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Der israelitische Lehrer · 1863-03-05 · 10 (5.3.1863) · p. Seite 38

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
10 (5.3.1863)
Date
1863-03-05
Page
Seite 38 (sequence 2)
Language
German
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38 (Wir hatten kürzlich noch Gelegenheit die Bemerkung zu machen, wie ein die christliche Schule besuchendes Kind von acht Jahren, dem die iSrael. Schule vielleicht nicht Klang genug hatte, die Lieder: »Jesus mein Alles" und: „O du fröhliche, o du selige, gnavenbringende Weihnachtszeit" auswendig lernte, was die Eltern, die. sich sonst a^f das Judenthum etwas der Außenwelt gegenüber zu Gute thun,.vielleicht zu bemerken unter ihrer Würde halten mögen.) (Fortsetzung folgt.) Aeber-die Lezeictzlumg: „jüdische- Religion.^ *) Nr. 4 d. Bl. bringt uns einen Erlaß deS Provinzialcollegiums in Posen, demzufolge künftighin in den höheren Lehranstalten der Provinz zur Classificirung nach den verschiedenen Bekenntniffen die Bezeichnung jüdischer Religion" für Israeliten gebraucht werden solle. Ob es wohl irgend Jemand versuchen wird, gegen diesen Erlaß zü protestiren? Nach unserem Dafürhätten müßten wir mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln gegen die Octrvirüng dieser Benennung unseres Bekenntnisses uns vertheidigen. Wir geben gerne zu, daß die Bezeichnung „Confcsston" für unsere Religionsgenossenschaft sichnicht. eigene: denn da unsere Religion eine eigenttiche Dogmatik nicht hat, vielmehr unser ganzer Glauben zusammen zu fassen ist in dem einen Sah: es ist ein einziger,/reingeistiger, heiliger Gott, der Alles erschaffen hat, Alles erhält und regiert, und der also-auch den Menschen in Seinem Ebenbilde erschuf^ daß er (der Mensch) Ihn erkenne, ihm nachahme und in der Gottähnlichkeit seine zeitliche un.d ewige Glückseligkeit finde, und da dieser Lehrsatz von'Keinem, der den Namen ^Jsraelite" trägt, bestritten wird, so ist ein Schisma in Hinsicht auf Dogma, wje das wohl bei anderen Bekenntniffen möglich war, undenkbar und die keineswegs erfreuliche»Spaltung in der Synagoge, die darum Keinen, welcher Partei oder Richtung er angehört von der Gemeinschaft des Bekenntniffes ausschließet, ist nur ritueller oder ceremonieller, nicht aber dogmatischer- Natur, welche letztere allein die Bezeichnung „Confession" bedingt. Aber auch die Bezeichnungen: „israelitische „jüdische Religion" können wir für-uns.nicht gelten lassen. Wir haben gar nichts dagegen und.können nichts dagegen haben, wenn man uns, zur Bezeichnung unserer Abstammung, Hebräer, Israeliten oder Juden nennet. Wir sind Hebräer, weil unser-Stammvater von Eber abstammte, oder er führte den Namen roy , weil er von Jenseits des Flusses (Euphrat) Tun -inya.fam; wir heißen Israeliten, weil unser Stammvater Jacob zum Lohne seiner gerechten und muthig bestandenen Kampfe.den ehrenvollen Namen Israel (GotteSkämpfer) erhielt und in Folge deffen seine Nachkommen m Egypten -unter dem Namen „Bene JiSrael" »die Kinder Israels" gekannt waren. Wir heißen endlich Inden in Folge deffen, daß nach der Zerstörung des I. Tempels die in den Ländern: Assyrien, Babylonien,' Persien re. an»- den beiden Reichen Israel und Judea dahin Vertriebeneu gemeinschaftlich mit dem Namen