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Der israelitische Lehrer · 1862-11-01 · 21 (1.11.1862) · p. Seite 158

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
21 (1.11.1862)
Date
1862-11-01
Page
Seite 158 (sequence 2)
Language
German
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! — 158 — . r 5) 4» die Sprach kenntniß cm Schüler der Zinn, der Gc dauke unscrer h. Schriften^ und Gebete erschlossen wird. Daher tömmi cs auch, daß in den Golteshäusern leine Antact't herrscht, daß überhaupt das Gebet Lippcndicnst wird oder, — daß die Synagoge einsam und vertanen steht. Das muß und — davon bin ich überzeugt — das wird" besser werden. Was muß nun zunächst Streben der Lehrerwelt, ja der jüdischen LLclt sein, damit es bester werde? Es ist eine unabweisbare Forderung der Gegenwart, daß — 1^ Diejenigen, welche sich dem Lchrfachr widmen, mehr und gründlicher Hebräisch lernen, als bis jetzt geschehen ist, *) daß 2) alle Gebete auch in reinstem Hebräisch abgcsaßt seien **),_ . Lehrer nnd Rabbiner sich bestreben, zweckmäßige Lehrbücher der hebräischen Sprache für Volksschulen Zu bcschgssen und daß d.stö Mädchenr'beatso unterrichtet werden, wie die Knaben.***) Außerdem wäre cs ren großem- Nutzen, wenn die richtige (ericntatische) Äussprache dcs Hebräischen wieder cingcführt und das jüdisch-deutsche Schreiben' aüs den.Schzilcn vcrb an nt würde. ****) Selsen oft habe ich cs' gefühlt, daß im Allgemeinen die Kcntttniß des Hebräischen bei den Lehrern noch znnehmcn mut, um diesen Unrerrichtszegenftand in der Schule anbauen! und mir Erfolg behandeln;u können. Freilich gibt es ^'ebrcr^ auf. die das Gesagte keine. Anwendung findet; aber von'Ausnahmen strecbe ich nicht. Ich' glaube, daß der Lehrer- 'cs in.-der hebräischen Sprache bis zur Ecnverfation bringen 'müßte. «Wozu? Um mit reisenden jU cciiöerfu-cii?'Sic eingehendste theoretische Kenntniß befähigt selten auch zrcr Ccnrnrsation.- Die Red ) Unmöglich kann die Keünlniß der bebr. Sprache zum RersrändNist ddr Gebete verhelfen, wenn diese gar nicht hebräisch , sind. Selche Gcbetstückc verderben den Geschmack und arbeiten dem Unürichr entgegen- Es müssen daher alle nieb! rein hebräische Stücke (Piutim s-.-v u. s. w.l entfernt iwcrten. **.***■,n Man wird doch nicht von der “r Wo e iJn'Ket.) '**);”,”lp.’rann-tc.1 wobt n..i t adz-änderr f^an feBe lyerzezen up.|-.r „Ui-tenidjt ein ’i^aSa« or.'tftt £er-J&erv ffntitr.toT untct riebtiger Aus werden? (Die Red.) Hebräischen. •* nimmt web! für die ob <te oder tesbalb itratf-c r -Lcicke» ift eurrck-rtg«? :Xi* Wnensebäst fc^«»an:-.tc[ .rcrtuzic'nck'ee Ausioracke. mebr Patin £te «3cm tt+r.ac aenannr ,-u-werccn. vercicntk t Die Ree.) W.-.n nicktdaß. ick nur rrm xädaioai'cke rankte aus urlbeik«. irmie-.ee.-r.)' “ Lchulc vcrlangeit, daß sic auch Kaldäisch oder gar ein hebr.- . kaldäischeö DialÄt lehren soll? Wir müssen bessere Lehrbücher haben. Das ist allerdings sthr schwer anSzuführen; aber fortgesetzte miithigc Thätigkht führt sicher zum Ziele. Schon senk .st der Fortschritt unverkennbar und verdient besonders Herr I. M. Japhct für sein p.rn-: unseren, wärmst, n Tant. Lehrbücher der hcbr. Sprache müssen so eingerichtet sein, daß das jSjiuD.auf synthetischem Wege tut Kenntn ß der Sprache kömmt 'und durch dieselbe den Urterl der h. Schrift der Form und dem.Inhalte nach auffassen, verstehen und fühlen kann. Ahn's und Ollcndvrs's Methodcn zur Erlernung mvderiicr Sprachen dürften auch hier Beachtung verdienen. *1 Der Unterricht würde dann den Schüler interessant werden und die bebr. Sprache die Herzen der Jifgenh gewinnen. Auch dürften wir au nehmen, daß dieses Feld nach Verlauf der Schulpflichtigkcst nicht ganz vcrnachläßigt würde, zumal beim Gottesdienste jedes Wort das Gemülh anfpricht. Der Fortschritt im Enltus wäre hierdurch^ sehr befördert. Wenn ich sage, daß auch Mädchen an diesem Unter richtsgegcnstandc l^hcil nehmen müssen,-so brauche ich wcül zur Begründung wenig hinzuzufügen. Auch das wcibliwc Geschlecht muß lebendigen Antheil am Gottesdienste nehmen, was ohne Kcnntniß dcp bebr. Sprache rinmöglich ist. Odsr soll das weibliche Geschlecht in einer anderen Sprache betest als das männliche? Ist die Kcnntniß der Bibel 'für das weibliche Geschlecht weniger wichtig? Wenn wir die hcbr.Sprache.-™ per? nennen, warum verunstalten wir sic fcuid) unser verdorbenes Dialekt? Ir es nicht eine Versündigung, die heilige Sprache durch ein polnisches Jargon hcrabzuwürdigen? Verlangt nid t die Civilisation, eaß^ wfr sie der Jugend nach der reinen I orientalischen) A rssprache lehren? Eine Svracl>c muß auch schriftlich erlernt Werdern Wird aber nicht her Orthographie durch das jüdisch-deutsche Schreiben cnigcgc i gearbeitet? Es wäre Zeit, diese Schris, von der das Kind keinen Nutzen haben kann, aus der Schule zu ei tfernen. Man schreibe hebräisch nur d e il r s ch, aber nich: e qa t j mit hebräischenBuchstabcr. ES ist nicht steche Absicht, durch diese Zeilen Lehrer meiner Eollcgcn; t werden, sondern ich wünsche nur, eine *) tlnserc' BearbtituUg fiat stch diesen Methoden > soweit die Bi - ,'onderheit der Trracke nick t andere -Fortkrungen stellt, in analntisck'-i»n!bet scker, clcinenttrisckier Zlcar-citunz angesckilossen, und wird dies nock> mekr bei dem nächstens erjckernendcn »Leie- und Uebersenunzsbucki" der Fat kein, das den Untcrri dt etwa für die ersten -wei Sckuljabre umfaßt. . (Die Red.) .1

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