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Der israelitische Lehrer · 1863-02-12 · 7 (12.2.1863) · p. Seite 26

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
7 (12.2.1863)
Date
1863-02-12
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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26 dazu. — Haindorf hatte sei« Amt mit Hingebung verwaltet — aber er war Jude und mußte resigniren. Jndeß blieb er in Münster älS Professor der» Mcdicin und Chirurgie und erwarb sich als praktischer-Arzt ausgezeichneten Ruf und allgemeine Anerkennung. Als Arzt wurde er von den höchsten und niedrigsten Ständen gesucht. Vielen gelehrten' Gesellschaften gehörte er als thätigcs Mitglied an, besonders aber zeichnete er sich als Kunstfreund auS; er war Vorstand' des KuustvereinS für Rheinland und Westfalen. Seine Antiken- und ausgezeichnete Gemälde- Sammlung, an Reichhaltigkeit und Auswahl eine der vorzüglichsten in Rheinland und Westfalen, jetzt im Besitze seines Schwiegersohnes, des Rittergutsbesitzers I. Lob zu Caldenhof bei Hamm, wardvon Kunstfreunden von Nah und Fern bewundert. <S. Lcwin Schücking, Reise durch Westfalen.) Das Jahr. 1316 -legte Haindorf eine harte Schicksalsprobe ans, denn eS riß die geliebte Gattin von seiner Seite, nachdem sic ihm eine Tochter geboren hatte.- Der trauernde Gatte widmete sich-mit aller väterlichen Sorgfalt der Erziehung dieses, seines einzigen KindeS, und schritt grundsätzlich nicht zur zweiten Ehe. Mit dem Jahre 1826 begann für Haindorf ein neuer Lebensabschnitt durch seine großartige, edle Schöpfung, durch die Gründung des Lehrerseminars, das der Mittelpunkt seines Lebens und StrebenS wurde und blieb, und wodurch er sich bei Mit- und Nachwelt unsterblich machte. Sein Leben ward von nun an so enge mit der Lehrer- und Jugendbildung wmvcbt, daß wir zugleich unsere Aufmerksamkeit der Letzterere, seinem Werke, zuwenden dürfen, .wenn wir Haindorfs Bild durch siin Streben und Wirken der Beurtheilung unserer Leser vorführen wollen. Unser Augenmerk wird demnach zumeist auf zwei Punkte gerichtet sein, nämlich auf den specieücn ZustaUd und die EntwicklungS- Verhältnisie des Haindorf'schen Instituts zu Münster und auf Lehrer- und Schulbildung inr Allgemeinen. (Fortsetzung folgt.) Die- Methode des Unterrichtes im Pentateuch. Von <8. Frank in Landau. Soll die jüdische Schule ihr Wesen und ihren Charakter nicht verleugnen, soll sie ihre Aufgabe wahrhaft erfüllen, so muß der Unterricht im .Pentateuch die erste und wichtigste Stelle in der - Reihe der. Unterrichtszrgenstände einnehmem Die jüdische' Schult soll nicht nur Menschen, Deutsche, sie soll auch Juden bildendste soll das jugendliche Herz empfänglich machen für die Gefühle und Hoffnungen, den jugendlichen Geist erfüllen mit dem Gedanken und Lehren und den Willen geneigt machen zur Ausübung der Pflichten Israels. Wodurch könnte das aber besser und nachdrücklicher geschehen, als durch den Unterricht im Pentaj teuch? Denn wie ich keinen Unterrichtsgegenstand kenne, der so wie dieser im Stande wäre, den Geist des Schülerin Zucht zu nehmen, seine Aufmerksamkeit zu fesseln und l zu üben und ihm einen unerschöpflichen Rcichthum an | religiösen Erkenntnissen zuzuführen, so ist auch kein anderer im Stande, das jüdische Kmd in das innere Heiligthum der göttlichen Offenbarung einzuführen, es in demselben vertraut und heimisch zu machen, wie dieser. Wer kann sich auS seiner Jugendzeit nicht erinnern, wie er beim i Uebersctzen der betreffenden Schriftstücke die Leiden der Väter in Egypten mit euipfunden, mit auS dem »Sklavenhause" gezogen, die Stimme des Schöpfers nnd das Rollen des Donners am Siam gehört und auf die Worte des Bundes gelauscht hat und mit seiner ganzen Seele hincingczogen wurde in den Erziehungsgang, in dem die Gotthett Israel fo väterlich leitete? Und man könnte noch, gtocifetn, daß dieses Buch der Bücher zur Unterlage, ja zum Centralpunkt des ganzen Religionsunterrichtes erhoben werden muß? Katechcsirt und docirt so viel und so oft ihr wollt in eueren Schulen; niacht ihr euere Schüler nicht mit diesem Buche bekannt, so weroet ihr nimmermehr ganze Juden bilden, Juocn, die bei aller Hingebung an die Be- , wezung und Bildung der Zeit stets den religiösen Ge-! danken und die Aufgabe des Judenthums als unverrückbares i Strebezicl vor Auge» haben. Was könnten wir Lehrer j aber Wichtigeres vollbringen, als ein Geschlecht heranzu- ' bilden, ausgerüstet mit einem empfänglichen Sinn für alles Schöne, Wahre und Gute, mit einem unermüdlichen Ver-; langen nach g ästiger, religiöser Belehrung, mit einer leben- : digen Sehnsucht, seinen Willen in der Erfüllung des gött-; lichen Willens zu stärken und zu kräftigen? Freilich kommt! eS da sehr darauf an, daß wir das Mittel dazu in bcr; rechten Weise anwenden, es nach allen Seiten ansbeuten! uno verwerthen. Wenn ich eS daher unternehme, die Methode des Unterrichtes im Pentateuch io diesen Blättern auseinander zu setzen, so habe ich damit keinen andern Zweck, als meine im Amte Zerfahrene Kollegen zu veranlassen, mich zu belehren, wo ich geirrt, und auch ihre Ansichten und Erfahrungen der Lehrerwelt mit- ‘ zutheilen. Im Unterrichte deS Pentateuchs unterscheide ich brri . Stufen: j 1) die der bloßen Vorbereitung, j 2) die der sprachlichen und logischen Auffaffnng deS j Textes und

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