Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 21 (1.11.1862)
- Date
- 1862-11-01
- Page
- Seite 161 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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161 I die Erziehung der Kinder handelt, glcichgiltig sein. Doch wenden wir uns zu der Broschüre des Herrn Mczci selbst. Der Verfasser erwähnt die Schwierigkeiten, die es gekostet hat, bis cS den Israeliten Ungarns gelang, die ihnen vom taiscrlichen Geiural Haynau am 19. Juli 1349 auferlcgte Eontribution von 2,400,1XX) fl. Conv. auf dem Wege der Gnade Sr Majestät in eine Million Gulden Conv. Schulstcncr umgcwandelt zu sehen. Ein Gutachten, von einer Commission ansgcarbcitet, fand keine Berücksichtigung und ist die Verwerfung desselben, welches unter dem Einflüsse Sr. Excelleuz deö Herrn Franz Koller zu Stande kam, schon run so weniger zu bedauern, da cs die vaterländischen Schul- Verhältnisse wenig bcrüctsichtigic und das Rabbinerseminar nach Wien verlegt wissen wollte. Wahrscheinlich in Folge Verwendung dcS Herzogs von Jerusalem, Geldwechsler in Wien*), der die Hälfte der Million für die Erbauung der. Schule der Frommen Wiens verwendet wissen wollte, wurde die Commission aufgelöst und die damaligen Statthalterci- Abthrilnn.zen aufgcfordert, ein Gutachten über die Verwendung der Erträgnisse des Schulfondcs höheren OrkeS cinzureichcn und der israelitische Schul'vnd als Staatsfond erklärt. „Zahllos waren die Wunden," fährt der Verfasser fort, „die jene unerträgliche Steuer uns geschlagen, viele waren die Thräucn, die die ringezahltcn Guldcnnoten beuchten , doch gaben wir uns der Hoffnung hin, daß wir nunmehr einer besseren Zeit entgegen zehen, wo zur segensreichen Wohlthat wird, was früher eine drückende Last war, u.:d wo unsere Tbränen getrcckncr werden." „Unsere Lehrer verkümmern in materiellem Elende, verzehre:! ihre lebte Kraft im Hampfc mit der bitteren Roth; auf den Lehrstühlen haust Unwissenheit und Un bildung. Tie ärmeren kleinen Gemeinden haben die Mittel nicht, ihre Kinder im Glauben der Väter unterrichten zu lassen." „Wir träumten von PcnsionSinstituten, Rabbinen- und Lehrerseminaren, blühenden Schulen im ganzen Lande und fanden von Allem dem —nichts." ■ „Wohl wurden wir mit aueländi'chen Diesterwegen bedacht, die, wenn auch in der lieben Heimath nicht gut genug waren A-B-C Lehrer zu sein, doch für uns gut genug gefunden wurden, das Musterbild zweckmäßiger Volksschulen zu geben, vorausgesetzt, daß sie Ungarisch weder gelernt haben, noch je lernen werden." Nichts finden wir betrübender als eine Täuschung! Ungarn träumte von höheren Lehranstalten, die eine Gemeinde, von einem Gymnasium, die andere von einer jük.- Muster-Haupt-Obcrrealschnle :c. und erhielt statt dcsscr?' Volksschulen, an welchen jedoch nickt, wie Herr Mezci *)? 'ir rv nt: (Die Red.) meint, lauter Ausländer, woh reicher und ein Ausländer") aber 16 Ungarn ,11 Oesterangestellt wurden. Die Mststcranstalten, di< in Pest, Fünfkirchcn, Ujhcly, und TcmeSvar von einem Tk eil der Zinsen dcS israelitisch. Schulfonds j erhalten werden wurden vom Verfasser einer strengen Kritik unterzogen, un > wie so viclen unserer Freunde, ist auch unserem magyarisch:» Autor das Wort „Mustcrlehrcr" ein tiefes Gchcimuiß, ein Räthfel, welches sich denn auch nur mit der politischen Schnlverfassung (Wien bei Set. Anna) au der Hand einigermaßen lösen läßt. Der Verfasser widmet den Musterschulen in seiner Broschüre einen besonderen Abschnitt uns kömmt zu dem Schlüsse, Last die Auflösung der Musterschulen eine brennende Frage der Zeit sei; hingegen wird das JnSlcbenrufen solcher Anstalten, daraus nicht bles einer Gemeinde, sondern dem ganzen Lande ein Ruhen erwächst, die Errichtung von Anstalten aus deren alle vaterländischen Gemeinden ihre Räbbinen, Lehrer und alle berufenen Faktoren unseres religiösen Lebens rekrntiren-können, als die wichtigste Aufgabe der V.nvenitung deö israefi Landesschul'ondeö bezeichnet. j ' Der Verfasser will Unterstützung an arme jüdische Gemeinden und die.Pcster 'Lräparancic nach anderen Prinzipien organxsirt wissen. **!) Wir selb» leben in der fisten Ueberzcugung, daß bei m LandcSschulfonde den jüdischen die Arme gegriffen werken kann. einer Unterstützung aus d Gemeinden Ungarns unter wir glaubendas; nur ruf diese Weise dem Schulwesen Ungarns aufgcholfen und größtcntheils Lande di 4 die nsterlehrcr, die ja obncdies : S k i n d e r sink, -am füglichsten je nach Fähigkeit in den verschiedenen Geuleindcn, selbstverständlich mit ihrem gegenwärtigen Gehalte, aus dem Landeoschulfondt honorirt, angestellt werken können. Ob ks nicht zwcckm ißig wäre die Mnstcrhanptschule ui Pest in eine magvariseje umz igesialten, und mit dieser eine hebr.-magy. Präpäran ne zu verbinden ***), mit den drei übrigen Mustcrschnlen des Landes hingegen ein jüdisches Untergymnasinm zu vereinigen, wobei die Gcincinden die vierte Mustexschule und die h. Regierung aus dem Lankcsschulsonte das Ghmnasinii zu erhalten hätte, lassen wir Herr rliosenmever, ivar in ietrtcr Heiui’t verließ unseres Äisfens, aassenvflua zurückzes je, Deutschland. *1 Der einzige Ausländer, marh Reallcbrcr an einer Hess, der t'vn'effion wegen von Herrn ") Mir dejr Musterbauvtsil ule in Pest ist ein Prävaianrenkurs verbunden, an UKfÄ‘Ci Herr Lederest ***) Von | der ertien band« keil der Errichtung einer Ungar, und auch eine Kommission zu I als Direktor ümzirk. «slebrerconfercnz wurde Israel, vebrerbildiingsania!: aneikannr, ein Ende ernantit. Notbwendig- I