Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 24 (15.12.1862)
- Date
- 1862-12-15
- Page
- Seite 186 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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186 Corresposdenz. AllS Sflben *). Als s. Z. has von der Regierung vor-! gelegte EmancipationSzesetz von beiden Kammern mit einigen! Abänderungen angcnouimcn war, wurden von geeigneter | Seite die iSrael. Geckwindcn auf die Errichtung eines diesen ' Sieg der Humanität'und des Rechts zu verewigenden Dcnkj mals aufmcrkam gemacht und die Zweckmäßigkeit des Zu-! sirmmenwirkens der Gesammtheit als wünschenswcrth hervvrj gehoben. — Nachdem nun das Regierungsblatt vom 15. i ©lieber das Gesetz der bürgerlichen Gleichstellung der Israeliten gebracht, fand am 29. eine Versammlung vo r Vertretern der israel. Gemeinden, des Landes behufs Berathung über diesen Betreff zu Karlsruhe statt und das Resultat "derselben war: eine Sammlung zu veranstalten und aus deren Ergebuiß eine Stiftung zur Unterstützung hilfsbedürftiger Lehrer aller Bekenntnisse zu errichten. Die Stistuugsurkunde soll von einer- Abordnung Sr. K. Hoheit! unserem Größherzog überreicht -und Hechdrrselbe um Ueber-; nähme des Protektorats der Stiftung ersucht werden. — ’ So viel uns bekannt, ging dieser Antrag von Mannheim aus; wie denn auch diese Gemeinde immer dem Lehrerstande sich wohlwollend zeigt und manchen größeren und kleineren Gemeinden ein nachahmungswerthrs Beispiel gibt. — Zugleich haben bei dies.r Versammlung Dorstänve von 52 Gemeinden an ocn Gioßh, Obcrrath die B.tte gestellt, um Vorlage eines Entwurfs einer neuen Synagogenversasiung. Eö ist nicht zu. bezweifeln, daß ,Seitens der betr. hohen Behörde diesem Gesuche willfahrt werde^. Ein solcher Entwurf würde alsdann einer zu berufenden Schnöde vorgelegt werden. Ta wäre es Nun nicht allein im-Interesse der Schule und hcS Kultus, sondern auch im Interesse der Lehrer, wenn auch solche als Miigliedcr der Synode gewählt würden. Möchten unsere Collcgen zeitig, hierzu Schritte thun und bei ihren Gea einden allen Einfluß dazu geltend! machen. In freien Lehrer - Konferenzen könnte jetzt schon | diese Angelegenheit besprochen werden. j — Der Herr Korrespondent in Nr. 19 d. Bl., der in; seiner Rathsertheilung die badischen Lehrer verdächtigt, als habe ihr Stand hcrumziehende Landstreicher, möge mit seiner | Signalisirung derselben uns bald bekannt machen. Wir : find begierig, solche Kollegen kennen zulernen. Uns ist wohl nur eine solche Persönlichkeit bekannt, die aber seit 1 Jahren nicht mehr zu den badischen'Lehrern zählt, indem dieselbe von betreff. Schulbehörde aus der Lehrerliste ge-! strrchcn wurde. — - > •j Obwohl wir schon theilweise aus öffentlichen Blättern Obiges; mitgetheüt baten, bringen wir bei dem großen Interesse, das die Sach« j hat, auch noch diele Original-Eorrespondeuz. Red. — Unsere israel. öffentlichen Schulen werden nun von der gemeinschaftlichen Schulbehörde (©berschulrath) besetzt und brachte vor Kurzem das Anzeigeblatt eine solche Auskündigung , die w,i e d e r h o l t zur Besetzung ausgeschrieben ist; denn zu solchen Stellen mit 200 fl. fixem Gehalt und ca. 8 — 9 fl. Schulgeld per Jahr, finden sich wenige Bewerber. Sie sind eigentlich auch keine Hauptlchrer-, sondern eher Hauptbettelstellcn. — Endlich muffen wir in diesen Blättern nock rcglstriren, daß im Spätsommer d. I. der Lehrer Moses Hfillc in Gailingen die silberne Verdienstmedaille von Sr. K. Hoheit dem Großherzog in Anerkennung seiner 50jährigen treuen Dienstsührung erhielt. H. ' R. Württemberg. Durch König!. Dekret ist der Vankicr Eliaö Pflaum in Stuttgart zum ©berkirchenvorstcher und Mitqliede der K. ©berkirchenbchörde ernannt worden; in demselben werden die Lehrer einen Freund in der ©berkirchenbchörde gewonnen haben, denn derselbe war von jeher ein Frrund und Gönner der Schulen und der Lehrer. — Der Rechenschaftsbericht des iörack: WaiscnvereinS, der „Wilhelmspflege" in Eßlingen, gibt wirder erfreuliche Thatsachen kund. -30 Zöglinge sind in der Anstalt nntcrgcbracht und gedeihen unter Gottes Beistand an Körper und Geist unter der Leitung des Waisenvatcrs, zugleich Lehrer am Seminar, Lieb manu. Mit der Anstalt ist auch eine Fortbildungsschule für confirmirte Mädchen verbunden . Das Vermögen der Anstalt betrug im vorigen Jahre 43,772 fl.; in diesem 45,385 und hat also um 1612 fl-, hier zugcnommcn. Die israel. Seminaristen haben gegen eine billige Vergütung Kost im Waiscnhause. Alls der Pfalz. (Unlieb verspätet.) Es ist aus diesen Blättern bekannt, welche sonderbare und abnorme Einrichtung in der Pfalz, hinsichtlich der Wahl (!) der Synagogen- AuSschüsse besteht. Nach der Verkündigung der betreffenden Allerhöchsten Verordnung (1854) ernannten die Landcommiffariate oder, wie sic jetzt heißen, die Bezirksämter in jeder israel. Gemeinde 10 Männer, welche die drei Ausschußmitgliedcr wählten unö diese ergänzen nun fort und fort sich selbst ohne alle und jede Mitwirkung der Gemeinden. Dies die Einrichtung, welche hochgestellte Beamte selbst als eine „Zwangsjacke" bezeichnen, und gegen welche sich die ersten Schritte des Comitö'S in einer Eingabe bei Allerhöchster Stelle richteten. Folgendes ist der Bescheid, der demselben ward: „Zufolge höchster Entschließung des K. StaatSministeriums des Innern für Kirchen- und Schulangclcgenheiten vom 2. Oktober wird den K. Bezirksämter des Kreises hiermit eröffnet, daß auf die von Seiten mehrerer israel.