Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 11 (12.3.1863)
- Date
- 1863-03-12
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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I — 42 — gogenbau muß ich bei dem Jetzj etwas langer ver»veilen. Daß ein Bet hamidrasch bot der Synagoge in Rang und Würde steht, habe ick oben nachgewiesen. Äber leider! man ist, wie in gar Vielem, auch hierin vom vorgezeichneten Wege unserer Weisen abgrgangen. Leset nur einzelne jüdische Blätter, wie sie nichts Ereignißvolleres, als neue Synagoaenbaute zu.berichten haben.') Im nächsten Umkreise von "Büdingen find 7 Synagogen seit kurzer Frist theils erbaut und ««geweiht, theils im Bau begriffen. Darnnk>. ein Gemeindchen von se'chs 'Mitgliedern, deren Hälfte rast uub mittclt ist. -) Ich will nicht den Grund oder Unaruno der unternommenen Bauten untersuchen, sondern nur ihren Nachtheil, aus die RelizionSschule beleuchten. Dieser Nachkheil ist aber kein vorübergehender, so.w.ru ein bleibender. Alle »lese Svnagozenbanten sind durch «apitalaufnahm n . van mchrcrcu Tausend Guloen gedeckt worden. Hat schon die Gemeinde eie Unterhaltung einer ReligionSsbule als eine Ueherbürdung angesehen, drückt jetzt die Zinsenlast erwähnter Kapitalien ungleich härter. Man sucht Erleichterung.' Die Kcchitalschuld läßt sich aber nicht aufkünoiaen, ohne sie zu bezahlen, und darum künngt man dem Lehrer, bei desscnlEnth'bung von seinem Posten man auch de« Bezahlens entbunden ist Oder man dingt ein gerinzekeS Lehrcrthen. chcledcs wohlfeil dient, und wir bäb.n ras alte Cheder. . Daß es sich wirklich so und niebt andere verhalt, bedarf keines Bewe ses. Denn überall, woneue 3v lagogenEntstanden, hat sich die Religionsi>blll.e in ibr deu dartnäckigsten Feind erworben, der sie beuud verdlänqt s-ckö^c. Zeiten das! Für den Außendienst verschwend l nra-r Tausende und abermals Tausende von Gulden, für Geistes,- Herzens- und wabre Menschcnblldung bat man klirren Schaümburgcr. Da steht daS todte Gemäuer, eine Erblast den Nachkommen, der Jugend die .clrgionsschule verschli-ßend.. Hätte man diese oft nutzlos v e rg e u d e t en'G e l d e r, welche die Synagoge wirklich verschlungen und was das luxuriöse Sckaugeprange her Ei-uweihung gekoster bat,—zu einem Schulfond v.erwenvet, o, welche Woh^lt;at f.ür Jetzt- und Nachwelt! Statt einer veroeroenbringendm Last, hätte man eine unversiegbare Quelle, woraus dir Nnterbattungskoslen der Rcligionsschule für ewige Zeiten mit Verschonung des Gemeinoejäckels geschöpft werden könnten. Ja, eine Garantie wäre geschaffen, welche bei Abnahme der Landgemeinden durch 1) Lieber ,,reu.ir! Dis iV vfz. Manzel --n beffer-m Stoff! (Red.) 2) Ja Rh«• dessen nnc fei! den -£c|Hn' 12 I-ibren miaKjtenä 15 neugebeut oder restaurirt worden; ein gut Tbeil ist bereits wieder unnötbig, weil kein da ift; in andern ist Gotterrienst — aber welcher! (Red.) 3) Daß solche untaugliche junge Lebrer jetzt wieder in größerer Zahl angestellt werden, halte.ich mit 'ür einet» der größten Sckäden des jüdifstrn SLulwcsens. Die Gemeinden, rakweder seit lange obne Lebrer oder rie Ausgabe, welche ein tüchtiger Lebrervrferoert, scheuend, greifen zu jedem Subjekte, wenn er sich nur den Namen .Lehrer" beilegt, schachten -mrd Gott weiß wie .leinen" kann^ .Dies« jungen Leutchen dünken sich rann Wunder was, ichauen auf ältere, würdige uar gutgeschult« .Eollegen" mit Eigendünkel und Gleichgültigkeit, verprassen ihr Geld >m» ibrt Zeit, glauben stch fertig und wolle« von allem Höheren, von Diüen und Lehrerbestrebungen, nichts wissen; es fink Bachurim der neuen A«ra; junge, nachdem die alten ba d guggestorben. Diese werden t dem tsrael. Lebrcrstande .alles Borwärtsschreite» erschweren; sie nicht auskommcn;u losscn, wäre etgeMlich .heiligste- Pflicht. - - (Red.) Uebcrzug in größer« Städte die Rrligionsschulc gesichert hält- Die Antipathie gegen den Lehrer wegen de» Kostenpunkte» müßte verschwinden, uuo den Gemeinden wäre dessen definitive Anstellung ohne Befürchtung für die Zukunft erleichtert. (Fortsetzung fölzt.) Die Methode des Unterrichtes im Pentateuch. Von G. Frank in Landau. (Fortsetzung ans Rr. 7.) , Auf der unterste Stufe stehen die Schüler, deren Sprachgefühl für. die Erlernung des Hebräischen erst empfänglich gemacht weroen soll Daß dies auf eine den kindlichen Geist entsprechende Weise geschchen muß, versteht sich von selbst Es ist mit diesem Unterrichtszegenstands an der zarten KindeSnatur viel gesündigt -worden, weßhald wir um so mehr darauf bedacht snn müssen? die begangenen -Fehler zu vermeiden uns uusern Unterricht dem Entwickln lgsgesetze des kindlichen Geistes anzupassen. Demnachsollte das Hebräisch-Lesen erst dann seinen Anfang nehmest, wenn der Schüler mit einiger Fertigkeit uns Sicherheit deutsch lesen kann Dann kann aber auch mit dem Lesen das Verständnis des Gelesenen verbunden nverven. Wenn das Kind ox liest, warum sollte ich ihm nicht sagen, daß dieses Wort „Mutter" bedeutet? Und eS ist mit nicht ebenso? Ans diese Weise prägt sich eaS Kind nicht . nur eine Menge von Vokablen ein, die es spater sehr gut verwerthen kann, sondern es wird für den Unterricht im Hebräischen überhaupt - geneigt gemacht. Man schlage diesen Äortheil ja nicht zu gering an. In der ersten Periode des schuüebcns ist ja die Gewöhnung des Zöglings die Hauptaufgabe der Schule; da gilt es zunächst, oen Schüler nicht nur durch fortgesetztes Anhalten an Stille, Ordnung und Sitte zu gewöhnen, sondern auch seinem Geiste durch äußere Nöthignng eine Richtung ans die Unterrichtsfächer zu geben, worin er später frei sich entwickeln und kräftigen soll.-Sind die ersten Schuljahre entscheidend für daö ganze Schulleben, so hängt auch dessen glücklicher Erfolg von der rechten Anwendung jener ab, und wohin wir in dieser Periode den Geist des Zöglings richten, dahin wird er unspäter willig folgen. Versäumen wir das, so haben wir mit vielen,Schwierigkeiten zu kämpfen. Wie aber das winzige Samenkörnlem die ganze Pflanze, jo muß auch der erste Unterricht in jedem Gegenstände den Keim zu dem ganzen Bau desselben enthalten. Es ist mit dem Unterrichte im Hebräischen nicht anoers. Indem wir den Schüler anhalteu, mit dem ersten hebräischen Worte, das er liest, nicht einen leeren Schall, sondern eine bestimmte Vorstellung zu verbinden und festzuhalten, haben wir ihn in das Gebiet dieser spräche versetzt, worin er sich immer heimischer fühlen wird. Die einsilbigen Wörter werden so lange geübt, bi» sie alle Schüler richtig lesen und übersetzen können. Dann i -