amn' „Jehudim" oder Juden -benannt wurden, und *) mira oms o'o (Red,) ' da» jedenfalls au» dem Grunde, well ein Reich Jehuda und also das Vorhandensein von Jehudim noch lange Zeit gekannt war, nachdem ein Reich Israel nicht mehr existirte. *) Wir schämen «nS nicht nur des Namens Jaden nicht, wir sind im Gegentheil stolz darauf einen Namen zu tragen, der einen treuen „Juden Mardachai" gegenüber einem rillen, herrschsüchtigen und grausamen Haman anfzuweiseu hat — einem Stamm, der einen Juda Maccabi und noch viele andere glaubensstarke Helden hervorgebracht hat. Ader wir protestiren Und müssen protestiren gegen die Bezeichnungen: israelitische" oder „jüdische Religion." Israeliten gab es eher als es unser Glaubensbekenntniß gab; dahingegen ist der Name „Juda" (also „jüdisch") viel späterer Entstehung, wiewohl er von einem der Söhne Jacobs resp. deffen Stamm abgeleitet ist. Für unser Glaubensbekenntniß erkennen wir keine Benennung an als: rutro mm „Mosaische Religion"; diese ist'S, für welche wir leben und freudig sterben i Gar Vieles, was „jüdisch" ist, könnte wegfallen, und wir wären noch immer treue Anhänger der Lehre MosiS. Ja, wir werden unserer bürgerlichen Stellung nach immer mehr Deutsche, Franzosen, Engländer rc. werden, man wird uns in unserem bürgerlichen Aden den Juden oder Israeliten längst nicht mehr abmerken — und wir werden nach wie vor der ewig wahren unv darum ewig unabänderlichen von Gott durch Mosche uns geoffenbartea Lehre treulich anhangen.! Schreiber dieses hat noch vor kurzer Zeit Gelegenheit! gehabt, dieser Theorie Geltung zu verschaffen, indem er! Behufs der Aufnahme in ein Programm für eine öffentliche i Prüfung keine andere Bezeichnung als „Mosaische Religion" sich gefallen ließ. 3f>y nb'np namo nzo uS ms mm „die Lehre, welche Mosche uns ertheilt, bleibt ein ewige- Erbtheil der Ge-! meinde Jacobs." Camberg, im Monat Schebath 5623. M. Sonnenberger. Stecenfionen. 1) Israelitische Glaubens- und Pflichtenlehre, in Katechese» bearbeitet von Emanuel Manbus; Breslau, Schletter'sche Buchhantlüng. 18li». .Der Bücher ohne Zahl!" Wenn wir in jedem anderen | Fache neue Schriften mit Freuden begrüßen, so müssen wir doch! gestehen, daß es uns immer sonderlich zu Muthe wird, wenn! wir die lange Reibe s. g. israelitischer „Reugionsbücher" imj *) Und doch ist noch ein bedeutsamer Unterschied zwischen de« Israeliten tm Reiche Inda, und den anderen D’DSZm mZfy nicht zu verkennen. Diese waren ein dürres Reis. das nicht befähigt war £ut lebendigen Entwicklung des »Judenthums", des »Mosaismus," wenn Sie so wollen; nicht die Religion Israels fortbilden und erhalten konnte. Im Anfang schon zeichnet sich die Bestimmung Beider; hier — im Hcidenthum unterzugeben, dort — das göttliche Reich auf Erden;n begründen. So groß nach unserer Anficht der Unterschied. zwischen Elia und Elisa einerseits und Jesaias, Jeremias u. A. anderseits — dies« ihre Misston durch Wunder, jene durch das Wott begründend;, jene — ofernd, dies« an 1 Stelle der Opfer Äebet und Lebre setzend; so groß war von vor« I herein der Unterschied zwischen der geistigen und sitttichea L »Parität der D'Tin' überhaupt gegenüber derjenigen der O'OVVN mitfy. DteWelt- I geschichte ist das Weltgericht. sRed.) ober

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