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Der israelitische Lehrer · 1862-11-01 · 21 (1.11.1862) · p. Seite 159

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
21 (1.11.1862)
Date
1862-11-01
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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Besprechung erfahrener Schulmänner über diesen Gegenstand in Anregung zu bringen. 3icrtccf bei Marburg, 6» Oktober 1862. D. '4? I a u t, Lehrer Allerlei für die Tchute. I) Wie ist daö Schönschreiben, wo cs in einer Schule bisher vcrnachläßigt ist, zu verbessernd '.'eicht selten findetein Lehrer bei seinem Anlnlte einer anderen Stelle die neue Schule in verschiedenen Disziplinen vernachläßigt, da in der Regel jeder Lehrer seine LicblingSsäeber hat, auf die er beim Unterrichte die größte Sorgsalt, den meisten Fleiß verwendet; mährend er bei anderen Unicrrichtögcgcnständcn rvcnigcr genau und anfmcrtsam ist: und so trifft sich'S auch manchmal, das; cs mit dem Schönschreiben der Schüler gar schlecht und traurig anssieht. DstmalS kommt cs auch vor, daß ein Lehrer, dev daS Schönschreiben in seiner Schule, zu wenig beachtet, die Schreibhefte der Schüler eines löollegen, bei dem er zu Besuch ist, zu sehen bekommt und zu seinem Leidwesen gewahrt, wie diese Kinder so schön und gefälligschreiben, während das bei seinen Schülern das Gegenthcil ist. Kommt nun der Borsatz in ihm ans, dies in seiner Schule. nunmehr;n ändern und zu verbessern, so weiß er doch manchmal nicht, wie er das gnsangcn und dabei verfahren müsse, zumal wenn er sich schämt, seinen (sollegen um Rath zu bitten. Für beide hier ansgesührte Fälle lasse ich die aus meiner Praxis hcrvorgegangene Weise, als Antwort aus die aufgeworfene Frage hier folgen. Der Lehrer, wird so oft mil einem Baumgärtner verglichen, der, wenn er einen schon erstarkten, schlechten, oder unveredelten Baum umpsropscn will/ nicht sogleich, alle alten Zweige aus einmal abnimmt und edle Reiser auf setzt, sondern in diesem Jahre einige, und im andern wieder einige entfernt und an deren Stelle edle Reiser auipfropst, bis nach und nach alle alten unedlen Zweige mit cd cl n vertauscht sind. Also mache es auch der Lehrer. Gr schreibe heute zwei oder drei — in ihren Grnndzügcn mit einander verwandten — Buchstaben schön und mit markirten Zügen an die Wandtafel; lasse seine sämmtlichen Schüler (mit Ausnahme derjenigen, welche diese Buchstaben noch niemals geschrieben) dieselben Zug für Zug m ihren Büchern (resp. aus ihren Tchreibtaseln) nachschrciben. Ter Lehrer gehe dabei von einem Schüler zum andern, um zuzusehcn, ob auch jeder die genanestc Aufmerksamkeit am die Nachzeichnung verwende, um, wo dieses nicht der Fall ist, aus die Fehler sogleich ausmerlsam zu machen und nachzuhelscn- Wird bei diesem Bcrs.rhrcn in einer Stunde auch wenig geschrieben, sc isr das Wenig>e doch gut und srncbt bringend für alle ferneren Schrcibsiuudcn. — In der nächsten Schrcibstnnkc werden wicecr;wci oder drei Buchstaben aus dieselbe Weise bchaneAl, und am Schlüsse der Srunec auch die in-den früheren Stunden vorgckommcnen resp. cing übten Buchstaben wiederholt. — So wäre in höchstens zwei Dützen? Schrcibsinnden das ganze große und kleine Alphabet durchgcgangcn, und das Schönselwciben nach guten kalligraphischen Borlegeblättetn könnte hieraus seinen -- besten Fortgang haben; nur muß der Lehrer auch alsdanw nicht verabsäumen, das Schreiben dcr^Kindc'' durchzusehen und zu verbessern. > Professor Hossmann gibt ans Sejie 3'>7 des 3. HcsteS s 18. Bandes der Rheinische» Blätter tine sehr zn beherzigende .lieget für den Schreiblehrcr: t „Vaiic wenig, aber dies ^Wenige mir Ausmer Namkeit selnei- /,bcn und die Vorlage mit aller Ausmertsamkeit nach!„bildcn. Die Beobachtung dieser Porschrist Hai die Folge, „daß deine Zöglinge in Kurzem im Schönschreiben wcij,ter sein werden, als diejenigen, welche ohne diese bc- „sondere Ausmertsamkeit, ganze Jahre daraus verwendet . 4,habc». Die hänsigc Ucbnng wird dann für deine Schüller nur noch bewirken, daß sic später auch ohne beson- ,cherc Ausmcrksamkeit schön schreiben."! 2) Ans der SchuldiSciplin. Wi sine . .e den ' Unterricht störenden. häufigen Anklagen der Schi...- unter einander. anS der Schule zu verbannen,' oeer doch zu vermindern? Der Lehrer bestimme in seinen Schulgesetzen, daß Keiner eine Anklage — die nicht an gen (lief liehe Abhülse cr- ■ fordert, wie z. B. Störungen beim Schreiben re.. — währen^ der Schulzeit, sondern erst nach dcm'Schlusse des Unterrichts Vorbringen darf. — Bei der Beobachtung dieser Wege;! werden die Anklagen 1) keine Störungen . während des Unterrichts verursachen ch 2) weit weniger verkommen als sonst; indemdie Kinder (Wäger und Verklag! tcr) untcrdeß nicht selten sich schon wibbcr ansgesöhiu und vereinigt hqbcn; 3) manches Kind sic auch ohnedies unlerl lassen wird, wcil.es nach geendigter Schule gern nach Hause will, dnrch die vorznbringcndeKlage aber noch länger darin vcnveilen nsüßre, und 4) witd der Lehrer auch mehr Jcit! haben, die!Sache genauer^ zu untersuchen und seine Strafen sorgfältiger zu wählen und anznwenden; was chm während jber Schulzeit mcht,so gut gelingen dürsle. ' Später mehr über Schn Idisciplin. 3) Ans d er Melh-v di k. Wodurch werden die Kinder im schriftlichen Gedankcnansdruck lcicl't und angenehm gcjibtL Merken wir aus den mü r d l i chc n Ausdruck der Kinder

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