Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 6 (5.2.1863)
- Date
- 1863-02-05
- Page
- Seite 23 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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23 der Vorzug gtgekn werden, welcher zum erstenmale in dem Falleist, ein Stipendium in Anspruch nehmen." §. 14. „Sollten Freunde der in Rede stehenden Stiftung diese dnich Zuschüsie vermehren wollen, sei cS durch weitere Kapitalien oder Erhöhung der jährlichen Stipendien, so wird alles dieses dankbar angenommen, jedoch dürfen keine den Zweck eer Stiftung alterirende oder den vorliegenden Bedingungen zuwider laufende Verfügungen daran geknüpft wereen." Zm B.rrverte spricht sich Hmr Leopold Goldschmidt über die Mot.ve zu H 7 folgenoermaß.n auS: „Be, der Anordnung, den iS' acUtiicheii Lehrern, obfchon cieselben bei Weitem die Minecrzshl bilden, die Hälfte der Prämien rrsp. Zinsen zuzutbecken, darf der Beweggrund keineswegs in einer befonrern Berücksichtigung meiner Glaubensgenossen gesucht werden, souvern in dem saktijchcn'Umstande, daß eie meist kümmerlich besoldeten isr.rel. Lehrer — mit Ausnahme sehr weniger Elcnrentarl»'hrcr -- weder vom Staate, noch von der Eivil chöfde irgend eine vtcmnncratron beziehen, obwohl bekanntlich die Israeliten zu ällen steuern fnr Staat und Gemeinde, Kirche und Schule .bcizutragen haben Dazu tritt als weiterer Grund, daß bis heute kein israel. Lehrer, selbst nicht der Fähigste, .-ine Anstellung an öffentlichen Schulen zu erlangen vermag, auch nicht für solche Umcrrichtsgegcnsrände, wiche mit deur religiösen^ Bekenntnisse nicht die entfernteste Berührung halsen.— Sollte, wie ich hoffe, diese doppelte Rechtsüngleichheil im Laufe der .-feit aufhö:e», so ist cs mein Wille, daß -Usdlann die betrcstcuoc Bestimmung aufgehoben und d:c Berthcilirng der Stipendien ohne Rücksicht aus das religiöse Bekenntsrrß der Slrpendiaten anogesüyrt werde" . j ■ Wir wellen oessen, daß das Erhebende, das in di fcn Worten und in dieser Slntung liegt, voN den Lehrern vollkommen erkannt werde; wollen Hessen, daß cs der würdigen, verlier,stoollen Männer so viele i-usbesono< re unter den rhernhessijchcn israel. Lehrern gebe, dag dies« Mittel nicht hinreichen, alles 'Verdienst zu belohnen, weil wir dann erwarten dürfen, daß dasselbe in anderer, Weise dsennoch seinen Lohn findet; und daß nur Wenige nöthrg haben, sich mit. Gesuchen an' den löbl VerwaltnngSrath zu wenden, weil mau die Würdigen kennt, ein gnt-.r Ruf'ihnen-vorangeht, da, wrc alle wissen, gerade die Würdigen oft >zn bejch.idcn sind, und von tansend Gründen abgchaltcn ivcrocn, Suppliken cinzngeben. Es ist sicher nicht des edlen Sinters Wille, dageinc solche Ehrengabe nur denjenigen z>r Gu e loiirmen soll, die Armuth zur Schau tragen; vielmehr erwartet mau vonr Lehrer bei bescheidenem und anspruchslo'cm Beuchm n auch in ailui äußeren LebenSverhältnissen eine seines Standes würdige Erscheinung. | Hosj.n wir daß in Folge dieses hochherzigen Akte» fclc - israel. SchuleRheuih-sfens sich auch innerlich hebe, und möge er insbesondere vielen unserer jüngeren Lehrer ein Sporn sein zu e.gencr Fortbileung in' ihrcni Beriife! Bitten wir swlieglich Gott, „daß der edle Geber sich noch lange aus Eroen ceö Segens.erfreue, den er lausgestreut hat, und daß es Seinesgleichen noch Viele gebt in Israel und der -Menschhe.t.'" L. Großherzogthum Baden. Vom Neckar. In das stille Gemeinde leben innerer Residenz ist nuj endlich Bewegung gekommen, denn man beabsichtigt Seitens der Mehrzahl derselben den Umbau der Svnagog« und damit einen zeitgemäßen Gottesdienst einzuiühren Zu bedauern ist,, daß kc bei zugleich im Schooße der Gemeinde 2, cesp. 1 Parteien sich ge sildet daben, da die beiden Ertreme — d e Ortbodoren und d e Indifferenten (aus verschiedenen M.otivn aber) dagegen oppmiren und die Ersteren mi' ihrer Trennung drohen. Die bad. Landeszeitung bringt unter Aniülrung der Stelle 5 B. Moses 1*>. 