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Der israelitische Lehrer · 1862-12-01 · 23 (1.12.1862) · p. Seite 175

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
23 (1.12.1862)
Date
1862-12-01
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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175 die Sache des israelitischen Lehrcrstardcs offen und ungescheut gegen Zedermann, so vertretey Sie überall unsere gemciusame Sache, daß das, worauf wir hauptsächlich die Hoffnung unserer Zukunft bauen, ni<!bt elendiglich verkümmere und untergehe. *) Vertreten Sic unsere Sacbc; sie ist zugleich die Sache des Rechts, der Liebe, der Humanität und des Fortschritts. -- Wir hätten noch so Manches zu sagen über den „Charakter" des Lehrers, über sein Vcrhältniß zur Gemeinde, über seine Liebe zum Jutenthum! doch wir brccbcn ab! Es wiro uns vielleicht ein-andermal die Gelegenheit geboten werden, unsere Selbstschau in anderer Weise fortzusctzcn. Es gibt Bücher und Aufsätze, in welchen „zwischen den Zeilen" so Manches enthalten ist, was sich der Schreiber deutlich anSzusprechrn scheut. Unsere Sclbstschau ist ein solches Schriftwerk! Wohl uus und unserem Streben, wenn sie ihre Aufgabe erreicht hat; wenn die Gemeinden auf, das aufmerksam geworden, waü ihnen üoth thut; wen» die Rabbincn in rechter Erfassung ihres Berufes sich mit den Lehrern zu gleichen! Ziele vereinigen; wenn die Lehrer in dem Streben nach dem Höchsten nicht ermüden, und dies Streben durch Zusammcnschaarcn, durch Vereinigung Aller unterstütze». „Alles für und durch die Schules In der Schule habt Ihr die Zukunft." I. Klingcnstein. Odernheim, zwischen den heil. Herbfestcn Protokoll der 3. Conferrnz iSrael. Plälzer Lehrer, abgehaltm zu Neustadt a. d. Haardt am 13. Oftober 186 2. Fünfundzwanzig Pfälzische Lehrer wohnten dieser Versammlung an, während die 2. Confercnz von 40 besucht war. Offenbar hatte das plötzlich cingetrctene Regcnwetter Manchen an denr Besuchs gehindert; Mehercre waren verhindert und hatten ihr Nichterscheinen! entschuldigt. Als liebe Gäste waren erschienen und von 1 der Versammlung frcundlichst willkommen geheißen, die Herren BczirkSrabbincr Mer» ausDürkheim, Rabbinats Candidat Selig mann auS Landau, Lehrer Klingenstein aus Odernheim, Lehrer Braun aus Weissenburg (Elsaß.) Instituts-Vorsteher Lehmann eröffnet um halb 10 Uhr die Versammlung mit folgender Ansprache: Zum dritten Male wird mir das Vergnügen zu Thcil, Ihnen, verehrte Herren und Freunde, an diesem Orte ein •) Man sehe über Las Bedürfniß des Lehrerstandes, sich specielle Organe zu schaffen, Isbesondere dl« Schriften DIcsterwegs, Jahrbuch 1852 (Vorwort) und 1857; seinen Wegweiser «. A. m. herzliches Willkommen zuzurufen. Mit inniger Freude sehe ich Sic heute abermals in zahlreichem Vereine hier versammelt, und dies Bereitwilligkeit, mit welcher Sie dem Aufrufe Ihres Ausschusses entsprochen' haben legt wiederholt ein rühmliches Zeuguiß ab von dem guten Geiste, der in dem iöracl. Lchrcrstande der Pfalz herrscht, von seiner Begeisterung für den hohen und schönen Beruf, dem wir uns gewidmet Und daß cs, sich um Hohes und Wichtiges in diesen Versammlungen handelt — ich meine, davon haben die beiden vorhergcgaugcncn Confcrenzen schon rühm» lichcS Zcugniß abgelegt und will's Gott, so werden wir dies auck durch unsere ferneren Bcrathungen und Beschlüsse erweisen. Mick dünkt auch, liebe Freunde, man dürfe bei solchen Versammlungen nicht gleich allzu ängstlich nach den greifbaren Resultaten fragen. Ist ja die Wahrheit,, die Wissenschaft keine Münze, die man auf das Brett hinzählen und in der Tasche mit nach Hause tragen kann! Die Wahrheit, die Wissenschaft ist der schönen Rahel gleich, um welche ein treuer Jatob noch mehr denn sieben Jahre werben und dienen muß! Aber nimmer hat cS unseren Versammlungen an geistiger Anregung gefehlt und immer ging aus dem oft heißen Kampfe rin geistiger Gewinn für Alle hervor. Und fast gleich hoch mit diesem Gizvinn schlage ich, ^bcit Werth solcher Zusammenkünfte nach einer andern Seite hin an. Wie innig sind die Bande der Verwandschaft und > der Familienliebc! Wie wurden sie zu allen Zeiten in Israel hoch und heilig' gehalten! Zunächst diesen Banden aber setze ich, meine Freunde, unbedingt die Gefühle, welche Männer vereinen, die einem gleichen Lebenszwecke dienen, die durch gleiche Bestrebungen verbunden, für gleiche Hoffnungen und Wünsche, für gleiche Leiden und Freuden gleich empfänglich sind. Ein Zusämmcnstchen solcher Männer, so ephemer cs sein mag, ist hoch anzuschlagen für Geist und Gemüth — und für das ganze, lange Winkel? Semester kann ein heiter, gcmüthlich und geistig anregend, im Kreise der Collcgcn heute verlebter Tag erhebend nachwirkcn. . So ist cS denn ein doppelter Wunsch, mit dem ich diese Versammlung ' eröffne: Mögen Sie, meine Freunde, Berathungen pflegen, die für das Wohl der Schrtle und des Lehrers —, beide sind unzertrennlich — ersprießlich sich erweisen — und möge der heutige Tag für uns Alle ein heiter und genußreich verlebter sein, der unseren freundsckastlichen Anschluß fördern und von dem wir geistigen ustd gemüthlichen Gewing mit hinauStragcn in unsere Schulen und Familien! ' : Durch Acclamation werden Lehmann zum Vorsitzenden

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