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Der israelitische Lehrer · 1863-02-05 · 6 (5.2.1863) · p. Seite 22

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
6 (5.2.1863)
Date
1863-02-05
Page
Seite 22 (sequence 2)
Language
German
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22 und Schreiben lernte; in den . hebräischen und Religionsfächern sah es noch trauriger aus! Wer brauchen über den Unterricht im Cheder über die wandernden Bachurim rc. kein Wort weiter, zu verlieren. — Wie nach trübem, ödem Wmter der Lenzesstrahl in die todlscheinence Natur neue Kräfte weckt, Licht und Leben hauche, so wecklc das von Halndorf ins Leben gerufene Lehrerseminar schlummernvc Geisteskräfte selbst über die Grenzen'Rheinlands und Westfalens hinaus. Alljährlich - eilten Jünglinge zum Haindorf'schen Institute, bereiteten, sich zu dem hohen Lehrcrberufe vor und zogen dann wieder hinaus, um in den Gemeinden sich d-m Dienste der .Bildung und Religion zu widmen. Nunmehr. sineyl wir fast in jeder Gemeinde Westfalens und in vielen der Rhcinpröviuz Israel. Lehrer und Elementarschulen ebenbürtig^ — wenn auch noch nicht in Rechten, doch in den Leistungen — denen.der übrigen Confeisions- Gemciudcn Alles Reue im'Gebiete der Wahrheit, der Entwickelung und Bildung hat feine Gegner; ohne die in ihm wohnende, siegende Kraft" kann cs .den Läuterungskampf gegen Vorurthcil, eingewurzelte, licbgewordcue Gewohnheit, eie Lieblinge der Finsterniß ' die ijn Lickt uno im ^orlschUtk^den Feind ihrer Geltung. An- und'Aussprüche hassen,, nicht ^bestehen. Die jüv. El tncntar vchrer und Schulen hatten von Anfang an viele.der feindlichen Mächte gegen sich, nicht blc° ansiee dem Judenthum, .sondern mehr noch von Selchen, die als Finsterlinge im-Lager Jsva.lsnmherschlcichcn nuü die Bildung Als.den Verfall des Jndcnthums, ihres Iud.'nthums, verschreien;-der-.Lchrcrstalrd halte mit rlloth und Nacht zu ringen, und Erleichterung thut-auch j.tzl noch Noth. N.cbt minder hart; die von, Haineorf gegründete Bildungsstätte für Lehrer mit - allerlei scindlicheit^AiLchten zu kämpfen, und ds hat nicht - an Llchls.incen gestylt, die das cele Wert kii den Staub -zu ziehen versucht: die Lebcnsphase.'. des Lehrcrstaiwes, w.c des Lehrrrjeminars spiege'n sich ab in-demLcbenSzange des Mannes, dem beide so Vieles zu danken haben. (Fo.tirtznng folgt) il f t 0 e jn e i n e s. — Correspondenz. Aus R hrinh-effen, 24,. Jan. Die Leopold Goldfchmidt'sche Stifrung züGuniien verdienstvoller Lehrer, (rejp. deren Wittwen und Waisen), welche in dem gegenwärtigen Umfange dci; Provinz Rhcinhessen angcstcllt sind, ist, wie' der bereits in unserer vor. Nummer ergangene Ausruf und die uns ve.liegenden ^latuien nach weisen, in Wirksamkeit getreten. Wir freuen uns e er ehrenvollen Aufgabe, diese Statuten in diesen Blättern zu besprechen, weil wir mit Sicherheit erwarten, dreier hochherzige Akt werde, auf 'hie Entwicklung der Schuko.