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Der israelitische Lehrer · 1863-03-05 · 10 (5.3.1863) · p. Seite 39

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
10 (5.3.1863)
Date
1863-03-05
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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— 39 — mer wieder um eines vermehrt sehen. Wie viele kommen nicht über das Weichbild der Stadt hinaus, in welchem sie da- Licht der Welt erblickten! Religion-bücher! Wann wird di« Zeit kommen, wo man unter uns Juden vom leidigen KatechismuSunwesen adkommen, und. auf die Grundlage alles wahrhaft religiösen Schulunterrichts, auf Bibel und Gebetübersetzrn, auf biblische- und nachbiblische jüdische Geschichte die Zeit und Kraft verwenden wird, die manche mit unverantwortlichem Gedächtnißwerk vergeuten! Zum Abschluß des religiösen Schulunterrichts eine kurze und klare Zusammenstellung der Hauptlehren und wichtigsten- Gebote unserer Religion, daS lasse ich mir gefallen, ist gut und nothwendig! Aber Kinder von 8—9 Jahren plagen mit dem Auswendiglernen des Württemberger Religion-- buckcs, ohne die Lehren gründlich erklärt zu haben, tmc es, Gott sei's geklagt, vorkommt, das geht über unser Loth Menschenverstand, ist sündha'te Menschenquälerei. Einem solchen Lehrer gehört das Handwerk verboten zu werden! sticht wahr? Wir wollen's nicht hoffen, doch geschieht'- Drum'— geh' er heim, sein Richter sieht'-. Das vorliegende Büchlein hat zwei Vorzüge vor vielen andern ähnlichen: Die Fragen und Antworten sind kurz und bündig, und überall mit den geeigneten Bibelversen belegt- Hiergegen können wir der Bezeichnung „in- Katechesen" keine Berechtigung zu.rkennen; da wir als Pädagogen unter „Katechesen" doch etwas ganz andereverstehen, als Fragen und Antworten ohne inneren Zusammenhang, wie sie durchschnittlich hier, geboten werden. Die Sprache könnte viel correkter sein; oft sind die Ausdrücke verschwommen, und lassen verschiedene Deutungen zu. Ueber Auswahl des gebotenen Stoffes, über Anordnung unv besonders über hervortretenoe religiöse Anschauungen wollen wir hier nicht rechten. GewissenSsachen. *) Wir überlaffen dies den Theologen und beschränken uns in unseren Recensionen im Allgemeinen bei Schulbüchern auf das Pädagogische. 2) Pflanzenkunde. Für Schulen unv zum Selbstunterrichte von A. Berthelt und Ernst Besser; m.t vielen Abbildungen. Leipzig, Julius Klinkhardt. gr. 8. Preis 15 Sgr. f Unter den vielen Schriften, welche für das vorliegende Fach uns bekannt sind, verdient das vorliegende ganz besondere Berücksichtigung. Es bietet durch kindlichen Ton, entsprechende Ausdrucksweise, Deutlichkeit der Bezeichnung gleichsam lebensvolle Pflanzenbilder, die den Schüler das ohnedies so anziehende Gebiet der Pflanzenkunde zu einer theueren lieben Beschäftigung machen, und ihn, ohne ihn; mit jenen in den Naturwissenschaften oft so sehr störenden Nomenclaturen zu belästigen, doch nach und nach in das System einsühren, und also weitergehende Studien ermöglichen. Die erste j Abt Heilung, für Kinder bis zum 10. Lebensjahre „erläutert an einer Anzahl allgemein bekannter, sowie aller Orten und in größerer Menge zu findender Pflanzen die nöthigen botanischen Kunslausdrücke und das Linnössche System;" während die zweite Abtheilung, welche für Kinder von 10—12 Jahren bestimmt ist, ebenfalls einzelne Familien bespricht, diese aber hinstellt als Stellvertreter der Familien, und um diese Familie einige andere, nahe verwandte Familien gruppirt, und dabei nach und nach das natürliche System erläutert. Der dritte Abschnitt, für die letzten Schuljahre, handelt vom inneren Bau und Leben der Pflanzen. 