4 Folgendes: M t Widerw lle r begegnet das Auge alle paar Tage einem Zeitungsblatte mit einem erbarm- . licken Hilferufe bankerott r Lehrer in einem Lande, wo tüchtige Erzieher nickt darben n üssen und ein ^Arbeite: seines Lobncs wertb ist." Ich . in abe der Ucberzengüng,-..daj x-iver in Z iten der 'Rots in seiner Rübe keinen Kredit mebr bst, und sich an die Desfentlichkeit wende, muß, denselben gewednlich auch nie-/ mebr^vcrdiene. Welck.er rechtschaffene Baker wird einen Sobn, eine Tochter noch eichen; stände anv.rtrauen wollen, wo solcher Bettet au Hause zu sein scheint? Ich wünschte im Interesse des ebrwürdigen Leister iandes selbst, daß kein!Bettler mehr unter ihm gxiund.n wer!e." — , In ähnlicher Nickt, nig brachte in jüngster Zeit dies geschätzte Blatt niedrere 'Jrttfcl, welche unsere jüdischen Lebreroerhällnisse besprachen . nd wahr und derb das armselige und > niel't selten bettelhafte derselben geißelte, wiez..B. die ’3 I bei Hochzeiteiz, Bschneikrugen :e Wenn wir der Redaktion jenes gen. Blattes »ur Dank visseil für die -..neigennlützige Coümmg | der Spalten desselben fü: unsere Sache, so wümchen wir doch i im Interesse derselben und aus Schonung däs Iudentbums solche Miß - und liebelst inde nicht in ösfeutl. pplitischen Blät- . t rn besprochen . . tnis1' -2 Hierin wäre dies 2 latt am geeignetsten und ersuchen wir : Alle die äpnlidv: Angst -genbe.ken össentl.ch zu besprechen iür nötbig und ersprieslich nndeu, bierzn^iüd. Drgnne, namentlich dies Blatt zu benütz m. 'Wir werden in Bä de über obengenannte Berbältnisse Weile res;n geben uns.crstr ben il»d drücken s..üießlich den 'Wunsch ans, cs möchte dies B alt zur Besprechung uns r r bad. Eultus- und Schula/gelegenbeile. als Drgan häufig benützt werden. Aus Ungarn. Eide Dez Der „Magvar i-ra.stita," das einzige in ma.zvarischer Sprache erscheinende, die indischen Int rcfü« znm Gegenstand sein r Bespreckning machende Journal, wird auch im nächsten Iabre unter Leitung des geistreichen Juristen Meeei ffiir and n.'ter Redaktion des H. genAer erscheinen, und leben wir in dw festen Ueberzeugung, daß, selbigeum st' gediegenere Arbei en bringen wird, nachdem^auch ein Obcr- ' rabhiner Löv, Stein ' ard, Zipser, und ron unteren t»ekannten Pädagogen die .'zerren Groß mann, Deriisch, Reich und Mos mm euer n.. als Mitarbeiter betheiligen werden, lieber den Forlfchrckt im » agvarischen Schulwesen und den Leistungen des unga-. israel. Berei. s in unserem nächsten Berichte. u m s d> rt u. Berlin. JÜ. Ja». In Betreff des Jude »ei des bat, wie die Bois. Zeitung lagt, jüngst der Präsident des Stadtgerichts, Herr Holzap etj mit dem Rabbiner hiesiger <^e>nei»de, Herrn Rosenstein, ein! Unterredung gehabt, und den Letzteren lli» ein Gutachten ers,».cht. Das Gutachten des Herrn Rosenstein sprickt sich -in motipirter Weise d.abin ans daß die üblichen Formalitäten bei dem Eide „>.>rv jmliiUo im jüdischen Gesetze nicht begründet sind! Es ist dem Gutachten um so mehr Gewicht beizulegen, als! iperr Rosenstein -der streng ortbodoren Richtung angehört. I B er 0 na, ’2\). Pan. Das „Gicrnale di Berona" bringt folgende vom Polizeiratbe Roisi in Berona ibm zugegangene