-rhältnissc Rheinbessems bedeutsamen Einfluß gewinnen. Was chcr edle Stifter .in seiner Vorrede von der Provinz Rhcinhesicn im Allgemeinen sagt, das gilt auch insbesondere für ganz Israel. Israel .ist nicht arni an edlen Stiftern.gewesen zu allen Zeiten,, uno der wchltbätigcn Anstalten-und'Vereine giht <s Vule, sv daß die Nothlciecnden mit Recht behaupten dürfen in den meisten Lebens». j lagen: ’3; allein — gestehen wir es ans! zu: mit Ausnahme der zu wodlthätigen Zwecken gestifteten ■ Vereine, die mit der Zeit f o r t schreiten, haben jene älteren : Stiftungen insbesondere für unsere Zeit oft sehr beschränkten Werth, sind oft von so erorbitanten veralteten Bestimmungen umgeben, daß sie für uns Z it gar nicht mehr fruchtbringend wirken können, und daß uns die Mittel schmerzen, die unnöthig verausgabt, so Heilsames fördern könnten. *) Herr Goldsckmidt hat ins Leben gegriffen, und indem . er einen der bedeutsamsten Schäden der Gegenwart — die! gedrückte Stellung der Lebr r, in deren Hand die Bildung unserer Jugend, unsere Zukunft — anfdeckt, hat er fein i Thcil **) gegeben, um diesem Ucbelsiande kräftigst zit begegnen. I Er saHt darüber in dem Vorwort zu seinen Statuten: „Wer! die Verbältnisie dieser Lehrer kennt, wird einräumen, daß viele derselben mit Geist und Herz nieterbeugenden Nabrungssoegen kämpfen, wodurch die begeisternde BerufSkrende getrübt, die nothwcndigc Unabhängigkeit im Amte gefährdet, i ja die Eneraie des besten Willens gelähmt werden muß."! Herr Goldschmidt will den Männern, in ecrcn Hände! die Jugenderziehung, sockst unsere Ankunft wiegt ist, aufmuntcrndc Anerkennung ans eine solche Weise zollen, welche „den Lehrern zurEhrc, den Schülern zumNutzen gereicht" Wir enthalten uns der Anführung der die Verwaltung betreffenden, mit hingehender Sorgfalt anSgeführten Statuten, un^führcn nur auf: i §. 7. Der Ertrag der alljährlich sich ergebenden Zinsen über Abzug der Verwaltungskosten soll vertheilt werden zu der einen Hälfte an israelitische, zu der andern Hälfte an christliche Lehrer, glc chvicl von welcher Eonfesnon, und zwar vorzugsweise an solche, die als israelitische Elcmcntarnnd Rcligionslehrcr und als christlich^ Schullehrer ans dem Lande angcstcllt sind, in anerkannt wirkungsvoller Weist auf Geist und Gc^üth der Schüler wifken und sich durch Eifer und B-rufetreuc ansleicknen. Bei der Auswahl von christlichen Lehrern sollen diestnigen den Vorzug erhalten, in deren Schule auch israelitische Kinder den Unterricht genießen. Ansgeschloffcn blcibcn Geistliche jeder Eonfesnon. 9. Das Minimum einer jährlichen Bewilligung, Slkpendinm, ist auf fünfilndzwanzig Gulden, das Marimum . auf Einhundert Gulden festgesetzt. Es bleibt dem Verwaltnngsrathe überlasten, ein jedes Stipendium innerhalb dieser Gränze zu normircn. II. Den wesentlichen BcstimmnngSgrund für die Entscheidung des VerwaltunaSrathcS bildet die p rfönliche Würde und Tüchtigkeit des Lehrers Bei gleicher Würdigkeit niedrerer Lcbrer entscheiden die Familiettvcrl ältnisse und der höhere Grad deS Bedürfniffcs. Da wo alle Verhältnisse gleich sind, spll demjenigen *j) Wir crinn-rn bier an die Klausen, an die keiner zeitgemäßen Reorganisation fäbig-n 'kdalinn-i - thoraV; bci'pielweise aus' an »ine Etifiunq in Main;, wonach, so vi-l uns bekannt ifl,I der dcrre'tig» 2.! Rabbiner Herr l>r. läahn einen ttcbalt von sikbenbunderr tSvleea . und freie Wobaunz hat, zu dem Zwecke, mit —6jährigen Knabe» -t zu lernen! |**J 2o viel wir wissen, 35,666 fl. J-, i

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