1 Das Ganze kennzeichnet die Herausgeber als Meister der *) Wir gestehen zu, daß wir über bi« rellglösen Anschauungen des Verfassers aus dem Buche selbst kein« Klarheit gewinnen konnten. Während die strikte wirtliche Auffassung des D’nDTI t»"NN und n’ttfO Glaubens die altgläubige Richtung des Verfassers zu.beurkunden scheint, düukm uns die Leremonien für diese Richtung zu kurz abgefertigt. Man kann insbesondere aus den zwei obgcnannten Kapiteln der Glaubenslehre nickt ganz klar werden, was iber Verfasser eigentlich meint? Pädagogik) und ist insbesondere geeignet, selbst solchen Lehrern, welchen die Verhältnisse die Gelegenheit einer guten Vorbildung in vorlieztndem Fache entzogen haben, die Mittel an die Hand zu geben, darin einen fruchtbringenden Unterricht zu geben. Wir * schließen mit den Worten der geehrten Verfasser: „Die Pflanzenkunde verdient ess vor den übrigen Disciplinen der Naturgeschichte gepflegt zu werden; denn das Material hierzu ist überall und leicht zu haben, und auf Geist sowohl, wie auf Gemüth ist die Beschäftigung mit ihr von gleich vortheilhastem Einflüsse. an der Möche dieS Buch dazu beitragen, recht Vielen die Frende er Pflanzenwelt erhöhen zu helfen! > , d f [ ge m e in e $. i Korrespondenz. Aus! Mutterstadt. (Fortsetzung und Schluß.) Welch wohlthuendes Gefühl, solch einen gedungenen Bachur, der das Vieh dabei manchmal hüten mußte, nach einem halben Jahre, oder noch vor dem S'man fortzuschicken, wenn er der Frau Vorstand vulgo Parneßte einmal verweigerte, Freitag's die Schuhe zu reinigin. Und dieses süße Gefühl des Herrschens, des Befeh ens läßt sich nun einmal in einem Dccenniuin oder sogar in nicht leicht abgewöhnen. Die Elementarlehrer wollen sich aber nicht gefallen lassen, was sich ihre geehrten Vorgänger gefallen ließen, und so haben wir den Eonflict. Der Vorstand 4in seinem guten Rechte — läuft nun zum Pfarrer, Inspektor, Bezirksamtmann und Gott weiß, wo noch hin, damit der Lehrer von ihm beim einen, und von den übrigen Vor- ,?^setzten b:im andern Ohr durch s liebe Leben geführt werben oll. DieS ist dann oft unsere Anerkennung,-unser Dank! wenn unser Leben ein anderes, wie das des Herrn Vorgesetzten ist. — Aber selten gelingt es den Herren Vorständen durchzusetzen, was sie unternommen und mit dem Entziehen des Mischeberach Gelbes und Erzählen in den Kaffeehäusern muß es alsdann sein Bewenden haben, weil wir glücklicherweise unter dem Schuhe der Behörde stehen. — — Ich rede hier selbstverständlich nur von jenen Vorständen, die kein anderes Bedürsniß zN würdigen wissen, wie das ihrige; die von keiner anderen Bildung je waS verstanden, wie von der äußeren, die kein anderes Reckt auskommen lassen wollen als das von ihnen beliebte —. (Unrecht). — Wie es unter; solchen Männern lin der Gemeindeverwaltung, in der Synagoge aussieht, weiß wohl Jeder. Wie wären sonst die Klagen über das Gesetz vom Jahre 185) — die Vorstände betreffend — so laut geworden? 4— Hätten sie aber Ehrgefühl, sie würden dem Verlangen der Gemeinden, durch freiwillige Ricderlegung ihrer Stellen nach'.egeben und dadurch bewiesen haben, daß es ihnen nicht allein um ihr Aemtchen, sondern um!dse rechtliche Sache zu thun sei. Wie aber dann sich an dem Lehrer oder an einem andern Gemeindezliede rächen? --. Hat es der Lehrer nun einmal mit einem solchen Herrn zu thun, so fft's natürlich das Vernünftigste ihn ganz und. gar zu ignoriren. und lasse er dann sein Wirken für sich redeü. Nach Lob und! Ehre (Ehrenbezeigungen) nach solch zweifelhafte» und gefährlichen Dingen dürfen »vir dann nie lüstern werden, und immjmnehr darauf bedacht sein, die natürlich.» Bedürfnisse des Geistes und Herzens zu befriedigen. Wir müssen beweisen, daß wir einen andern Standpunkt eingenommen, daß wir Durst nach Wahrheit, daß wir Streben nach wissenschaftlicher Fortbildung und wahre, innere Liebe zu unseren Berufs« beiten haben. Wird alsdann die Ruhe tes Gemüthes auch manchmal getrübt, gestört känn sie nie und nimmerm.hr werden. j Ich/gehöre keineswegs zu denjenigen, die dem Vorstande,

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