Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 2 (8.1.1863)
- Date
- 1863-01-08
- Page
- Seite 7 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Auch die Mittel haben wir bereits in jenem Blatte anaedeutct. Jeder JSraelitc im Großherzogthum Hessen kann Mitglied de« Verein« werden. Außer dem etwa au« Schenkungen und Vermächtnissen.sich erbauenden Fondc zahlt jeder Bettretende mindestens einen Gulden jährlich. Die Angelegenheiten des Vereins ordnet ein selbstgewählteS Haupt- \?omit4 und einzelne Local-Comitö'S. Wir ersuchen diejenigen Herren, wclchenwirgegenwärtige Nummer unserer Zeitschrift besonders zu senden, sich mit uuü zur Förderung dieser bedeutsamen Angelegenheit zu vereinigen, und uns zu diesem Behufe gütigst anzudeutcn, ob wir ihren Namen als Mitglieder des provisorischen Comite'S unter den» demnächst zu erlassenden Aufruf zeichnen ürfen. Desgleichen bitten wir,die verehrl. Vorstände der größeren Gemeinden deS Landes, auS ihrer Mitte ebenfalls ein Mitglied für dies prov. Eomitv zu ernennen, und uns über diese Ernennung gefälligst Milthcilung zu machen. Die Mitglieder deS prov. Comitü'S übernehmen vordersamst nur die Verpflichtung zum Verbraten des z. Z. gu« erlassenden Aufrufs. — Um umgehende Zuschriften bittet hochachtungsvoll ac. Die Red d. iSr. Lehrer I. Ksingcnstcin in Odernhcim (Rhcinhcsfen. AuS der Pfalz. Eben kommt unS folgendes Schreiben zu: Neustadt, 11. Dez. 1862. An Herrn I. Lehmann, Jnstitutsvorftehcr dahier. Die Gründung eines Fonds zur Unterstützung isracl. Schuldienstpräparandcn und Schulscminaristen betreff. Auf die Eingabe mehrerer pfälzischen Israeliten vom 30. Juli l. I. bczcichncten Betreffs, hat die hohe Kgl Rcgicrnng der Pfalz mittelst Erlasses vom 30. v. M. (No. Exh. 3728) verfügt: „daß gegen die Beschaffung von Mitteln zur Untcr- „stützung isracl. Schullchrlinge und Schulseminaristen „im Wege der freiwilligen Beisteuer keine Er- „mnerung bestehe, daß jedoch die beantragt« zwangS „weife Beziehung der sämmtlichen iSraet. CultnS- „ gemeinden! zu Umlagcit fiir den fraglichen Zweck „im Hinblich auf die Bestimmungen der allerhöchsten „Verordnung v m 27. Jan 1834 (Kreisamtsblatt „S. 137) nicht zulässig erscheine." Das Unterzeichnete Bürgermeisteramt beehrt sich, zufolge erhaltenen Auftrages, Ihnen zur Verständigung der übrigen Bctheilizteu hiervon Mittheilung zu machen. Hochachtungsvollst das Bürgermeisteramt (tzcz.) C. F. Völker, Adj. Au« WcstpHalen, im Dez. (Zur Aufklärung und. Geuugthuuug, das Hecht' sche Lesebuch betreffend.) Zn Nr. 23 der Ztg. d. Judenthumö 186 l erschien, veranlaßt durch Herrn I. Löwenstein zu Rietbcrg, eine heftige Kritik gegen obengenanntes Lesebuch, welche unser sel. Freund derbe zurnckwicS. — Jndcß war Herr L. nicht nur in feinem Rechte, sein Einschreiten in dieser Angelegenheit muß um so mehr dankbar anerkannt werden, als er nicht Lehrer, sondern Geschäftsmann und ein Freund, besonders der jüd. Literatur ist. — Hier lag ein Jrrthum zu Grunde, und da auch wir gelegentlich in diesem Blatte einen Stein gegen die lügenhafte Kritik schlendertcn, so halten wir uns verpflichtet, zur Aufklärung eines so unangenehmen