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Der israelitische Lehrer · 1862-11-15 · 22 (15.11.1862) · p. Seite 167

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
22 (15.11.1862)
Date
1862-11-15
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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-L 167 — SBelt bis zur Zerstörung deS zweiten TnnpekS b kannt zu machen und daneben die drei ersten Ordnungen des israel. SpnlckducheS und eine Auswahl von Liedern rinzlbrn. In der dritten Klaffe mit den Kindern vor 1 l—14Jahren wird da» in der zweiten Gelernte von Zeit zu Zeit rcpetirt. 2) Der Unterrickt in der .systematischen Glaubens- und Sittenlehre und in dem Lehrinhalt der Bi,cl wird mit in der drittm Klaffe in wöchentlichen drei § tunken crtheilt, so daß die Kinder bis zum Austritt aus der Scbule mit dem ganzen Inhalte des eingeführtcn Lehrbuchs der mosaischen Religion und den wichtigsten Stücken der Bibel bekannt gemacht werden. 3) Der hebräische Sprachunterricht beginnt mit dem Eintritt in die Schule und wird bis zum Austritt aus derselben in wöchentlichen sechs Stunden regelmäßig fortgcführt. Den Kindern wirs von 6—8 Jahren das Lesen gelehrt, worin sie cs bei wöchentlichen etwa 6 halben Stunden zu einer ziemlichen Fertigkeit Dringen lönnrn. Hierauf folgt das Ucbcrsetzen einzelner leichter Stellen des Pentateuch uns der Gebete, nnd dieses geht allmälig in eine regelmäßige Ucbcrfetzung des ganzen Pentateuchs, mit Ausschluß der für die Jugend nicht paffenden Stellen, nnd der Gebete über, womit die Einübung der wichtigsten grammatikalischen Formen und Regeln verbunden wird. An dem Leseunterricht und der Uebersetzung der Gebete hat die weibliche Schuljugend gleich der männlichen Theil zu nehmen; von der Uebersctzung des Pentateuch» dagegen kann dieselbe, wie bisher, befreit bleiben. Wo zwei Lehrer angestcllt sind, kann der Eine die jüugcren Kinder bis zum zehnten Jahre im Lesen und Uebcrsetzen der leichteren Stücke deö Pentateuchs und der Gabele unterrichten nnd nebenbei die grammatischen Formen cinübcn, der Ankere die älteren Schüler vom 11.—14. Jahre im Lesen unk Ucbcrschen des Pentateuchs und der Psalmen unterrichten. 111. Den ganzen Religionsunterricht (I. 1. 2. 3): hat in iSrael. Schulen der Lehrer, ob solcher Vorsänger ist, oscr nicht, zu ertheilcn und nur am Orte des Rabbinatositze« hat der Rabbiner den Unterricht in der mosaiscbcn Glaubens- und Sittenlehre zu übernehmen und die älteren Schüler im Uebersetzen der schwereren Psalmen zu üben nnd ihnen die deutsche Bibel zu erklären. Die iSrael. Kinder, welche christliche Schulen besuchen, erhalten den gcsammten Religionsunterricht von dem Vorgänger, und wo ein Rabbiner ist, auch von diesem in der hiervor angegebenen Weise in besonderen Stunden und in einem anderen Locale. Die Schulinspektoren werden hiervon mit dem Aufträge in Kenntniß gesetzt, wegen der Einführung dieses Lehrplans für den Religiousunterricht der iSrael. Schulkinder ungesäumt das Weitere ihres Ortes anzuordnen und über dessen Einhaltung zu wachen, wobei denselben besonders empfohlen; wird, dafür besorgt zu sein, daß der Religionsunterricht für’ die iSrael. Kinder, welche die christliche OrtSschule besuchen, in einer Weise angeordnet werde, daß dadurch die Ordnung des allgemeinen Schulunterrichts für die christlichen Schuten nicht gestört, und mich der Unterricht der israel. Kinder | in den übrigen Schulfächern, außer der Religion nicht qer4 kümmen werde. j I Wo möglich ist daher der israel. Religionsunterricht aus di: gleichen Stunden zu verlegen, in welchen den chriftl. Schülern der Religionsunterricht crtheilt wird. So weit dieses in cinzelnelr Fällen nicht thnnlich sein sollte, wäre dar-i ans zu sehell, daß der iörael. Religionsunterricht außer der! i allgemeinen Schulzeit crtheilt werde. > Stuttgart, den 1l. März 1852. Aür den Vorstand: Schtdler. (8öy" i (Fortsetzung mit 8 folgt.) i ' Correspoudeuz Alexander Haindorf, Dr. Professor, der Gründer des Vereins für Westfalen und Rhein-i land zur Bildung von Elementarlehrern und Beförderung von Handwerken und Künsten unter den Juden, starb am 16. Oktober zu Hamm und wurde am 19 Oktober, Morgens 7 Uhr zu Münster begraben. Auf des Allverehrten Wunsch sollte das Leichenbegängniß ohne Gepränge und Aufsehen stattfinden. So ging der Edle, dem so Biele ihr Lcbensglück zu danken shaben, der als einer der Ersten glänzt in der Reihe derer, biß sich um die Bildung unseres Volkes und der Hebung des Schulwesens verdient gemacht haben, heim, nur von sehr wenigen bis an sein Ruheziel begleitet. - Viel, sehr viel hat cr deS Guten gewirkt, aber auch in den letzten 10 Jahren seines Lebens, während welcher Zri: er in Hamm wohnte — durch beständiges Siechthum viel gelitten. Sein Werk und sein Andenken zum Segen! *) *) Wir werden in diesem Blatte eine ausführliche Biographie folgen laffen, wobei wir der Geschichte kcs Seminars, seiner Wirksamkeit!«:. durch kurze Bemerkungen gedenken werden. T.

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