Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 22 (15.11.1862)
- Date
- 1862-11-15
- Page
- Seite 170 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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170 zu Mterode fiel, der ftc aber — weil von der Reise zu sehr angegriffen — ablehnte, und den erwähnten Gutkind rnit der Begründung }<pr->r irr?- i.tx «rpjxi als Leiter vorschlug, auf welchen Vorschlag man auch ohne Weitere- ^einging. Nach Uebernahme dieses Amtes trug Gutkind min vor: daß wir israel. -Lehrer jetzt, da unsere christl..Kollegen in Kurchessen um Gehaltsaufbesserung aus der Staatskasse petitioniren, ebenfalls uns regen muffen, um Gleiches zu erlangen.-Diranch wir, gleich jenen, öffentliche Lehrer seien, als solche von derselben hohen Behörde unsere Anstellung erhalten, unsere Schulen von denselben Inspektoren revidirt werden, überhaupt mit jenen gleiche Pflichten haben, so dürfen wir auch gleiche Rechte beanspruchen. — Westheim widerlegte die Meinung, daß wir als öffentl. Dolksschüllehrer gelten, mit der Begründung aus den in den Zähren 1*49 und 1850 in Folge einer in gleicher Weise von ihm damals veranstalteten Petition ftattgefundenen.Landtagsverhandlungcn, nach welchen die israel. (öffentl.) Schlilejt lediglich als Privatschule-n i und nur in soweit als. öffentl. Schulen betrachtet wer-! den, als die Zsraeliteutinder..durch den Besuch derselben von dem Gesetze: die chrrsil. Schulen ihres Wohnorts be-! suchen zu müffen, dispensirt sind; weßdald er (Westheim) ■ vvrschlug, eine Bittschrift an Kurfürst!. Borsteheramt der! Israeliten in jeder Provinz zu richten; daß dasselbe bei! den betreffenden hohen Lantesdehörden dahin wirken möge, i daß die israel. Schulen und ihre Lehrer m jeder Beziehung s den Eharakter der wirklichen öffentlichen Schulen und Volksschullehrer mit ihren Rechten erhalten. — i Dieser Vorschlag wurde angenommen' und Westheim mit der AuSarbeitrrng dieser Petition betraut. — Sodann wurde, beschlossen, daß die Bittschrift zum Zwecke der Unterschrift j nicht an die einzelnen Lehrer eireuliren solle. Es soll j vielmehr eine Conleren; hierzu in jedem einzelnen Kreise abgehalten werden, die eiu Kreisazent an dis Lehrer seines Kreises ausschreiben soll,' weßhalb sofort zur Wahl der | iFrciä ageilten geschritten, und hieraus der Vorsitzende — j GuMnd — als Hauptagent bestimmt wurde. j Zur schriftlichen Besprechung dieser unserer Angelegeni heit empfahl Westheim die allwöchentlich erscheinende „K u rhesfische Schülzeitung" als öffentliches Organ, und als Spr.chsaal für' die inneren Angelegenheiten unserer Schulen den „israelitischen Lehrer." Die Sitzung, die in bester Ordnung vor sich ging,! war nun geschlossen, und da sie in einer Gartenrestaura- ' tivn („Zum bunten Bock") außer der Cladt abgehalten, begab man sich in eine-Gartenlaube, wo man bei einem s Glase gutm Biers in evllegialischer Traulichkeit recht verj 1. gnügt war. Diese Heiterkeit steigerte sich noch, als Westheim eine allgemeine „Bruderschaft" der Lehrcr^Heffens proponirte, auf welchen Vorschlag freudig einzegangeii wurde, die Lehrer sich einander die „Bruderhand" reichten und die Biergläser kreisen ließen.. So war dieser Tag eiu recht froher für die israel. Ledrer Kurheffens; möge er ihnen nun auch ein recht glücklicker sein, daß sie den Zweck erreichen, bald erreichen, zu welchem sie diese Eonferenz^abgehalten haben! Alls Heffeu im November. Sie haben in Nr. 19 eine Notiz aus WormS gebracht, wonach der allgemein geschätzte Herr M Eoinger bei der Wahl des Landtagsdepuii cten 10, sein Gegner 13 Stimmen erhalten hat. Erlauben Sie mir Zhnen einige Data'ü zu geben, deren Glaübw irdigkeit ich verbürge. — Wissen Sie, wem Herr Edinger sein Unterli egen zu verdanken hat? Sie glauben doch wohl den Pfajfen und Römlingen, denen die Wahl eines Juden ein Dorn im Auge war? Oder vielleicht zumeist den Anhängern der Regierung, die den Demokraten nicht leiden mögen, jrocr den Gegnern des preußisch-französischen Handelsvertrags, die den Freihändler und berühmten- VolkSwirthschaftsmann und Ranonalvereinsler in ihm haßten?. Oder mindestens den orthodoxen Juden, die dem Fortschrittsmann auf religiösem Gebiete, dem freisinnigen Vorstände der ReligionSgcmeinde eine Rase drehen wollten?! Fehlgeschosseu, nichts von alledem! Seine eigenen Gesinnungsgenossen nutet den Juden, seine vertrauten Freunde unter diesen haben seiner Wahl entgegengewirkt; Gründe? gar kerne! Schauerlich, aber wahr! p«' -po T-^-1 l’Q'no. — Es ist allbekannt, daß der jetzt in Mannheim wohnende bekannte F. E., der im Jahre 1848 und später eine so Hervorragende Rolle daher spielte, der Demokrat „vom relnsten Wasser," der supejffreisinnige Jude ertra nach Worms gekommen, um bei seinen Freunden und Anhängern gegen den zu wirken, dessen angedlicher Gesinnungsgenosse er sein will, der von seiner Partei ansgestellt worden! Nach Grünten befragt, hat er geantwortet: Pach mir soll kein Jude mehr etwas in WormS werden! Buchstäblich wahr! Was sagen Sie dazu? Auch noch andere angebliche jüdische Freunde und Gesinnungsgenossen des Herrn Edinger haben gegen dessen Wahl gewirkt, der gewiß der würdigste Vertreter des JudenthnmS in der Kammer gewesen wäre! *) Bemerkt muß werden, daß gerade die Orthodoxen eS für ihre Pflicht hielten, ihre Stimmen Herrn Edinger zu geben. *) 2Bi r müffen diesem umsomehr vollen (Glauben schenken, als uns von obengenannten F. <5. «in anderes Mschichtchen bekannt ist, daß eben auch seine wahre Gesinnung kennzeichnet. Ich glaube, rs war im Jahre 1850, als ein ISoOcgc von uns Herrn F. 8., der damals selbst