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Der israelitische Lehrer · 1863-01-22 · 4 (22.1.1863) · p. Seite 14

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
4 (22.1.1863)
Date
1863-01-22
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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14 treten. Ein Haupthinderniß hätten wir noch genannt gewünscht, nämlich: die wegwerfenden Urtheile, welche in Gegenwart von Kindern, namentlich in. Häusern sogen. Gebildet - Scinwollender über den' Lehrer gefällt werden. Ein deutscher Pädagoge drückt einen' entschiedenen Tadel darüber .also ans: (Curtmann, „die Schule und das Leben/ zweite Aufl.) „Zu den Halbgebildeten rechnen die,Mdirtcn Leute ohne weitere Untersuchung alle Schullehrer. Mit welchem Rechte? Das bürste 'schwer zu erweisen sein, und ich getraue mir unter den Leuten, welche akademisches Bier getrunken haben, allenthalben eine gute Zahl hcrauszufindcn, welche von der Bildung der Schullehrer noch nicht die Halste, also nach.eigener Berechnung nur eine Viertelsbildunz besitzen." . , Wenn aber unser geehrter Herr-College sagt, baß der fromme König Josaphat erst den Entschluß faßte, „dem Volke Lehrer zu senden und, so dem Nebel zu steuern," so stimmen wir hier nicht überein. ~ Schon nach der Befreiung aus Aegvpten, sowie besonders nach der Offenbarung. auf Sinai dehnte sich der Unterricht, das häusliche Gebiet verlassend, auf.mehrere Familien aus, deren Väter, wie z. B. am Pesach, zusammentraten und sich und der versammelten Jugend von irgend einem Gelehrten Belehrendes Vorträgen ließen. Mofcheh selbst batte (Deuter 31 > -11—13) schon Volksbelchrungen angeordnet. Sowie eS unter Sch'muöb Phrophctenschulen gegeben, welche eigentlich nur für höhere Bildung Suchende waren, wenngleich auch von bcm Volke sie besucht würden, so sehen wir l.Cdr. 12,32", daß sich Einzelne vom Stamme Jisa- > schar mit Studium befaßten (wenn dieses nach Joma 16. auch mehr der Wissenschaft, als z. B. der Arznei-, Sternkunde u. ü fgalt.) Auch nach dem. Midrasch (vergl. Jalkut?, 42) haben sich Leute aus dem Stamme Levi dem höheren Lehramte, der Stamm Schimeon aber dem Jugcndunterrichte hingegeben. Ebenso geht^aus Spr. Sal. 5, 13 hervor, daß zur Zeit Sälomo's Lehrer sich vvrsanden, und mag es sogar zur Zeit Davids schon eine Art Akademie gegeben haben (nche 2. Sch'muel- 23, 8). — Als einen der Thätigsten per Förderung des. Unterrichts, wird aber Chiökia bezeichnct, besonders , wegen..der Freigebigkeit, mit welcher er die Kosten zur Unterhaltung der Schulen deckte. „Unter seiner Regierung habe/es im .ganzen Lande keinen Unwissenden gegeben; wedcp.ein Knahe, noch ein Mädchen sei zu finden gewesen von Geba*) bis Antiprris, welche nicht wohlunterrichtet gewesen' waren." Nach diesem (Chiskias) folgte erst den von Herrn'Hirsch bczeichnete Josaphat. ' i ■ f *) U.brr die Lage der beiden Drte: Schwarz, das beilize Land, I«'>' S. 93. (Anmerk. d. Eins.) I Möge unser Herr College nur den Ausdruck unserer vollen Achtung gegen ihn in vorstehender Bemerkung erkennen! Rülzheim, bayr. Pfalz. N. Salomon. Corresponden; Aus der Pfalz. Acußcrcm- Vcrnthmen nach soll die Absicht bestehen,!eine Lehrerstelle (mit 600 fl. fcotirt) in Kaiserslautern für den iscael. Religionsunterricht am Seminar (auch am Centralgcsängniß, an der Gewerbeschule ic.) zu crciren, und demnächst auözuschreiben. 200 fl. soll Kgl. Regierung zu dem Gehalte beitragen, den Rest hätten die Israeliten der Pfalz aufzubringcn. — Allgemeines Erstaunen erregt die Abweisung der Bitte für die Creirungen eines Fonds zur Unterstützung isracl. Schullehrlinge nnd Seminaristen. Wird Rekurs an das Kgl. Ministerium ergriffen werden? Aus Hessen. Die Deputation Behufs Unterstützung der Petition Oltensosers („Ucbcr die Stellung der iörael. Religionslehrer im Großherzogthum Heften,") bestehend aus den Herren Oltenfoser, Nathan aus Gernsheim (nicht Gottjchall, wie vordem beschlossen) und Klingenstein war in Darmstadt, und läßt sich ein Erfolg ihrer Bestrebungen mit Sicherheit erwarten. Aus Ungarn. (Die Juden und die ungarische Akademie. Forisctzung.) Daß aber die Juden Ungarns dre Frage der Zeit erfaßt und ihre Aufgabe begriffen haben, beweißt der Umstand, daß' in sämmtlichcn jüd. Schulen Ungarns magyarisch gelehrt und in jenen jüd. Schulen, wo die christl. Bevölkerung deutsch oder slavisch ist, dennoch ungarisch vorgetragen wird; in den jüd. Schulen der magyarischen Comitate hingegen ist die Unterrichtssprache einzig und allein die' magyarische. Aber auch die Predigt wird in vielen Synagogen Ungarns in der magyarischen Sprache gehalten und Herr Trcfort sollte doch wissen, daß ein Löw, Steinhardt, Zipscr rc. schon seit Iahten mit Wärme durch Wort und Schrift in Synagoge und Schule für die vaterländische Sprache eifern. . Da in der Hauptstadt des Landes lebend, können Herrn Trcfort die Bestrebungen des ungar. iSrael. Vereins nicht entgangen sein, und wenn er dcftenungcachtet ihrer nicht gedenkt, vielmehr alle magyarischen Juden dcS Deutschthums auklagt, so ist hierbei nur zu bedauern, daß diese Verläumdung in der Akademie gesprochen ward und nicht als Fcuilletonartikcl eines judcnfcindlich gesinnten BlatteS in die Welt ging. Herr Akademiker T. beschuldigt uns Juden im Magyarenlande ferner, daß während alle Juden dcS Auslandes liberal seien, die Ungarns konservativ sich benehmen. Der Jude wird verbrannt, das ist die Paiole auf diesem Gebiete; und wenn wir auch aus verschiedenen Motiven uns in dieser Frage mit Herrn T. nicht cinlaften wollen, möchten wir den liberalen Herrn T. doch erinnern, ob er denn schon vergessen, der Million KriegSstcuer, die die Juden im Jahre 1849' dem General Hochbau entrichteten, und ist ihm sicher nicht fremd geblichen, daß mit vielen Magyaren

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