Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 21 (1.11.1862)
- Date
- 1862-11-01
- Page
- Seite 164 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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164 einer solchen Hörern Las - ist sdem Untergang aller jüdischen Gemeindeinstitulionen Thür und Thor geöffnet. Wir haben nun nocb einen Vorschlag, und wollen diesen unseren Collegen und Lesern zur Besprechung unter sich und mit Freunde«, zur reiflichen Ueberlegung vorlegen, mit der Bitte, uns baldmöglichst ihre Meinung in aussührltcher Weise mitzutheilen. .! Wir glauben, daß die Gründung eines „Vereins ries und für Israeliten im Großherzogthum Hessen" am wenigsten Schwierigkeit habe. Wir haben äesen Vorschlag schon vorJ'uhrev in vertraulichen Kreisen, zuletzt bei der Alzeyer Lehrerverfammlnng gemacht, ohne daß derselbe die gewünschte. Billigung und Unterstützung gefunden hü te. Wir glauben,.d aß unter den 600’ — 700<> israelitischen Bürgern Hessens sich eher 1000 finden, die jährlich, einen Gulden für allgemeine israelitische Zwecke opfern, als 10 hervorragende mit der uöthigen Intelligenz ausgerüstete Laien, welche eine '.'iotabelnversammlung Hervorrufen, und als 50 weitere, die eine Reue, zu machen opferfähig genug find. Haben wir aber Geld, so wird das Ander sich schon finden. Wir wollen hier ein Weiteres über Organisation Und Wirksamkeit nicht andeuten. Weün unser Plan, wie wir hcstcn, bei unsereir Collegen inr Allgemeinen Billigung ßiudcr, werden wir durch einen Aufruf im „israelitischen Lehrer" die Sache.weiter fortzuführen und mit Gott zu «inem gedeihlichen Ziele zu führen suchen. Wir erwarten die Zustimmungen und Rathschläge unserer Collegen, und aller gebildeter Hess. Israeliten. ' K l i n g e u fr e i n. Umschau. Warschau. Ter Großfürst-Statthalter spraeb in seiner Lröfsnungsreke des Staatsraths von Polen: die unter dem liamen einer Koscherabgabe bestehende .rein eonscssionelle leider entspricht dem Geiste der neueren Gesetzgebung und eer Gleichstellung der Juden nicht, und dieLsegiernng sieht nit Freuden auch darill Ihre Uebereinstimmung. I Gallizicn. TieFrage^ ob die Juden zum Besitze von Rusticalgütern befähigt' sind, wurde neuerdings von einigen in Wien wohnenden gallizifchen Hofräthen verneint, und sieht man der Entscheidung des Ministeriums, bis wohin dieselbe gebracht worden, mit Spannung entgegen.; — Ter Redakteur eines Journals der eon'ervativen Partei in Schlesien wurde von den Gründern und Eigenthümern der Zeitschrift, die der' preußischen Feuoalpartei angchören, wegen des in der Zeitschrift gebrauchten Ausidrnck^s „krummbeinige Inden" der! Redaktion enthoben. Eine Erklärung eines an der Leitung wahrscheinlich bewelcher durchaus nicht dem im kaiserlichen Paläste so beliebten spffrage universel entspricht, indem zur Wahl nur befähigt sind: die vom Staate bestellten CnltuS - und Derwaltungsbeamten, die RegierungS - lind Gerich Sbeamten, Profesioren und Lehrer der vem Staate, von de i Städten oder voch Consistorium gegründeten Schulen, die Mitglieder der General-, Arrondissements, und Munieipalrathe, Offiziere, dif Teeoririen (mit der Militärmedaille), Mitglieder der Handelskammern und kaufmännifebe Notamen; man sieht, eist Cenfus ganz in optima forma. — Die jüdischen Gemeinden, welche seither von einem Borbcter bedient wurden , können fernerhin einen Unterrabbincr (s<)usrabbin) bekommen, deffen Funktionen, nie die ees Mohel nrsd Schochet, im Dekrete sistgestelll werden. M^n sicht, Sr. Kaiserliche Majestät haben inmitten der italienischen Krisis!, die doch so Manches zu denken gibt, dennoch Zeit, an den jüdischen Cultus zu denken. A propos Italien: aueb das Consistorium von Paris wollte rn owser Frage sein Votum öffentlich abgxbcn und würde damit gewiß Furore gemacht haben. Ein jüdisches Centraleonsistorium, daß seiche Stinrme officiell für oder gegen den Papst erhebt! Ist so etwas schon dagewesen? Allein, die Herren kamen nicht Übereins, und — schwiegen deßhalb, was jedenfalls viel besser gewesen.— Tas Consistorium von Paria soll übrigens in Fplge obigen Dekrets feine Entlassung gegeben haben. , ... ■ ' ■ --- -i- Lehrervacanzenlifte. Einmalige Ausnahme 18 kr. — 5 Sgr. Erledigt sino: 1) Die obere israti. Schulstelle zu Jugenheim in der bavr. Pfalz: Gehalt 535 fl. 5,4 fr., einschließlich eines sehr billig taxilten Ackerlandes und der B.rgütnng für Wohnung, Heizung und Ehorleitung. Bedeutende Rebenvcrdienste sind ermöglicht. (Blos für geb. Bayeni.) Alnneldungen bei Königl. Bürgermeisterei allda. ' 2) Die Dorbeter und Lehrerstelle zu .Heßlvch, Kreis Woims sin Rheinhessen), mit 230 fl. Gehalt, freier Wohnung (Garten) Heizung und Nebenverdienste. 3) Die Stelle eines Religionslehrers und Cantors zu Geldern (Rheinpreußen). Gehalt 250 Thaler. 4) Die Stelle eines Cantors und Lehrers zu RamSlau. Gehalt 300 Thaler, '.Ucbcneinfünfte 100 Thaler. Anzeigen i>v .... . _.. .-- Ein Lehrer, der .ein Seminar mit Erfolg besucht, Itheiligten Grafen zeigt uns, baß auch in drefer Pvrtei, wünscht eine Stelle, und sieht mehr auf gute Bchandlung, itrctz ihres Gegensatzes zur jüdischen Gleichstellung, reiche als Gehalt. Vorbeter kanh.er nicht fein. Herr J. Klingeni/\ . .. — i .. w:. ex.., ar..iü c> v. c ff** «* atiA t it wirh mit H'OrtoTTMPtl lJudcn sind, und die Juden „Anstands-Freunde haben. Paris. Ter Kaiser von Frankreich hat aus dem „Palaste von St. Cloud" am 29. August ein Dekret erlassen, das die CultuSverfasfuiig einzelner ftanzösischer Israelitengemeinden theilweise umgestaltet, und die Wahlen zu den Censistorien nach einem anderen Modus vornehmen laßt, stein aus Odernheim in Rheinhessen wird auf portofreien Briefen Auskunft zu geben die Güte haben. Ein gut geschulter Junge kann als Lehrling in eine frequente Materialwaarenhandlung einlreten. Näheres unter Chifsie J. B. franko WormS. UiT.^Ätacttlief-ct I. Alinsenüein ,n Odcrnheim in Rbeinheffen; Selbstverlag der Redaktion.? Commission bei C.'L. Fribsche in Leipzig. - Truck von I. Gvltelcben in Mainz. Für den Buck-landel: in