Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 1 (1.1.1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Der Gedanke an ihn wird Euch kräft gen in Eurem Berufe, er wird der Stern sein auf Eurem Lebenswege, zu dem Ibr aufblicket, wenn dunkle Gewitterwolken aufsteigen. Inmitten all der Wirrnisse, die mit Eurer Arbeit und Eurem Handel unzerttennlich verbunden sein werden,-wird der Gedanke an ihn Euch erheben, und Euch im Geiste und in der Erinnerung zurncksühren auch zu mir, Eurem Vater, Könntet ihr ibn je vergessen — denn er ist schwach, und kann nichr für sich selbst sorgen, dann würdet Ihr auch.meiner vergessen, und mein Segen wird Euch vcrlasien. Verlasset ihn darum nicht, wenn Euch lieb ist die Erinnerung an Euren Vater, der so viel für Euch chat, und — Euer eigenes Glück. " Lange Zeit erfüllten die Söhne getreulich die Wünsche ihres Vaters. Ter jüngste .—. der siebente, war die Freude ihres Lebens, das Licht ihrer Seelen, der Stolz ihres Hauses. Alles bracht.n sie in Bezug zu chm — er war der Friedensstifter und Mehr-r ihres Glückes. Aber die Räume deS Hanfes dehnten sich. Fremdes künstliches-Licht kam an die Stelle des ursprünglichen, und daS bescheidene des Bruders, daS mit dem Lichte zugleich Wärme gebracht hatte, war ihnen nicht mehr glänzend gering. Mctr und mehr ward er zurückgcdrängt, alle wollten -gleich fein, der Erste und Aeltcfte insbesondere wollte. jetzt die Rechte deS Jüngsten sich anmaßcn, die, wie er sagte, .dem Acllesten auch im RachbarShause geboten wurden: Und zuletzt vereinigten sie 'sich Alle sprechend: was soll uns der, der nur verzehrt, und : nichts arbeitet? — Und sie verstießen den Liebling ihres VaterS I aus ihrem Haufe, 'mißachtend sein heiliges Vermächtnis;, . sein Andenken. — Aber siehe da, die Freude und der Stolz! ihres Hauses, die geschwisterliche--Liebe uns die Innigkeit ihres Familienlebens war mit chm aus dem Hanse gewichen. . In kalter Eintönigkeit zog sich ihr. Leben dahin, wobt | äußerlich anscheinend heller, aber ohne innere Wärme; der; Segen des Vaters war aus -dem Hause gewichen mit seinem i Lieblinge. Ob die Brüder ihn zu.ückrusen.werden? —! - Tic sieben Brüder sind die' sieben Tage der Woche; j der jüngste — ist der- Sabbatzh; und.der Vater ist der Einzige und Höchsteder.den Sadbalh seinem Volke Israel gegeben als ein bcrrlichcs Kleinod, als nnvcräußerl chcn; Familenschatz. — (Nach Stein). j Aufruf an die israelitische» Lehrer im HerMthsm Nassau! Liebe Brüder, Freunde und Eollrgcn! Es wird Euch aus diesen Blästerrr bekannt geworden sein, wie in den verschiedenen Gegenden Deutschlands die Israel. Lehrer sich zusammcnschaarcn, zur gegenseitigen Verbrüderung und Unterjiützung, im Leben, und im Beruf, in Noth und Sorge. Auch wir bedürfen sicherlich dcö erbebenden Genusses, der in der Vereinigung gleichsircbcndcr Genossen liegt,-auch wir können der ccllegialischcn Müwsrtung nicht entbehren in fcVn schwierigen Lagen, in wrlcke Leben und Beruf uns bringen; auch wir können die Vcrbcsiciung unserer Stelling ar bahnen, wenn »r. uns vereist-gen, denn „Einigkeit macht stark." Auch wir bedürfen, der Unterstützung in Krankheitsfällen, in den Jahren unverschuldeter Dienstunsähigkeit! Auch unsere Frauen und Kinder harren als Wittweu und Waisen noch des Trösters und Annehmers! Nur allein der Vater der Bedrängten, der Wittwrn und Waisen, kennt die Thräuen. die von den Unsrigen wohl in solchen Lagen mögen vergossen worden sein! Auf denn, liebe Brüder, Freunde und Kollegen! Laßt auch uns in Nassau den Brüdern in anderen Ländern folgen, und schaaret cnch zusammen zu einem Bunde zu Schutz und Schiim, zum Trost und zur Beruhigung für uns und unsere 2 heueren. Wir sind überzeugt, unsere humane väterliche Regierung, die all denjenigen wodl will, welche der religiösen Erznhunz ihrer Staatsangehörigen ihr Leben weihen, unsere Gemeinden und RcligionSbramten werden unser Unternehmen gewiß kräftig unterstützen, und der Hüter Israel, der nicht schläft und nicht schlummert wiro sich unsrer annchmen, daß sich an unserem Werke erfreuen die spätesten Geschlechter. Tie Redaktion dieser Zeitschrift wird gewiß bereit sein, daö Organ dieser Vcreinigung zu bilden, alle betreffender! Veröffentlichungen bringen*), und unser Unternehmen unterstützen. Alle diejenigen Lebrer, welche an einer Vereinigung der isracl Lehrer Nassaus, insbesondere zur Gründung einer UnterstützungS kaffe für dienstunfähige Lehrer, deren Wittwcn und Waisen Theil nehmen wollen, wollen sich baldigst im protofrcien Briefen an cincn her Unterzeichneten wenden. Sobald eine genügende Anzahl sich gcmeldct haben wird, werden wir dies durch diese Blätter bekannt machen lasscn, und einen Tag zur Versammlung und Entwcrfnng der Statuten rc bestimmen. Eltville, am 15. Dezember 1862J E. Lcvi, Lehrer zu Eltville. S. Fricdberg. . Lehrer zu Nastätten. S. Friedberg, Lehrer zu _> Ruppertshofen. L«hrervaconzerrlistt. ’ jEinmalige Ausnahme 18 Kr. — 5 Sgr. ‘ An der hiesigen ißracUti)ctcu Schule ist eine mit gutem ZahrcSg.halte verbundene Leb rer st eile offen. Bewerber um dieselbe, welche ihre Lehrbefähigung im Hebräischen und Deutschen Nachweisen lönncn, wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse in franlirten Zuschriften wenden an A. JFvtfsKerincr, Vorstand der israelitischen. Schülc _ in München. Erledigt in: Die Religionslehrer- und Vordeterstellc zu Nicdcr-Olm bei Mainz. Gehalt ‘*00 st., nebst freier Wobnnng, Hrrzuna und Nebenverdiensten.__ Fortsetzung und Schluß des PiotvkollS der Pfalz. Lehrcrversammlung i. n. Bl. — Wir hoffen, im Stande ru sein, nächsthin als Gratisbeilagen eine .Prpulärr jüd. Geschichte in LrbenSbildrrn, sowie verschiedene intcreffante jüd. Erzählungen au», bewährten Federn zu bieten. Das Houptblait wird außer anderen werthvollen päd. Abhandlungen eine scrtlaufende Arbeit »über hebr. Unterricht* von einer seit lange anerkannte» Autorität auf diesem Gebiete (Dr. P. G.) bringen. Brranlwrrliichcr Rlkatlrur: 6rn r: I. Llingcr »ein in Ldernhcim in Rheinhcffen; Seltpvrrlag der Redaktion. Für den Buchbandet: in rmiifrcn bei E. L. Iritzsche in Leipzig. — Druck von I. GottSlebe.» in Mainz.