt.) Crziehmrg und Freiheit, ein pädagogisch-theologisches Problem. (Fortsetzung.) ' ' ' . 11. Die hier aufgeworfene Frage ist zwar eine allgemein menschliche, hat aber für den Israeliten eine fpenelle Bedeutung aus dem Grunde, weit der Ursprung serner Nationaütät sowohl, als auch feiner Religion von einem Befreiungsaktc, der Erlösung' aus der Geist und Leib zermalmenden egyptischen Knechtschaft-, datirt, unv es durch diese, Jahrtausende alte aber immer noch nicht veraltete Erinnerung an jene heilbriugendeGvttesthat unter himmlischer Autorität docuwentirt ist, daß nur der freie Manu als vollgiltiges Glied der menschlichen Gesellschaft betrachtet und ein rechter Verehrer Gottes,'d. h.. ein für Recht und Gerechtigkeit, Tugend und Sittlichkeit Gzwerheter genannt werden bann. Dieser Gesichtspunkt ist auch conscquent in den Bestimmungen durchgeführt, daß dev Israelit nie zum Leibeigenen eines Anderen verkauft, und. wenn er in freiwilliges oder (selbst für Diebstahl) gezwungenes Dienstverhältniß zu seinem Volksgenoffen tritt, nur wie ein auf Zeit Gemiethcter, keineswezes aber wie ein der Botmäßigkeit seines Herrn in Sclavenart Untergebener behandelt werden dürfe. Während es. aber'mit Bezug hierauf (Levit. 26, 12) heißt: „Ich bin. der Ewige, euer Gott, der Ich euch herauSgeführt aus dem Lande Egypten, auf daß Ihr nicht ferner Knechte seiet, und Ich zerbrach die Stangen eures Joche- und führte euch aufrecht einher," fo ist doch kurz zuvor, eben an den Schluß jener freiheitsathmenden Bestimmungen ^der Satz hingestellt: (Jb. 25, 25) „Denn MirffilidTdie Sshne-Jsraek'S Knechte, Meine Knechte sind stc,.bie Jch^ ÄrAärpihrt' aus Wt Lande Egypten, Ich, ber*Gwige, eukr Gott." 'Die Leibeigenschaft unter'mettschlichen Herren ist also durchaus vekhönt und verbannt, aber an deren Stelle ist eine anvere im Verhältniß zu Gott getreten, lind das ganze 'offenbarte Gesetz spricht dies direkt und indirekt aus; nicht der eigene, sondern der Wille Gottes ist die Norm, nach der sich alles Thun und Laffen des .Israeliten regeln, soll, wie dieser Gedanke (spr. d. V. 2,4) sinkt 'al« heilsamstes'Lkbensprincip dargestellt ist: Mache Scinerr Willenw. Hier - tritt uns -demnach daffelbe Problem wie in der Erziehung, aber in noch schärferer Ausprägung entgegen; denn dort will, der Erzieher den Zögling nur weil und so lange er des Gebrauchs seiner Vernunft noch nicht völlig Mächtig ist, durch seine Lehren und Vorschriften unterweisen und lenken, um ihn nach zurückzelcgier Lehrzeit der freien Selbstbestimmung überlassen zu können, hier aber wird für das ganze Leben, den Greis und Mann, wie den Knaben und Jüngling bindend, einl von Außen gegebenes Gesetz proclanurt, und somit, wie es den Anschein hat, der, auf der anderen Seite für unantastbar erklärten Freiheit vorweg der Lebensnerv durchschnitten. Doch nichts weniger!. vielmehr wird uns hier,. wo der Widerspruch zÄschen Freiheit und Unfreiheit zu gipfeln, und die Kluft zwischen beiden Extremen unausführbar zu gähnen scheint, die Lösung für beide cvnsorme Räthsel zugleich geboten. Diese Lösung liegt aber nicht, wie man meinen könnte, etwa darin, daß der himmlische Erzieher Jsrael's wie der irdische Erzieher der zarten Jugend bei den beider Freiheit von ihrer Seite angelegten Schranken keinen selbstischen Zweck verfolge, sondern jeder nur das Wohl seiner Zöglinge dabei im Äuge habe (Deuter. 5, 16, 10, 13), denn waS frommte aller Gewinn sonstiger, selbst geistiger Güter, wenn das höchste derselben, die geistig-sittliche Freiheit, dabei den Kürzeren zöge? Auch nicht darin, daß das Beste der Gesammtheit (wie oft als Beschwichtigungsgrund angegeben wird) eine Einschränkung der persönlichen Freiheit nothwendig erheische, denn alles Andere kann, soll der Einzelne jenem zu opfern bereit sein; nur diese vermag er, ohne damit sich selbst qufzugeben, ohne sein eigenstes Wesen zu verläugnen, nicht als Preis darzubieten. Die Lösung liegt vielmehr in der Natur, der menschlichen Freiheit selbst, wie ja auch unsere Zweifel nur bann völlig gehoben werden können, wenn wir eben im Mittclpunk deS fragsichen Gegenstandes auch die Antwort darauf zu entdecken vermögen. (Fortsetzung folgt.) Reeenstonen. Unorganische und organische Chemie für Schulen von Dionys Lardner, Professor der Physik und Astronomie an der Universität in.London. Deutsche Uebersetzung von G. Tröbst, Direktor der Realschule in Weimar. Wenüar 1863, Beruh. Friedr. Voigt. Die deutsche BoWschule, welche in ihrer organische» Gliederung von der Elementarzur höheren Realunv Gewerbschule aufsteigend, immer mehr ein einheitliches Bildungsideal aus sich heraus entwickeln wird, kann nicht umhin, in den höheren Klassen der C h e m ie einen bevorzugten Rang unter dm UnterrichtSgegenständm einzuräumen; Sie (die Schule) ist daher dem Verleger