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Der israelitische Lehrer · 1863-02-12 · 7 (12.2.1863) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
7 (12.2.1863)
Date
1863-02-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I Jährlich 52 Summern. Prri« d«S Jahrgangs 1 Lhlr. — 1 fl. 45 kr. Bei frankirter Zusendung unter Sreuzband 2 fl. 12 kr. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. 2)ft| slMlitiMke Organ für die Schule Snzeioei» gu 1 Egr. die Petitzeile. Lusnähme in die Lehreroacanzealiste 5 Sgr. Einsendungen entweder direkt an den verantwortlichen Redakteur oder an die ' Verlagshandlung. die Familie und das Gemeindeleben des Zudenthums. Herausgegeben von I. Klingenftein, Ignaz Lehmann lllnd A. Treu. N°. 2. Mainz, den 12. Februar 1863. (Dritter Jahrgang.) Professor vr. Alexander Haindorf unb_ das israelitische Lehrerseiflillar zu Münster. (Fortsetzung.) - II. Alexander Haindorf wurde den 2. Mai 1784 zu Lennhauscn, im Kreise Meschede geboren. Ein Kind zweiter Ehe seines Vaters hatte er vieles Leid von seinen Stiefbrüdern zu erduldeu; sie mochten ihn vielleicht nicht ebenbürtig im väterlichen Erbe erachten —? ns *;!? ’Di ns "]b HD und wo war der Lehrerstand, als man die Güter dieser Welt vcrtheilte und wie steht eS um die Rechte der iSrael. Elementarschulen gegenüber ihren Schwestern? — Der junge Haindors mußte sich um des lieben Friedens willen den Bauern und harten Befehlen seiner Brüder bequemen. Von einem polnischen Lehrer, besten Wissen im Hebräischen jedenfalls das der meisten seiner College» (Bachurim) überragte, erhielt Alexander Haindorf den Unterricht in den hebr. Fächern, und er zeigte ungewöhnliches Talent und eisernen Fleiß. Manche rabbivische Sprüche klangen aus seiner Kindheit in das Greisenatter herüber, und sie dienten nicht selten deqz Seminardirektor Haindorf als Würze beim wohlgemeinten Rathe, bei Verwarnungen und Drohungen, die er den Seminaristen zu ertheilen für gut fand. Haindorf wurde früh Waise und kam nach Hamm zur Familie von mütterlicher Seite. Hier wurde er^umHausirhandel angeleitet, ein nnnützer und müßiger Kostgänger durfte er nicht bleiben. Der rege, wistensvurstige Knabe suchte geistige Nahrung, und für seine Ersparniste ließ er sich Privatunterricht ertheilen; so studirte er, ohne den ihm aufgetragenen Handel zu vernachläßigen, auf freiem Felde, auf einsamem Waldwege, mit dem Waarenbündel auf dem Rücken, oder in Begleitung des Schlachtviehes, das er heimzuführcn hatte. Man fand einst statt der .id'Lri ein deutsches Buch in seinen Händen, und nun wurde er ohne Gnade verketzert. Dieser Vorgang machte ihm viel Verdruß, man verschrie ihn als einen Ungläubigen. — Hören wir nicht von vielen Seiten ein ähnliches.Geschrei, ähnliche Anklagen gegen hie iSrael. Elementarschule sich erheben, und haben nicht in gleichem Sinne sich Stimmen gegen das Seminar laut werden lasten, um nur dem BiloungSfoi tschritt im Zudenthum einen Halt zu gebieten? — Ein glücklicher Zufall rettete Haindors; der Obervorstehcr der Grafschaft Mark, Amschel in Hamm, trat ins Mtttcl). gewann den Jüngling lieb, nahm ihn in sein Haus und ließ ihn studieren; so konnte er 1805 die Universität besuchen. Haindorf studirte Medicin. Während seiner Universitätsstudien wurde Haindors durch den Tod seines edlen Gönners in neue Verlegenheiten gestürzt, denn die bisherige Unterstützung wurde ihm versagt. Durch Muth und Ausdauer besiegte er jedoch alle Hindernisse, er löste mehrere medicinische Preisfragen, promovirte in Heidelberg und wurde hier Privatdozent. In dieser Zeit verfaßte er auch einige Werke, die seinen Namen in der medicinischen Literatur in gutem Ruf brachten. Dann reiste er zu allseitiger Vervollkommnung in seinem Berufe mehrere Jahre nach Frankreich, kehrte wegen des ausgebrochenen Krieges in seine Heimath nach Hamm zurück, wo er sich mit der Tochter des Rentners E. Marks verlobt hatte. Dann ließ er sich in Minden als praktischer Arzt nieder, trat aber bald auf Veranlastung deS HofrathS , vr. Stieglitz in hannöver'sche Dienste und wurde Privatdozent in Göttingen. Auf den Wunsch seiner Familie kehrte er jedoch nach Preußen zurück, wurde Dirigent des Militärlazareths in Wesel, dann Stabsarzt bei denl Lazareth in Münster. — Die Franzosen waren besiegt, das deutsche Volk hatte seine Pflicht gethan und durfte hoffen-— aber was war der Lohn für all die bewiesene Treue, Begeisterung und Opfer? Die schöne Morgenröthe hatte so manche'Hosfnungöblüthe mit ihrem Frühlingöstrahle geküßt, und auch unserem Volke einen schönen Tag verheißen'— aber das Volk erntete Täuschung und unser Volk noch Hohnlächeln

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