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Der israelitische Lehrer · 1863-04-02 · 14 (2.4.1863) · p. Seite 55

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
14 (2.4.1863)
Date
1863-04-02
Page
Seite 55 (sequence 3)
Language
German
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i - — 45 1 Wir zweifeln nicht, daß der Gedanke persönlicher Annäherung an und für sich etwas kehr Ansiebeudes für unsere Kollegen hat, und hoffen daher, bei denselben Unterstützung in unserem Vorhaben iju finden. Es wird zu diesem Behufe in der Wirthschast „zum gelben Kreuz" (bei Kauffmaitn) in Mannheim eine Liste zur Einzeichnung am ersten Tage der Versammlung aufgelegt für diejenigen, welche an jenem Tage am gemeinsamen Mittagstisch Theil nehmen wollen. Der Preis wird dort bestimmt werben. . Hoffen wir mit Gott, eine recht freundliche und heitere Zusammenkunft und segensvolle Entschlüsse. Die Redaktion des israel. Lehrer. Aus dem Großherzogthum Hessen*) Eine der letzten Rummern Ihres geschätzten Blattes enthielt eine Correspondeng von Herr» Plaut in 'Vordeck, in welcher sich derselbe beklagt, daß die bisherig»» Ausgaben der israel. Bibelanstalt durchaus nicht die Vdrtheile gewähren, die man ernrartete. Ich stimme mit dem genannten Korrespondenten nicht allein überein, sondern erlaube mir noch, bezüglich des Pentateuchs, soweit fotcbe zum Gebrauch für die Schule**) bestimmt, folgendes beizufüaen: Bor allem ist zu beklagen , daß die Typen viel zu klein, dünn und blaß sind, was sür ein Schulbuch, wie bekannt, nicht zweckentsprechend ist; dann ist aber auch der Einband nicht dauerhaft genug. Vergleichen wir damit die von der Missionsgescllsckast herauszegebenen, so sehen wir dort weil kräftigere und deutlichere Buchstaben und einen dauerhaften ledernen Einband. Und ich glaube doch, man hätte zu dem Preis von 42 kr. ~ 12 Sgr. ***) (das bedeutende Port« von Berlin ungerechnet) einen ebenso guten Band liefern können. In -den ersten Ausrufen zur Sammlung von Beiträgen wurde, lvcnn ich nicht irre, auch darauf hingewiesen, daß es gelte, den Missionären Coneurrenz zu bieten und deren Bibeln zu verdrängen; es müßte dies also auch nun nach dieser Seite hrn geschehen. Namentlich aber bat mich, so wie viele andere College», die für Samm.ung von Beiträgen thätig waren, die Bekanntmachung des Comitv's, „daß man von nun an sich mit allen auf die Bibelausgabe bezüglichen Korrespondenzen und Angelegenheiten an den Buchhändler Gerschel in Berlin zu wenden habe," unangenehm berührt. Das Komitü ist also in dieser Angelengeheit gar nicht mehr zu sprechen. („Der Mohr hat seine Schuldigkeit gethan, der Mohr kann gehen.") Es hätte gewiß die größte Befriedigung bei allen beitragenden Mitgliedern, — unter denen, wie ick aus eigener Erfahrung weiß, auch arme Leute waren, die gern ibr Scherflein beigdtragen haben, — Kervorgerusen. ja es wäre sogar Pflicht gewesen/ wenn das löbl. Comst«, nachdem her Pentateuch ausgegeben war, den Vorständen, Rabbinen, Lehrern re., die sür die Sache thätig waren, die Aufforderung hätte zugehen lassen, anzugeben, wie viele arme Gcmeindegliedcr, denen die Anschaffung der Bibel schwer siele, sich in der Gemeinde befänden und dann diesen Unbemittelten den Pentateuch gratis, oder doch wenigstens zu einem ganz geringen Preis zugesandt hätte. Das wäre Dankbarkeit gegen das Publikum gewesen; dann wäre wenigstender angebliche Zweck gereicht worben, den man mit noch anderen Zwecken erreichen wollte. Für die 5 bis UOOO Thaler, die gesammelt wurden!, mußte man dies wohl gekonnt haben. Wenn die Missionsgescllschast, (der freilich sehr große Mittel zu Gc- *) Von eines» Sammler für die Bibelanstalt. •*) Für die Synagoge hat die Aufgabe ohne Haphthvras gewiß keinen Weitb. (Red.) ••*) Papier, Druck und Band laffen fich für eine Ausgabe, wie die vorliegend«, zu 7 Sgr. Herst Len. Wenn nun auch die gesammelten (Selber zu den