Räthsels beizutragen. Herrn Löwenstein wurde vor etwa 2 Jahren von einem Herrn aus M. geklaät, daß sein Sohn ein durchaus christliches Lesebuch von Drt Hecht gebrauche. Herr L. bezweifelte die«, und so schickte H. M. zürn Beweise das Buch. Zu seinem Erstaunen fand H. L. wirklich Seite 159 „Der Tphod, wahrscheinlich Rubin." „Roth, wie Blut bin ich, — mahn an Christum dich, — der einst in Schmer; und Noth, — auch für dich litt den Tod re Ferner Seite 178: „Winters Ankunft. Aber was bringst du uns Kindlcin? Was ich Euch bringe, das sollt Ihr wissen, herrliche Weihnacht mit Acpfeln und Nüssen." Hiervon machte Herr L. Mitthcilung in der Zeitung des ZuvcntyumS. In Nr. 45 desselben BlattcS erklärte der sel. Hecht die Angabe des H L. als eine freche und boshafte Lüge. Auch wir konnten nicht umhin dem Urtheile unseres verstorbenen Freundes beizustimmen, da wir besagte Bücher genau kannten. — Herr L. schickte das Buch an Herrn Dr. L Philippson mit der dringenden Bitte, dieser möge die Richtigkeit seiner Angabe constatiren, da er sich auS dem Buche davon überzeugen könne. H. Dr. L. Ph. ließ die Lüge aber nicht nur auf H. L. sitzen, sondern schickte nicht einmal das Buch zurück. Ob der Red. d. Ztg. d. I. im Drargc der Geschäfte die Lesebuch-Angelegenheit vergaß? odr ob er eS angemessen hielt, die Sache todt zu schweigen? Wir maßen uns weder das Recht einer Beschuldigung nock einer Entschuldigung hier an Jedenfalls wäre eine Erklärung billig und sowohl für beide Paithcicn, als auch im Interesse der Wahrheit und des Buches gewesen. Der leide« der Lehreri welt zu früh entrissene Verfasser würde sich bemüht haben, das Räthsel an der Sache zu lösen, uno .wir! sind gewiß, er hätte die wohlgemeinte Rüge des H. Löwenstcin dankend, anerkannt. — So weit zur Steuer der Wahrheit und zur wohlverdienten Genugthuung für Herrn I. Lötvenstein. Wir können uns das Räthsel nur in Folgendem erklären Außer der ziemlich neutralen Original^Ausgabe des Hästcrschen Les.buchcS, existirt noch eine für katholische, eine sür evangelische, und die von Hecht für isracl. Schulen. Wahrscheinlich hat eine Bogenverwechselung der Art stattgesunden^), daß bei Heftung der Exemplare in einzelne, für isracl. Schulen bestimmte Bücher Bozen genommen wurden, die für chrisil. Exemplare besttmmt waren.?1'2' '2 mx’ar Münster, im Oktober 1862. ‘ Treu. Spever, im Nov. In Nr. 22 des isracl. Lehrers i läßt ein Korrespondent, (eS beliebte ihm ein 8 vorzusetzen) i seine Stimme hören, um der hiesigen **) Gemeinde, hinstcht- | lich Ihres Betragens im GotteShause Moral zu predigen. ES machte dieser Artikel auf mich ungefähr den Eindruck, als wenn ein Blinder über Farbe urtheilte; denn, wenn fraglicher Corrcspondent selbst > die Synagoge besuchen würde, so könnte er unmöglich, ohne sich einer groben Lüge schuldig zu machen, unserer Gemeinde den Vorwurf Hinschleudern, als beobachte sie nicht die Ehrfurcht und den Anstand, der *) Aber hat iai katholische oder evangelische Lesebuch etwa« über EpHod? X. ••) (Sä ist jedoch, so viel wir verstanden, von vielen Gemeinden der Pfalz im Allgemeinen, aber nicht von Speyer die Rede. Di« Red.