Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 11 (12.3.1863)
- Date
- 1863-03-12
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I 43 kommen die zweisilbigen an vic Reihe, später solche, welche mit einem Schwa anfangen u. w. Ans lantrichtige Aussprache und richtige Betonung werde unnachsichtlich gesehen. AuS den eingcnbtcn Wärtern werden, sobala eS angeht, beliebige Sätze gebildet, als: 2112 2XN Sind diese Uebungcn so lange fortgesetzt worden, daß die Schüler fertig lesen können) und ist auch durch die Spreckübungen in der deutschen Sprache em sicherer Booen gewonnen worden, so können füglich solche UebungSbcispiele gewählt werden, mit welchen man bestimmte sprachliche Zwecke erreichen will, als: die Kenntniß der Zahl und des Geschlechtes des Haupt- und Eigenschaftswortes, der Zeit- 1 formen eeS Zeitwortes im Kal, oie Kenntniß ocS pcrfön-! lichcn Fürwortes, der Sustixa, der Präpositionen u. s w — 1 Auf zwei Punkte möchte ich jedoch besonders ausmerk- . sam machen, l) daß der Stoff zu diesen Uebungcn möglichst dem Pentateuch und dem Gebetbuche entnommen; 2) daß der hebräische Sprachunterricht mit dem Unterrichte in der deutschen Sprache, sowe.t von einem solchen auf dieser Stufe des Unterrichts die Rede sein kann, in »nnige Bcrbindung gesetzt werde; daß beide sich gegenseitig unterstützen. Um aber auch Abwechslung in diesen lintcrricht zu bringen und die! Schüler erkennen zu lassen, wie weit sie eS durch ihren Fleiß) schon gebracht habe», gebe man ihnen daö GebUbuch in die Hand und lasse sie in demselben kleine und leichte Gebetstücke lesen und dann übersetzen. Ich wähle zuerst die Psalmen 121, 96, 148, die erste Bcnediktion des Tischgeb tcS, daS bis rvni unv nowj \-ibx (Fortsetzung folgt.) fl f f q e m e i n e s. Correfpondenz Germersheim, 24. Febr. ES freut,mich, aus hiesiger Stadt ineldcn zu können, daß bei der in voriger Woche statlgcsundenen Gemeindcratoswahl der Vorstand der hiesigen Kultusgemeinde. Herr Valentin Kahn, mit sehr größer Stimmenmehrheit als Stadtrath gewählt wurde. ES ist dies um so mehr ein Beweis von der dahi r herrschenden confessionellen Eintracht, als die diesige, ungefähr 25 Familien zählende israelitische Gemeinde höchstens über 15 Stimmen zu verfügen bat Ueoerhaupt muß eS der hiesigen Stadt zum Lobe nachgesagt werden, daß sie den größten Tdeil des Lehrergehaltcs zahlt und den Gebalt desselben erst in diesem Jahre um 75 Gulden erhöhte. Möchten dock solche humane und tolerante G sinnungen sich überall baldigst Bahn brechen, und die Bande konfessioneller Eintrawt sich immer fester und fester schlingen. Weichselbaum. Aus Ungarn, im Febr. (Die Nationalitätenfrage und die Juden in Ungarn.) „Ich bin Eosmopolit im wahrsten Sinne des Wortes, so daß ich das Gegentheil ganz unbegreiflich sinde, ja es will mir die Nationalitätenabsperrung, als das gerade Gegentheil. von Humanität erscheinen. Es sind mir dieserhalb die Bestrebungen der magyarischen Israeliten niemals ganz klar geworden, wie ich denn auch nicht eiusehe, warum die Juden Ungarns mehr mit dem Magyarismus, als mit dem Deutschtoum sympathisiren. DaS Vaterland lieben heißt nicht einen VolkSstamm lieben, insbesondere, wenn die Stämme unter einander gemischt sind, wie bei Jbnen. Hüten Sie Ihr Söbnlein vor 'einseitigem Hasse. Liebe ist die Sonne, unter der die Kiuder- Herzen wachsen; Alles was nihst Liebe ist, soll unserer Jugend ferne bleiben " \ — „Auszug nus dem Briefe eines Deutschen