Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 22 (15.11.1862)
- Date
- 1862-11-15
- Page
- Seite 168 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Werne 1× ep/1045992
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I 168 (tarne» tzWcstph'alen). Seiber ist auch diese -Session dahingegangeu, ohne, daß unsere Petition vor das Plenum des Hauses gelangte. Wir hätten einer bereitwilligen Unterstützung scst versichert sein dürfen, dafür bürgte uns die ganze Haltung deS Hauses, dafür bürgten uns die Zusagen gar mancher Abgeordneten, -worunter sogar einzelne nicht den liberalsten Fractionen Angehörige waren. Mögen die College«, die ihre Deputirten um Förderung unserer Angelegenheit angegangen, solche nicht verloren geben, wir klopfen abermals an. und — endlich siegt das Recht. Ein ganz nolhwendigeö Requisit fehlt uns indeß zur gründlichen Motivirung unserer Eingabe, es ist dies ein statistisches , Material über die jüdischen Angelegenheiten beider Provinzen. Auf diesen Punkt wurde ich noch jüngst aufmerksa:n gemacht durch' den braven Bertheidiger unserer Sache, j Herrn Rechtsanwalt Me tz zu Werne, der auch Verfasser '■ unserer so gediegene", ^enk'chrift ist. Er theilte mir mir, daß er bei Ausarbeitung jenes Schriftstückes dieses Material, er dürfe wohl sagen — schmerzlich vermißt habe, und daß vor abermaliger Eingabeein. solches dringend nothwendig sei. Wir haben einmal ein Zeitalter der Statistik, auf Zahlen wird großes Gewicht gelegt, überdies muß aber jeder Gesetzgeber über das rhatsächliche Perhältniß derjenigen Gegenstände, über.welche sich ein neues Gesetz verbreiten soll, genau unterrichtet sein.f. Man erinnere sich nur au die im vorigen Jahre, -ergangene, jetzt auch dem neuesten En ir.irr des Uuterrichlsgesetzes einverleibte Bestimmung, wonach die Oesfentliebkeit einer, jüdischen Schule reu einer Zahl von :»e- Schülernabhängig gewacht wiro.- Wäre es ca nicht von großer Wichtigkeit gewesen,. nachzuweisen, daß bereits eine Anzahl öffeituici'cr Schultz: bestehen, die nicht alle eine solche Schüler'uch: amzuweisen hätten? Tie in unserer Denkschrift - .aufgestellte. Behauptung, daß die' Zahl 20 eine angemessene sei, würde sehr durch den Nachweis nutetüützt werden, daß in einer großen Zahl von Gemeinten mit di ser Schüterzahl scheu seit längeren Jahren fortwäbrer.c eine regelmäßige schuld mit einem approbirten Lehrer besiar.oeu har. Ueberhaurt würde den zum Theil mit den jüdischen Verhältnissen unbekannten Abgeordneten die ganze Sache erst daun wirklich wichtig erscheinen, wenn ihnen gereia: wird, wie viel von Seiten unserer Glaubensgenossen rür den Schulunterricht geschieht, eine wie große Zahl regelmäßiger'Sckulen.von den oft kleinen Gemeinden mit großen Opfern unlerhalteu wirs.. Um nun zu der in der nächsten Session wiederum einzureichenden Petition bencr ausgerüstet zu. sein, werden die geehrten Eollegen dringend ersucht, nachstehende'Fragen, innerhalb etwa 14 Tagen ausführlich uns wahrheitsgemäß zu beantworten, außerdem noch diejenigen Bemerkungen hinzüfügen, di« ihnen , für räthlich erscheinen und das Ganze dann eipem der Vorstandsmitglieder cinzusenden. Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, daß die eingehenden Antworten keineswegs für di-: O.ffentlichkeit bestimmt sind, vielmehr verbleiben solche dem Archiv unseres Vereins bchufs Berwerthung zit qjlj gemeinen Zwecken, z. B. bei PetitiouSangelegenheiten. Wenn es schon ohnehin für jeden denkenden Lehrer von besonderen: Interesse sein muß, über die Lage des iSrael. Schulwesens in unseren beide:: Provu.ze.: e.uo genaue und detaillirte Kcnutniß zu erlange», um wie viel mehr dürfen wir dann aas die Willfährigkeit der College:: zählen, da eS sich hierbei zugleich um unsere höchsten Güter, die innere und äußere Hebung unseres Schulwesens,, handelt. B. Alsbach. (Fragebogen.) 1) Namen der Schulgemeinde. 2) Welche Ortschaften gehören zu derselben? 3) Zahl der rsr. Familien in jeder dieser Ortschaften. , 4) Wie viele von ciesen Familien steuern zum Lehrergehalte bei? 5) Höhe der Besoldung des Lehrers a) gegenwärtige, b) der Durchschnitt der letzten 5 oder^ 10 Jahre. 6) Wie wird diese Besoldung aufgebracht (ob nach dem Steuerfuße, turch freiwillige Einschätzung, oder wie sonst?)- 7) Höhe dcö Schulgeldes für jedes Kind. 8) Bezieht dies der Lehrer als Zugabe zum festen Gehalt, oder zieht eö die Gemeinde ein? ll) Zahl der Schüler, a) gegenwärtige, b) Durchschnitt der letzten 5 oder 10 Jahre. 10) Ist die Schule ein Elementar- oder bloße Religionsschule? 11) Ist der Lehrer zugleich Cantor und Schächter, und bezieht er hierfür ein besonderes Gehalt? 12) Ist die Schule eine öffentliche? fim Sinne des Gesetzes vom 23. Juli 1847.) 13) Wann! ist sie für eine solche erklärt? 14) Wie stark war die Schülerzahl zur Zeit der Oejstntlichkeitserklärung? 15) Seit wann besteht die Schule als eine regelmäßige? 16) Auf wie viele Jahre ist mit den: Lehrer ein fester Vertrag geschloffen u:ch mir welcher Kündigungsfrist? 17) Eristiren in' der Gemeinte »och außer der Gemeindeschulc Privatschulcn? (Privatlehrer bei emzelnen Famlien.) 1 8 Speyer, Mitte Oktober. Wenn auch ein Streben nach Verherrlichung unseres Gottesdienstes in der ganzen Pfalz bemerkbar ist, so läßt cö sich doch nicht verkennen, daß wir in vielen Gemeinden Gegner finden, die diesem Fortschritte hindernd cntgegcntrcten wollen :lnd ihrem Unmuthe Luft zu schaffen suchen. Nicht stlten kömmt eö vor, daß solche in ihrer Kurzsichtigkeit Störungen durch vorlautes Beten, durch Aus- und Eingehen während deS Vorlcsenö der Thora, durch Mitführen von noch, nicht schulpflichtigen Kindern verursachen, die sie nur als eine Agitation gegen den Vorstand