nöthizen „anderen Ausgaben* verwendet wurde», so ist doch ein Verdienst von 5 Sgr. zu viel für eine zum allgemeinen Besten unternommene Anstalt. Mehr als crsteres aber sollte ja nicht bezahlt werden. Wnsi bote stehen» ihre Bibeln zu so sehst billigem/Preis andren Armen sogar^ gratis abgidt, um die Juden zu Christen machest, so müßte, nach meiner Ansicht, auch eine jüdische Bib anstatt, die so Vieles versprochen. Alles daran setzen, um unsej Glaubensgenossen in der Religion der Väter zu stärken; d Wort Gottes müßte durch sie, wie es in dem Aufrufe hieß, die ärmste Hütte dringen; sie müßte doch Etwas thun ' das mühsam gesammelte Geld. —. Da die Zunz'schen deutscl Bibeln nicht mehr kosten als die der israel. Bibelgesellschaft, und /durch jeden Buchhändler zu beziehen sind, da gebundtne hebr. D'tfSin mit ni^JD und nnosn bei jedem Verkäufer htbr. Bücher zu 12 Groschen zu haben sind, die für den Schulgebrauch weit! geeigneter sind. als die augenverderbende der Bibelgesellschaft, so fragt es sich: was (und wer) hat bei unseren-Sammlungen gewonnen? — Hoffen wir, daß das löbl. ComitLi mit sich selbst reden läßt; denn wenn chir mit Buchhändlern/über solche Angelegenheiten verkehren müssen, so wird wohl der «weck nicht erreicht werden, da diese, wie es sich von selbst versteht, doch hauptsächlich daS Geschäftliche ich Auge haben. — j Was die Ueberfetzung des Pentateuchs anbelangt, so hätten wir vom pädagogischen Gesichtspunkt aus gegen dieselbe, lorvcit sie sür die Schule bestimmt sein soll noch gar Manches auszufehen. (Wir würden unbedingt die/Zunz'sche Uedesffebung vorzieacn). Doch sind hierüber die Meinungen und An sichlest sehr verschieden, und wollen wir darum nickt näher ans dieseniPunkt eingehe»; es ist wobl unmöglich, chne Ueberfetzung zu liefern, big Jedem vollständig genügt; auch ist dies, streng genommen, nickt gerade nöthig. Der Leorer muß selbst die nöthiäen Erläuterungen geben und muß jede Ausgabe gut zu basndhabeu vergeben. . . . X. I (Auch von anderen Seiten wurde dasselbe aizsgetprochen. Rach Allem diesem wäre es gerathei , die israel. Lehter mhibiren den Ankauf des Pentateuch in so lc nge diesen Mißstäiwen nicht ahgeholfen ist. Sollte dies bis zur allgemeinen deutschen Lehrerversammlung in Mannheim (Psings:en) noch »idt der/Fall sein, so genügt ein Zusammenstehen ein:s Theils der isratl. Lehrer, uch übersetzte, sür den Schulgebrauc, geeignete Pentateuchs ohne jhde Sammlung oder Subvention zu demselben Preise herzu» stellen. und bei größerer Theilnabmc selbst noch vielleicht einen Gewinn — den israel. Lehrerunserstützungskafsen tuzuweiscn. Wir geben dies zu bedenken, und zur Besprechung I in engeren Preisen. . Die Redaktion des israel/ Lehrer.)! I Umschau. / Ferrara. In einem Kloster von Ferrara/ waren seit >. mehreren Tagen eine jüdiscke Frau und ihre zwei Kinder e*ir—^ | Gesperrt gehalten worden; auf Vcrivendung des Quästors »gab j der Erzbischof die Frau beraus, bedielt aber die Kinder zurück. I >Dcr Staatsprocurator hielt es mit den Geistlichen und suchte! die Sache zu verschleppen; zwei Professoren begaben sich daher | nach Turin und stellten die Sacke den Ministern Pissanelli und Peruzzi vor. Sofort wurde durch den Telegraphen Befehl crtheilt, die Kinder mit Gewalt in Freibeit, zu setzen, Noch an demselben Abend umstellten Soldaten das Kloster und holten die Kinder heraus, die einige Stunde» später nack Rom gebracht werden sollten. — Dr. Geiger soll die Rabbinatsstelle in Frankfurt wieder abgelebnt haben!! München, 22. März. Der jüngst erfolgten Ernennung eines Israeliten zum Universitätsprofessor (der mehrmals in Liesen Blättern genannte Dr. Herz bat seine Ernennung zum ordentlichen Professor in Erlangen endlich doch erhalten) ist nun die Ernennung eines Israeliten zum Haitdelsrichtcr erfolgt, indem der Kaufmann S. E. Berolzhcimer in Fürth zum Er-

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