an einen j magyar>scken Mraeliten." j Die Bestrebungen sder magoarische.: Jöra lite -, durch t^rlernung der magyarischdn Sprache sich allmälig mit den Magvaren zu amalgamnenj haben in den letzten zwei Jahren eine solche Ausdehnung genommen, daß obiger Auszug aus dem 1 Briefe eines rübmlichst i bekannten deutschen GlaubenSgenoffen, um so mehr in diesen Blättern eche Besprechung verdient, nachdem unsere jüdische» magh. Zustände nur gar zu selten in ausländischen Blättern im wahren dichte dargestcllt werden. l Wenn uns auch die Quellen nickt fremd sind und von gewisser Predigt das Wort geredet scken Elern »te in unseren Seite ebenso wenig der magyarischen wird, wie von anderer dem mawar! Schulen; so läßt sich andererseits nickt verkennen, daß mit der magyarischen Sprache keine i andere ) im Ungarnlarde an Bedeutung verglichen werden kann. Ist sie dock die Sprache der Edelsten unseres Vaterlandes, diejenige, welche unter den Gebildeten sich immer mehr verbreitet und die an Würde und männlicher Schönheit sich jeder andern europäischen würdig an die Seite stellt. ' (Fortsetzpna folgt.) Umschau. — Vyr uns liegt das höchst interessante Flugblatt: „Vorstand und Geiger, ein Beitrag zur Eharakterisirunz der israelitischen Gemeindezustande in Frankfurt am Main. Dasselbe ist durch den Buchhandel hin 'er Druckerei von JK. Baist) gegen f» kr. zu beziehen. -4- Das Unerwartete ifr eingetroffen. Was kein Redlichdenkender, kein als Jsraelite Fühlender für möglich gehalten, ist w> hr gelrorden. Alle einfachen und; wahren Israeliten, die wir in dieser Sacke zu sprechen die Gelegenheit hatten, sind, nie wir. e»pört über den letzten (w.rklich der lebte ') Akt des Dramas, das zu dem Schmählichsten gehört, was unsere an Episoden und Entreckats so überaus reiche großstädtische Israel tenwelt der Neuzeit, hervorgebracht. Wir werden in uns: theil einer bewährten Feder Der. russische Rcicisratb rem nächsten Blatte das Urdarüb r bören Die sämmtlicken Jude beit, sick ans»ahmlos wohnhaft niederzula Das ist ein Schritt weiter n der Judenthums im Osten Europas. '— Das Wobltbätizkeitscom 1860 I72.I I>! Frcs. und im Ja/ und auch fast ganz verausgabt — Ein sehr wackerer Lehrer israelit. ReligionSgesellschanl. § bat' ein Gesetz protokollirt: n Rußlands haben die Freiin alten Dheilen des Reiches len and Handel zu treiben, segensreichen Entwicklung des t,' von Paris hat im Jahre e 1862 >66,961 eingenommen an der Realschule der Franks, err Dr. Dessau, wurde von Rabbiner Dr. Hirsch von (feiner Stelle verdrängt, angeblich, weil er sich zu irgend einer Aussage von geringer Bedeutung ycrleiten ließ,.in Wahrheit ab:r, weil er sich mit der pädagogischen Impotenz eines Lehrkörpers und Schulrcktors nicht vereinigen konnte, der zuviel totes Kapital aus Frömmelei zu schlagen genöthigt ist, um päd igoaisck Fruchtbares zu wirken. Wir lesen über diesen Vorgang ein iEingesandt" im Franks. Jolirn.: Frankfurt, 25. Febmar. Unserem Mitbürger, Herrn Dr. D e s s a u, der in Folge von Differenzen mit dem Rector seiner Stelle als Lehrer bei der Sckulanstalt der^ Israel. ReligionSgescllschast entsetzt > wurde, überreichte beute eine Deputation seiner Scküler eine» machtvollen silbernen Pocal, als Zeichen ihrer Liebe und A: bänglickkeit. Der Schmerz der Eltern über den Verlust d»s s ‘ ausgezeichneten Schulmannes, der bei dem Mangel an Lehr! västeu nicht so leicht zu ersetzen ist, überwog alle anderen Rücksichten) und es hat daher die