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Der israelitische Lehrer · 1862-11-01 · 21 (1.11.1862) · p. Seite 163

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
21 (1.11.1862)
Date
1862-11-01
Page
Seite 163 (sequence 7)
Language
German
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— 163 — erfrischendsten nnd erhebendsten Gedanken als Würze mit- > geben, das Bewußtsein „wir sind ein einig Volk von Lchrerbrüdern!" M. ün gen ft ein. Odcrilhcim, im Oktober. Auch die Niedcrhessischen (Kurhessen) israel. Lehrer hatten vor Kurzem, eine Versammlung in Kassel und haben sich organisirt. So hätten wir denn wieder eine Confcrcnz, eine Versammlung von Lehrern mehr im deutschen Israel,, und daü wird gewiß eine tüchfigc Konferenz werden, weil dort noch Lehrer aus der Schule Büdingcrs sein müssen, deS ManncS, den wir als den ersten .üdischcn Pädagogen der 'Neuzeit betrachten dürfen, dessen rvTO und dessen gesammtcs Wirken einer eingehenden Besprechung in diesen Blättern wohl würdig wäre. Wir bedauern, bis heute noch nicht im Bcsiize eines Berichts über jene Versammlung -u sein, obwohl wir erfahren haben, daß oie Agenten (?) des Vereinsich zur Aufgabe gemacht haben, für die Verbreitung deS „iSrael. Lehrers" thatig zu sein, also wahrscheinlich unser Blatt auch als Eonfcrenzorgan betrachten wollen. 'Auch in Kirchhain wird — für die Lehrer der kurf. Provinz Oberhessen — demnächst ein§ ähnliche Versammlung stattsinden. Wir cnvarten über beide baldigst weitere Mittheilungcn. — — Tue Großh. Hess. Volkslehrer waren am 8. l. Wk. nach Vilbel zu einer Versammlrurg berufen, in welcher für die Wittwcn und Waisen der Lehrer, selbstverständlich aller Eonfcssionon, eitle private UntcrstützungSkasse unter dem Namen einer Ludwig- und Alicenstiftllng errichtet wurde. Wir glanbien, daß inländische NcligionSlchrer, insbesondere solches welche ein hessisches Seminar besucht haben, als Mitglieder. dieses neu sich bildenden Vereins gerne Auf-, nähme finden. Ter Beitrag ist nur ein Gulden für das Jahr, und in Gulden jetzt bei der Errichtung. Wir fordern unfero geschätzten Kollegen hiermit auf, sich dicscrhalb an den abgcordnctcn Lehrer ihres Kreises (der in dieser Angelegenheit in Vilbel war) zu wenden. Sollten Sic jedoch eine gemeinsame Eingabe an eine der leitenden Persönlichkeiten, an Herrn Mengcö, Scl'midt, Pfeifer oder sonst wen wünschen, so wollen Sic sich deshalb umgehend in frankirten Briefen an mich wenden. — — In der letzten Zeit ist von hessischen Lehrern vielfach die Ansicht geltend, gemacht worden, als sei jetzt die Zeit zur Petitionirungvwegen unserer Lehrer- und Schulverhältuisic an unsere hessische Regierung und Kammer. Wir g l a u b c n d i e o n i ch t. Allein dies zugegeben; ist es Sache der Lehrer, das zu erstreben, was vor allen, zum Heile und zum Fortbestand der hcff. iüracl. RcligionSzemcinden dringend geboten ist? Vor 10 und mehr Jahren, als noch kein Mangel an Lehrern war, — und gehörten sie auch nur der ewig branrwcinbcranschtcn, ewig rauchenden, vcrt. dorbcnen Bachuriinzunft an —, da mochte eS für die Lehrer, die eine besser^ Bildung genossen und dar Seminar besucht hatten, eine ilkothmendigkeit sein, vor allem um eine definitive freie Stellung den Gimcinden gegenüber; t pctitioniren. Aber — jene Lehrer'lasse ist, wenn, nicht ganz, doch balld auögcstorben, der Mangel an ordnungsmäßig gebildeten Lehrern ist evident, und diese haben wahrlich nicht nöthig, um Dcsinitivum zr pctitioniren, da die Gemeinden dafür sorgen, sich ihre Lihrcr zu erhalten, und sür gute Lehrer kein Stcllenmangel ist. Ilm was handelt eS sich - noch der jetzigen faktischen Sachlage insbesondere im Groß-! hcrzogthum Hessen? Um eine Organisation der Gemeinden, um ein Herauörcißen ans »er grenzenlosen Indifferenz, aus der Zerfahrenheit nnd Zerrissenheit, in welche hie Gemeinden versunken sind, um Vircinigungen zur Gründung einer Anstalt, in welcher Lehrer gebildet, lim Heranziehung von jungen Leuten > zum Lehrer! »cirnfc, um Vereine zur Fürsorge sür die dienstunfähigen Leh cer und für deren Hniterlasiencn - — lauter Angelegenheiten, oie ebensowenig Sache! der Lehrer als der Negierung sein kö men; — der pchrcr nlindcstenS in so lange nicht', als sic nicht von einer einheitlichen Gesinnung getragen und gehoben sind — etwas was in Hessen leider zu den Unmöglichkeit en gehört, j TO WaS jo! cn wir thun? Es ist dies eine Frage, die der Schreiber dieses sich feit Jahren nnzähligemalc vorgclcgt hat, inSbcjendcre aber, seit ihm im Vereine mit dem Präsidenten der rl cinhessischcn L.hrerconsercnz hiezu gleichsam eine Verpflichtung' geworden. Gestehen wir eS uns zu, daß wir rathlo! dastehen; wir hatten die Aufgabe, uns mitl Capacilätcn des Großherzogthumd in Verbindung zu setzen, um eil c SiotablcnverfammltziUZ hcrvor- , zurufcn; man sagte uuS, daß wir im Hintergründe bleiben müßten, weil man sonst gegen unsere Bestrebungen mißtrauisch würde. Leider wahr! Aber, wollen wir zngcstcbcn, daß eS uns an thätigen, opferbereiten, Judenthum nnd stine Jus itutioncn begeisterten M»'.nncrn l fehlt? Daß nuscrc Intelligenz vom JndcnthuMc nichts wissen will, und höchstens genug gcthan zu haben glaubt, wenn sie zur Erbauung ancr Synagoge n. d. gl. inncrbalb oer Mauern ihrer nV j Schulwesen? „Wir kennen! wollen keines!" wird die Antwort sein! und hier liegt das . Unglück! In anderen Länd:rn (Lauern, Baden, Württemberg) ist die jüdische Schule zugleich mit anderen Institutionen fortgeschritten; und jcnigen ihre Simpathic bet! einer jüdischen Schule fast ein — Ehcdar darunter; uns nicht für das al. innc beiträgt? Für das jüdische kein jüdisches Schulwesen, und für die Schule haben selbst dicalten, die sonst sich um» Judenthum nicht bekümmern,- aöcr in Hessen — bat man von keinen Begriff; man denkt sich ne Gebildeten wollen nichts von

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