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Der israelitische Lehrer · 1862-12-01 · 23 (1.12.1862) · p. Seite 176

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
23 (1.12.1862)
Date
1862-12-01
Page
Seite 176 (sequence 4)
Language
German
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176 und Lehrer Bärmaim aus Mutterftadt szum Schriftführer gewählt, die mit einigen Worten des Dankes annehmen. Lehmann: Jchjhabe der Versammlung vorerst von zwei ■ für dieselbe eingclaufene Schreiben Kenntniß zu geben. Freund Sulzbacher, von Kirchheimbolanden entschuldigt sein Nichterscheinen wegen eines Leichenbegängnisses, dem er anzüwihnen habe und Herr K. Klein von Bergzabern richtet zwei.Wünsche oder Anträge an die Versammlung: t) irr hält, dafür, daß beim Religionsunterrichte zu wenig auf Gcst'hl- und Gemüth eingrwirkt wer.de uyd wünscht eine Sammlung von Parabeln oder die Einrichtung des „Religionsbuchcs" derart, „daß jede ReligionSlchre mit einer Geschichte verbunden-wäre;" 2) fordert er zur Subscription auf seine „Steno-Arithmetik" aus durch Bezahlung von 48 kr. bei Herrn Lehmann, denen später bei Ablieferung des Buches noch 42 kr/ bcizufügeu wären. — Indem ich mich zur Annahme dieser Subscription gerne bereit erkläre, wird die Versammlung Wohl bannt einverstanden sein, daß wir den ersten Antrag bei Berathnng über die einzuführenden Schulbücher mit in Betracht ziehen. (Einverstanden!) Und nun, mein» Herren, kennen Sic durch den „israelit. Lehrer" die heutige Tagesordnung, Ich gebe vorerst das Wort darüber, ob Sic derselben etwas beizufügcn oder davost etwas wcglassen und welchen Gegenstand Sie vorerst behandeln wollen. Walz von Kaiserslautern: Bon der Wichtigkeit der zur Berathung vorgeschlagencn Gegenstände völlig überzeugt, glaube ich doch, daß wir die Fragen der Zeit, die sogen, brennenden Fragen vorzugsweise in das Bereich unserer Besprechung ziehen müssen und zu einer brennenden Frage der Pfälzer Schulen aller Eonfcssionen zählen Sie mit mir gewiß die über das neu einznführcnde Schullesebu ch. Die Erwägung dieser Frage ist von ganz besonderer Wichtigkeit für viele unserer Schulen' und ich beantrage, sic Huf die heutige Tagesordnung zu setzen.! Die Versammlung spricht sich, .einstimmig in diesem Sinstc aus. - — Der Vorsitzende: Ich eröffne.nun die Discussion über die erste Frageder Tagesordnung: Was soll Gegrustcwd bes israel. Religiousmlterrichtes sein? Bärmann aus Wutterstadt.. Es ist nöthiz und wünschenswerth, daß wir uns über alle dahin gehörigen Gegenstände verständigen-, Mach meiner Ansicht wären cs folgende': 1) Hebräisch Lesen;-2) s. g. Jüdisch-deutsch Lesen; 3) Uebcrsetzen der Gebete; 4) Ucbersetzen des Pentateuchs; 5) Hebräische Sprachlehre; 6) Katechismus; 7) Biblische Geschickte; 8) Hebr. Schreiben und 9) Gottesdienstlicher Gesang. Cohn aus Deidesheim: Ich finde das s. g. jüdisckdeulsch Lesen nicht nothwendig, es steht auch bisher niigendS auf dem Schulplan. Wir müssen uns durchaus auf da- Allernythwendigste beschränken. Sehen Sie sich nur alle diese Gegenstände näher an und Sie werden sich mit mir fragen: Woher nehmen wir die Zeit dazu? Wir wisien es Alle und dürfen es nicht vergesten, daß auch für unsere Schulen, selbst in den Augen der Eltern und für die Schüler, die allgemeinen Elementar-Gegenstä ide dcnHauptunterrichtsgegenstand bilden müssen und in keiner Weise beeinträchtigt werden dürfen. Salomon aus Rülzheim: Der Gegenstand, den der Vorredner erwähnt, nimmt außerordenlich wenig Zeit in Anspruch; Sie haben gewiß mit mir die Erfahiung genncht, daß die Kinder diese Schrift fast ganz von s lbst lernen. Und sic ist auch sehr nothwendig, namentlich für die Gebetbücher, welche in den Uebersetzungen fast immer diese Schrift anwenden. Aber vollkommen einverstanden bin ich damit, daß endlich genau bestimmt und ststg.stellt werde, was eigen.lich Gegenstand des N.ligionöunterrichtS ist und nicht, damit die Willkür hierin aufhörc. Ist es dock vorgekommcn, daß in der Rcligionsprüfung gefragt wurde, wie oft man im Schinöna esreh an die üruift klopfen und wie oft sich bücken müsse! Strauß von Obermoschel: Allerdings müssen wir uns und noch mehr die Schüler vor jeder Ucberladung hüten, da wir des Allernothwenvigstcn schon soviel haben. Dennoch fehlt in der Aufzählung der Gegenstände Eurer, der in der isracl. Schule oft nothwendig gebraucht wird, und daher noch ausgenommen werden sollte: ich meine den Unterricht in der hebräischen Qurdratschrift. Elsässer von Edenkoben: Ganz derselben Meinung bin ich auch; ja, ich halte die Quaeratjchrifl für nothwendiger und wichtiger, als die s. g. jüdisch-deutsche, d. b. die Cursivschrist. Tic Quadratschrist ist eine angenehme tlnd nützliche Beschäftigung für die Jugend (nach der Lehre der Er;ahrung auch sehr leicht und dem Lehrer sehr wenig Z>it raubend), für die schon Büdin gcr sich ausgesprachen hat. Grünewald von Eocsheim: >.'üten wir uns noch mehr Gegenstände als die bereits genannten aufzunehmen; werden diese schon unsere ganze Kraft und Thätigkeit in Anspruch nehmen. Ich finde die Fertigkeit in der Onadratschrift recht schön., und habe auch gar nichts dagegen, daß sie da gelehrt werde, wo Zeit und Liebe unv G jch ck dazu vorhanden ist, aber ich bin dagegen, daß wir sie für obligatorisch erNären. Frank aus Landau: Bedenken Sie, daß unsere iör. Schulen sämmtlich dreiklassige sind; da ist es durchaus nothwendig uns zu concentriren, die Gegenständ: nach Zahl und Stoff möglichst zu beschränken. Thcilen wir sie in nott wendige und wünschenswerthe und überbürden wir vor Allem unsere Schüler nicht.

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