Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 13 (26.3.1863)
- Date
- 1863-03-26
- Page
- Seite 50 (sequence 2)
- Language
- German
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so * Huf diesen Standtpunkt, den UNS der Materialismus und die Modesucht der Rfi^xit perrückf habßv, müssen zxir zurücktehreu, müssen den ^feifb her Reli^iouSschule die kostspieligen SynagogenbauteN bekämpfen, und ür Wichtigkeit und Heiligkeit, die Würde der Religionsschule wieder herzustellsn suchen. Betrachten wir nun ' III. die israelitische Religio»ssch»le v,m padygoßische« Pts»d- -Mlkte. aas. Die Pädagogik fordert vom Jugenderzieher und Jugendbildner, daß er Kopf und Herz feines Zöglings .bilde; mit anderen Worten, daß er da» Grkenntniß -, das __ Willens- und das Gefühls - Vermögen seines Zöglings avrege, pflege und ausbilde. Loa unserem Standpunkte aus -i ist durch die Bibel uns das.beste Mittel hierzu gegeben. Sie liefert ein ganzes System von Weltanschauungen und beschäftigt das physische und geistige Äuge zugleich. Zuerst stellt sie einen Centralpuntt auf in Gotl, von welchem alle Bewegungen ausgehen Und die Schwingungen wieder hinleiten. Daran knüpft sie und entrollt unserem Auge ein wunderbar Gemälde von Menschen-,, wie sie stttfprünglich im Plan des ScköpferS waren, wie fix ihre Wege cinschlugen, deutet aber fortschreitend auf hervorragende Genrebilder von Menschen, Die als Mütter im Dienste des Schönen, Wahren Und Guten gelten mögen. Die Erklärung dieses göttlichen Gemäldes nennt man Rcligionslehre. Letztere befruchtet von hier aus das PropfrejS der Veredlung de^ menschlichen Willens und. Wollens , und strebt als letzten sittlichen Halt, den Grundstein zu'legen, in einem unwandelbar sittlich-guten religiösen Gefühle. Diese Griffelzeichyungen als markirte Aufgabe der israel. Religionsschule wrrorn für den Manu"von Fach und Beruf wohl hinreichen, um hieraus die Wichtigkeit und Heiligt keit der Rrligionsschule zu emaniren. Doch wir haben eS großcntheilS mit Laien zu thun, denen wir uns auf andere Weise begreiflich machen müssen. 'In unserer materiellen Zeitrichruug geschicht dieses am Besten mittist der untrüglichen Zahlnachweise. — Die gesammten geistigen Bermögen deS Menschen bestehn: 1) inErkenntniß-, 2)WillenS-, 3) Gefühlsvermögen. Sich dieser gelammten Geisteskräfte der zu erziehenden Jugend zu brmeistern, das heißt, sie zu veredeln, daraus den wahren., brauchbaren , seiner Bestimmung gemäßen Menschen zu- -bilden, haben wir schon oben als Aufgabe der iSrael. Religionsschute bezeichnet. Souach richtet sie ihre Bcredlusgsaktion auf alle Phasen deS menschlichen Geistes, bis er er- und intensiv das Gepräge der Ebenbidlichkeit Gottes geworden ist. (Schluß folgt.) Allgemeines. - Gorrefpo«-errz Aus Ungarn, km Febr. (Die Nationalitätenftage und die Juden in Ungarn. — Schluß.) Da wir schon einmal vom Egylet reden, fei hier des so eben erschienen Jahrbuch- El*» magymr ixraelita napt&r ea evkönyo mit Beiträgen vom Präses! des Vereins Dr. Josef Rüzsay, Oberrabbinen Steinhard und! Rockenstein, Mezei M»r, Deuts^ H., Rosenmeyer I. und j Rosenberg gedacht, und werden wir mit Erlaubniß der verehrten Rebaftryn ays eine» oder andern Aufsatz dieses Jahrbuches nochmals zurückkommen. — Es ist von gewiegter Seite geltend gemacht worden, daß die Juden Ungarns deutscher Ab-! stammung seien, und dieserhalb in dieser Richtung gewirkt wer- . den müsse. Wenn anders wir den jüdisch-deutschen Jargon als! Muttersprache unserer Jugend ansehen wollen, wäre es in der ' Thal unsere Ausgabe dieses Kauderwälsch zu pstege« und unsere j magyarische Jugend in dieser Richtung zu bilden. Nachdem jej doch Stiemand Lust haben dürfte diese« Jargon weiter auSzuj bilden, sind wir unwillkürlich in das eine oder andere Lager gedrängt.*) * Die bisherigen Germanisationsbestrebungen hatten imMagyarenlande so wenig Erfolge daß selbst dort, wo vor wenigen Jahren deutsche Lehranstalten in's Leben gerufen wurden, heute magy. Schulen organisirt werden müssen. Wenn wir Magyarisch - vorzugsweise in unseren Schulen gelehrt wissen wollen, so haben wir damit der Nationalitätenabsperrung noch keineswegs da- > Wort geredet und hat unser Freund am Eingänge diese- Be- , richtes selbige mit Recht, als das Gegentheil der Humanität bezeichnet. Wir wollen die deutsche Sprache als Weltsprache in - Ungarn gelehrt wissen; doch anders als bisher, und frei von jedem Jargon und Singsang; ganz so wie bei unfern Protestanten, deren Schulen zu den besten des Landes gehören. Nirgends 1 wird das Magyarische gründlicher gelernt, als in den Protest. Schulen; nirgendwird weniger deutsch gesprochen, als m protestantischen Familien Ungarns, und doch schreiben und lesen selbige vorzüglich diese Sprache, welche sie an der Quelle aus i Deutschlands Universitäten in Halle, Leipzig, Jena, Göttinge« re. studiren. - 1 Zu bedauern ist, daß in unseren Schulen der Uebersetzuag ' der Bibel noch so wenig daS Wort geredet wird, reden doch unsere Kinder ein reineres Magyarisch, qls deutsch. Doch, wo komme ick hin, was werden unsere Neuorthodoren dazu sagend ich sage absichtlich Neuorthodoren; denn unseren Altorthodoren ist alles in dieser Beziehung gleichgiltig, sie wollen Talmud und wieder Talmund und keine Schule im Sinne der Jetztzeit Ich weiß nicht, wie bei Ihnen die Parteien zu einander stehen, und welche Stellung die Schule diesem Treiben gegenüber enmimmt und einzünehmen hat. Bei uns hat der Hochmuth der einen und der Haß der andern Partei den höchsten Grad erreicht, und ■ wenn irgendwo, so hat hier bei uns der Lehrer die Aufgabe, der Jugend Liebe zu predigen nick den Haß bei jeder Gelegenheit zu bekämpfen. Ja, „Liebe ist die Sonne, unter der die Kinderherzen wachsen; Alles, was nicht Liebe ist, soll unserer Jugend ferne bleiben Hüten wir unsere Kinder vor einseitigem Hasse." X . . . Aus der Pfalz, im März. Unsere Angelegenheiten i« der Pfalz sind recht ins Stocken gerathen — ich hoffe jedoch nur auf eine längere oder kürzere Zeit. Die Sache wegen de- Eides >„nre ju.Uico gebt de» gerichtliche» Gang, freilich langsam, aber: „chi v» pUuo va sauoes läßt sich eben nichts übereil«»: *) Sympathie» für das Slaventhm» »der für die Kroaten, ober : Slavonier wird doch Niemand von uns. fordern; genug, wen» wir ihr« Kongresse nicht besuchen. X . . .