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Der israelitische Lehrer · 1862-12-15 · 24 (15.12.1862) · p. Seite 182

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
24 (15.12.1862)
Date
1862-12-15
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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182 '//- Darum wenden wir uns vor allem an die Lehrer! W»r erwarten, daß die Gleichgültigen unter ihnen angefcnert, die Zweifelnden ermuntert, die uns bisher feindselig gegenüberstehenden, wenn nicht unsere Freunde, so dhch die Freunde der Sache werden, die wir fördern. Wir Soffen, wie wir schon im vorigen Jahre sagten: die Lehrer erc-eu das einzige -ihnen gewidmete Organ nicht zu Grunde chen laffen. Eine Gesellschaft, ein Stand, der eutzutage sein Or^au aufgirbt, hat sich selbst ufgegeben, wird mit 'Recht von allen Ständen als icht lcbens- und fortbildungsfähig erachtet werden. — Die Lehrer werden sich nicht selbst mundtodl nra ch e n. — Sie werden erkennen, daß nur dort warmes Mitgefühl und richtige. Erkcnntn'iß unserer Zustände und Bedürfnisse zu erwarten ist,- wo gleiche Stellung das Herz flr die gemeinsame Sache erwärmt! — Wir wenden uns dann aber auch an die Rabbiner! Sie erkennen mit uns, daß gute Schulen uird tüchtige Lehrer eine der. ersten, wo nicht das erste uuv wichtigste Moment sind im Leben des Juoenthums, und daß begeisterte Wirksamkeit für diese, bei Allenwelchen cs Ernst ist um Erhaltung und Fortbildung des Jurcnthums nicht -erkalten darf. Sie sind die berufenen Lehrer der Erwachsenen, sind die vorzüglichsten Leiter und Wächter des jüdischreligiösen Lebens in allen seinen Aeußerungen. Ihre Wirksamkeit muß sich gründen und aufbaucn auf tüchtiger Lehrcrwirksamkeit, muß mit derselben nach gleichem Ziele streben, wenn sie für die Gegenwart Werth, für die Zukunft Bestand haben soll. > Wollen Siedie Hebung peS LcdrerstandeS unterstützen, so helfen Sie unterstützen Hessen Organ, das für die Gesammkhcit jene Anregungen {gibt die zum Heile führen. — Erlauben Sic Nils^gegenüber aber noch eine weitere besondere Bemerkung. — Wir jdürsen uns nicht verhehlen^ daß die bisher einseitige Beherrschung fast der gesammtcn jüdischen Literatur, insbesondere aber der Tagespreise ein Aneinanderschließen aller derjenigen nöthig macht, die eine freie jüdische Prcffe für Berdürfniß halten; und glauben wir, häß/argen ein von Leh- Irern, also mehr aus der Mitte' des Volkes hcrvorgcgangencs Organ als das geeignetste, am wenigsten Mißtrauen begegnende erkannt werden, wird.' Ein solches wird auch den Rabbincn gerecht werden Und so dürfen wir Ihnen rie Unterstützung unseres Blattes aufs Wärmste ans Herz legen, insbesondere Sie bitten, es den Lehrer in ihren Sprengcln freundlich empfehlen zu wollen. Wir wenden uns ferner , an alle für da» Judrnthum Interesse fühlende gebildete Israeliten. Wir werden unser Blatt so einzurichten suchen, daß eS auch Ihnen manche freundliche Gabe bietet. Und wenn Ihnen die zwei ersten Seiten desselben fernerhin als insbesondere den Lehrern und 'fpeciell der Pädagogik gewidmet— da wir doch unserer Tendenz treu bleiben müffen — etwas langweilig Vorkommen, so wenden Sie getrost um; und wir «erden es so einzurichtcn suchen, daß der weitere Theil-.dcS Blattes Sie lebhaft anspricht, indem er Ihnen mit kurzen Worten das sagt^was es Neues gibt in Israel, und Ihnen ferner, eine der herrlichen Gaben bietet, welche die Verbindung der Religion mit dem Leben darstcllen, — Agada's, jüdische Erzählungen, interessante. Züge aus dem Leben unserer großen Männer, einetreffenee jüdische Anekdote — ein gutes Wörtchicn, — und wird Sie das, wenn nicht das Interesse für die Erscheinungen in Schule und Leben eS schon thun sollte, Sie gewiß entschädigen für das kleine Opfer, daS Sic bringen. Vcrgeffen Sie dabei vor allem nicht, daß unser größtes Kleinod, das Wohl unserer Kinder von urs ernste Maßregeln verlangt; daß wir alle zusammen wirken müssen, um ihnen jüdischen Religionsunterricht zu bieten, damit uns unberufene Seclcnjäger nicht im Innersten unseres Herzens verwunden, wenn Sie das Allen innewohnende religiöse Gifühl zur Verführung mißbrauchen, unsere Kinder zum Abfall von der Religion der Väter verleiten. Wir wenden unS schließlich an alle israelitische Gene inden und religiöse Genoffenschaften, Chebras, Lesevercine, wiffenschaftliche Anstalten und gesellige Kreise, und bitten Sie, durch Anschaffung uns. durch Auflegen unseres Blattes die Sache der jüdischen Schule, der Kultur dcö Jndcnthums fördern zu helfen. - U'T nrym Möge das Dichten unseres Herzens, das WeLk unserer Hände, und daS Wort unseres Mundes Gunst und Gnade finden in den Augen Gottes und der Menschen. Die Redaktion. Protokoll 1 der 3. Konferenz iSracl. Plälzer Lehrer, abgebalten zu Neustadt a. d. Haardt am 13. Oktober 1862 (Fortsetzung.) Salomo» von Rülzheim: Unter den Gegenständen, die für die israel. Schule als nothwendig bezeichnet werden, findet sich der aottesdienstliche Gesang; ich halte diesen in berechnte für unnötbig und kann au» der Erfahrung sagm, daß selbst viele Gemeinden dagegen sind. Hecht von Haßloch: Sehr viele Gemeinden wünschen aber den Chorzesang. Jnqcnbeim z. B. wird, wie man hört, 60 fl. für «inen Chorführer aussetzen. Ueberall wird der Chorgesang gerne gehört und selbst die Orthodoxen finden Wohlgefallen daran; der Lehrer ist verpflichtet, demn

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