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Der israelitische Lehrer · 1863-03-05 · 10 (5.3.1863) · p. Seite 40

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
10 (5.3.1863)
Date
1863-03-05
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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40 überhaupt jedem vernüftigen Gemeindegliede das Recht absprechen werden, — im Interesse der Schule — auf die Schule, mithin auf den Lehrer in bescheidener Weise einzuwirken. Daß dieaber nur einem gebildeten Menschen möglich sein wird, bedarf keiner weiteren Erörterung. Biele, ja sehr viele Lehrer nehmen''aus Klllghrilsrückfichteu dies und jenes Ungemach ruhig. und stilhhin, dulden im Geheimen und werken dünnwaugig. und hohläugig-; andere lassen ihren Klagen freien Lauf und werden als Malkontenten einregistrirt; ick siebe, wenn iw nur der guten Sache dienen kann, Letzter-s vor. Glauben Sie sicher, geehrte Leser, die Mißverhältnisse der Borstänte mit ibrer Lebrern tragen ein n sehr großen Tbeil an der Sebuid, daß der Lehrermangel immer. fühlbarer wird. — Im Interesse der Schule , wünsche ich völlige Emancipation der Lehrer von ihren Vorständen;. eS würde sicher Vieles besser werken. Der wackerste Lehrer ist schon von diese» Herrn verkannt, mißverstanden und mißgedeutet worden und die Gemeinde mußte cs büßen, — und zwar, weit 'jeder Mensch, der nicht eine unverwüstliche Energie' besitzt, durch solche Unannehmlichkeiten ermattet und entkräftet wird. -—.Ein Lehrer, der nicht, wo es möglich, in heiterer und klarer S.tlenstimmung sich erbält, kann keinen Menschen erziehen. — Es muß einmal damit «in Ende nehmen, haß jeder kleine Vorstand rme ein Befehlshaber sich geriLt. und dabei nicht sieht oder nicht sehen will, was darunter Roth leidet. Tüchtige , Lehrer, einsichtsvolle Vorstände, Beides ist'eine größt Rothwendigkeit und gebe Gott, daß wir durch unsere Arbeit, welche nichts weiter wie einen Wink geben soll, ein kleines Scherflein zur zweckmäßigen Gemeindevertretung - und zur rechten Treue rn der Schule beitragen können. — Barman«, Lehrer. Umschau. Aus der Pfalz berichtet' man uns .von dem regen Leben, las sich in Folge der Fragestellung" all. der Bestrebung, n, welche das Piälzer Comitä auf sein Programm gestellt, ergibt; wahrlich, diese Männer haben sich eine hohe und schwere Aufgabe gestellt. Statt eines besseren Religion« Unterrichtes haben die Seminaristenzu Kaiserslautern jetzt gar keinen,' da der Rabbiner, welcher früher denselben ertbeitte^-sein.n Sitz in Kirchheimbolanden ausgefchlagen; die gewünschte -Veränderung im Wahlmodus der Borstänte ist bereits abgeschlagen; einzelne Gemeinte, wie;. B. jetzt Zweibrücken müssen widerbolt gegen di« Benützung der Synagogen zur Ableistung der. schauerlichen Judeneide renitent werden. Unlängst wurde in Zweibrücken ein solcher Eid mit dem ganzen Zubehör," — Tallis., Tefillin, Totenhemd, Thora :c. geleistet. Dennoch wollte der gegnerische -Advokat ihn für ungültig erklären, weil — der Eckwör«lde ein geliehenes und nickt sein eigenes Todrnbemd. batte, Ein Witzling sagte hieraus mit Recht: so müßte man also, wenn'man in ter Pfalz zur Eidesableistung vor Gericht gefordert wird, seine DO’iDn mitnehmen?! In Holland bat man eben auch die-Absicht, den Religionsunterricht einer zeitgemäßen Umgestaltung zu unterwerfen, und eine dort seit lange bestehende „Gesellschaft" zun< Nutzen der J-raeliten in den Niederlanden, bat bereits einen Ausschuß zu diesem Bebufe ernannt, und dieser einen Bericht entworfen. — Deutschland zählt nach den neuesten statistischen Aufführungen etwa 476/xO Juden, einschließlich der außerdeutschen österreichischen und preußischen Provinzen aber 1,4H4,000. — Die Nordamerika«ische, von Tr. Einborn bisher redigirte Zeitschrift „Sinai" ist eingeganaen. > -- ■ «■----- - - — Verantwortlicher Redakteur: I. Kling ezrst ei» in Lderubeim in _ Commission bei L. L. Fritz sch« in Leipzig, - ' — Die Herrn Pereire in Paris stellten der franz. Regierung | 200.0O0 Frcs., der Banquir Oppenheimer in Eöln 10,(>00 Frcs. zu Gunsten der Baumwollenarl etter zu, die durch die gegenwärtige Krisis in Roth sind. — Wir bedauern, daß der von Seeheim in Nr. 7 u. Bl. , erzählte Vorfall in öffentliche Bläther übcrgegangen ist. So j etwas liest sich in öffentlichen Blättern ganz anders, als in einem Fachblatt; und soll, wo möglich, in jüdischen Organen i ausgetragcn werden, die ja dafür vorhänken find. Wir bitten dies vorkommenten Falles zu b denken._ | Sprachliche Rotiz. Der deutsche Ausdruck: „flöten | gehen." Der Redaction wird von Seiten eines jüd. Schul- - mauncs über obigen auffallenden deutscbe» Ausdruck die etymol'logische Ansicht mitgetheilt, daß derselbe von den, hebräischen , aspirirt -jfvjej herstamme, u. s. v. a. entkommen, ent- - ---; , schminket bedeutet. — Dergleichen Bereicherung, n der deutschen! Sprache, welche durch den Weg des jüdisch dcuts..en Dialects j aus dem Hebräischen in'S Germanische herüberkamen, sink niä'tselten, j — Adelung leitet das Wort auS dem Schwedischen „Flyta“ eilen j der; allein den Zusatz „gehen" ist damit nicht erklärt; während . nach der obigen Erklärung der Austruck unmittelbar aus der j jüdiich-deutschen Redeweise: „pläte gehen" genommen ist. Uebrigcns hängt auch tas schwedische; „tlyta" und das deutsche: Fliehen in den Wurzelbuchstaben mit dem hebr. ubs zusammen. Dasselbe ist der Fall mit dem lateinischen klar« wegblasen, woraus das deutsche Wort „Flöte" stammt, das aber mit der in Rede stehenden Austrucksweise gar nichts zu schaffen hat. — Es wäre erwünscht, wein sprachkundige Männer über obige Eonjunctur sich in diesem Blatte aussprechen und dasselbe mit! ähnlichen fprachwiffenschastlichen Mittheilungen bedenken wollten, j Auch die alte Zeit — und tiefe oft mehr als die neuere — zeigt I Beispiele von Beliebtheit herrorra.Mdcr Israelit-:» bei den wrist- I lichcn H rrschern: insbesondere war es das Spiel — Schach- I spiel vor allcm, das oft Vermittler war zwischen Juden und I Herrschern. — Mit eimm portugiesischen Juden Jsaac Abenacar, i auch Manuel Pimcutel genannt, welcher sich sowohl durch Reich-! thum, als auch durch seine Fertigkeit im Spiel einen Namen! erworben batte,'pflegte Heinrich IV. zuweilen zu spielen. Eines \ Tages batte ter König im Kartenspiel verloren; bei der nächsten j Partie ries er Pimente! zu: „Bei meinem Lebcn! Dieses Mal; muß ich gewinnen." Aus Achtung vor dem Schwur des Monarchen antwortete ter Jude: „Ew. Majestät wird gewinnen." ' Er hatte die besten Kart, n in der Hand und verlor. Die anj wesenden Fürsten bewunderten die seltene Tlat Pimentel's und j machten den König folgenden Tages aufmerksam, woraus dieser ihm mit den Worten danlte: „Ick bin König von Frankreich - und Sie sind König der Spieler." (Aus Kayserling, die Jude«! in Navarra )! Lehrervacauzeuliste. _ Einmalige Ausnahme 8 kr. — Sgr. Die Religionslehrer- und Dorbeterstelle zu lliieder-Olm im Kreise Mainz. Gehalt 250 fl, freie schöne Wohnung und Heizung. Nebenverdienste. Echeckita 70 fl. I 2) Heltenbergen, Kreis Vilbel in Oberdessen. Gehalt 350 fl.; > Accidenzien — aus der Sckvchita 300 fl,_._, I Zur Förderung auch ter materiellen Interessen der Lehrer I und zur Hebung unserer Lehrerracanzenliste wollen wir dis auf Weiteres die Aufnahmegebühren in dieselbe auf die Hälfte (9 kr.—2>/r Sgr.) heraosetzcn, und bitten umsomehr unsere gesch. Eollegen hiefür thätig sein zu wollen. Die Redaktion. Rheinhessen; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchhandel: ta - Druck von I. Sottsleben in Mainz.

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