Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 1 (1.1.1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 9)
- Language
- German
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3 desselben Gesetzes aufmerksam machen, der konsequent.durch die bürgerliche Gleichstellung wegfallen soll, weil letztere die iSrael. Gemeinden berechtigt, ihre Schule gleich denen der ch^istl. Konfessionen an« der Gemeindekasse zu unterhalten oder wenigsten« einen verhältnißmäßigen Beitrag aus derselben zu beziehen, in sa lange noch die christl. Volksschulen auch Confessio nSschulen und keine Communalschulen find. Die betreffenden Gemeinden — eS sind 14 an der Zahl, petilioniren deshalb am Erfolgreichsten gemeinschaftlich beim Großh. Ministerium und sollten dir» nicht verzögern. R. Bielefeld, im Dez. DieBeitritttSerklärun ge n zur U n t e r st ü tz u n g S k a f f e des Vereins iSrael. Elementarlchrer nehmen erwünschten Fortgang. .Auch haben wir die erfreuliche Thatfachc zu constatiren, daß bereit« in anderen Kreisen die Sache warme Anerkennung und wohlwollende Unterstützung findet. So hat »sor Kurzem der in weite« Kreisen rühmlichft bekannte Perlagsbuchhändler BLdeker in Essen, welcher die mit den Statuten versandten Begleitschreiben an die Lehrer und Gemeindevorstände in mehreren Hundert Exemplaren gedruckt, die Annahme jeglicher Vergütung dafür — zu Gunsten der Unterstützungökasse — abgelehnt. Dank und Ehre diesem Biedermanne! Gewiß werden auch die Gemeinde n nicht zurückbleiben. Mögen nun vor Allem dieLehrer selbst durch zahlreichen baldigen Beitritt beweisen, daß sie den Werth der Sache erkennen. Mögen sie nicht »ergesien, daß es gilt, die Grundsteine herbetzutragen zu einem Baue, der einst ihnen und ihren Angehörigen gegen des Lebens Ungemach schützendes Obdach bieten soll. Die Saat, die wir mühsam, doch mit Opfersreudigkcit streuen, sie wird einst unseren Nachkommen die labende Frucht gewähren und ihre Segen ist unser Lohn.' (Noch manche Pläne knüpfen sich an die energische Hebung des Vereins, die eine eingehende. Würdigung verdienen. Wir werden darauf zurückkommen. Red.) Allge«ei«eS. Amschau. Der römische „Osservatorc" gesteht unumwunden die von „Le monde" unbegreiflicher Weise abgeleugnete Thatsache der Judenvertreibnng auS der Diöccse Belletrie zu, und sucht diese Maßregel dcS CaroinalS Mattei zu rechtfertigen. — Dr. Adler, der Londoner Oberrabbiner, ist dem Beispiele der Geistlichen der christlichen Confessionen gefolgt, und hat an seine Gemeinde einen Aufruf erlassen, um sie zu möglichst reichlicher Unterstützung der nothleidenden Fabrikarbeiter in Lancashire anzuseuern. — Herr Schloßberzer in Pesth, gewesener Präses der ^iSrael. Gemeinde daselbst ist vom Kaiser in den österreichischen Adelstand erhoben worden. — Herr Leopold Goldschmidt in Mainz wurde zum Präsidenten der Handelskammer daselbst erwählt. Die Stiftung desielben von der übrigen« ein großer Theil zum Besten der iSrael. Lehrer Rheinhessens, ohne Unterschied zwischen Religion«-und Elementarlehrern bestimmt ist), wird nunmehr bald ins Leben treten. — Von „mehreren Freunden der Verbesserung iSrael. Zustände im Großherzogthum Hessen" ist ein Circular ergangen, welches eine Versammlung anbahnt zum Zwecke einer Petition an die hohe Kammer. Dieselbe soll vorzüglich die Gleichstellung beim Genuß der Alimente und dre Bewilligung eine« mit dem Gesammtaufwanoe für die Kirchen proportionalen ZnschusieS zu iSrael. Zwecke erbitten. Wir müssen den Erfolg dieses AuSschreibenS abwarten. — 120 der zu Creme der JSraelitengemeinde zu Mannheim zählende Männer haben heute dem Synagozenrathe eine Bittschrift überreicht, des Inhalts, man möge ohne längere Zögerung Herrn Dr. Stein aus Frankfurt zum Rabbiner berufen. (Dieser Ruf wird wohl ««gehört verhallen, auch wenn nicht voraussichtlich Gegendemonstrationen stattfindeu.) Die Anstalt de« Herrn Dr. Stein erfreu! sich bereits einer solchen Geltung, daß ein Aufgcben derselben zu Gunsten einer Rabbinatsstelle unwahrscheinlich ist. Am 1. Dez. hatte Dr. Stein außer einigen dreißig Zöglingen aus den ersten Häusern Franks, auch schon 7 Pensionärinnen. 15 der ersten Lehrkräfte Frfts. unterrichten, und zweifeln wir nicht, daß die Anstalt der erfreulichsten Entwicklung cntgegengeht, und die schönste Zukunft hat. In diesem Winter hält Dr. Stein Vorträge über die französische Revolution von 1780 mit steigendem Beifall, und vor sehr vielen Hörern). — Die Communalgemeinde zu Oppenheim am Rhein (Gr. Hessen) hat 1500 fl. zum Bau der Synagoge daselbst verwilligt, und der Gr Kreisrath hat diesen Beschluß sanctionirt. — Die kurhess. Ständevcrsammlung hat dä« Gesuch des praktischen Arztes Lilienthal, worin er aufführt, baß aus konfessionellen Gründen feine Bewerbungen um eine Phisikatsstellr bisher vergeblich gewesen, dem Ministerium de« Innern zur geeigneten Berücksichtigung zugehen lassen, well nach der Verfassung die ZSraeliten die gleichen Rechte wie die Christen haben. — Herr Artom, der Jsraelite, welchen Crvour bekanntlich so sehr hochschätztc, und der dessen vertrautester Rathgeber war, ist zum Cabinetöchcf im Ministerium der auSwärtigen Angelegenheiten Italien« ernannt wurden — Unter den Beschlüsien des schwedisch. Reichstags ist auch einer, betreffend da« Recht der mosaischen GlaubenSbckenner an den ReichStagSwahlen thcilzunehmen. Derselbe wurde vom Bürgerstande einstimmig angenommen, wie auch vom Adeluud Bauernstände, aber von dem Previgerstande verworfen. Zar 8aüKatsei er. Ein Vater, der sich seinem Ende nahe fühlte, gab sechs von seinen Söhnen sein gesammtes Vermögen und seinen Segen. Sie sollten ersteres bewirthschaften, und ihre« Lebens Unterhalt damit verdienen. Den siebenten aber, der schwachen Körpers aber stark im Herzen und im Geiste war, übergab er ihrer gemeinschaftlichen Fürsorge. Wisiet, sagte er. daß dieser mein geliebter Sohn, Euer Druver, da« Glück Eures Hauses sein wiro; er wird die Freuoe Eures Leben«, der Trost in trüben Tagen sein.