Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 19 (1.10.1862)
- Date
- 1862-10-01
- Page
- Seite 146 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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146 atltn Denen empfchlcu, die in religiösen Vereine«, in Che- I Lra's, oder vor der Gemeinde — wie man sagt: zu lernen, j Vorträge zu halten haben. Sie werden hier die dem Geiste! unserer gewöhnlichen Glaubensgenossen sehr angemessene j Mitte zwischen strenger Belehrung und belehrender Unter- > Haltung finden. — , Die Brauchbarkeit und Angemessenheit der Hafters'- > scheu Lesebücher sind allgemein anerkannt, neuerdings auch wieder von der^K. Banr. Regierung dadurch, daß sic in das Verzeichniß der in den Schulen zu empfehlenden und zum Gebrauche erlaubten Bücher gesetzt wurden. Von der treulichen Behandlung Hecht'S überzeuge ich mich täglich durch den Gebrauch, den ich mit meinem eignen Söhnchen daran mache. Die Fibel enthält einen Mrhang: „biblische Geschichte" und „hebräische Lesefibtt" — und die Lesebücher enthalten sehr ansprechende Stücke aus der jüdischen Geschichte. — Wer, diese Schriften nock nicht kannte, wird uns dankbar sein, daß wir durch diese wenigen Worte neuerdings darauf aufmerksam gemacht haben. „ Neustadt. ■ ' Lehmann. Corresp o irden z. Aus Württemberg. Zn unseren Lehrerkreisen beherrscht gegenwärtig der Fortschritts - und Emancipationsgerankc alle Gemüther, und n»nn im Allgemeinen die Verhandlungen über diese Schul-Tazesfragen ruhig erörtert werden, so sprudelt doch auch ziuveilen der verbissene Grimm über as gewöhnliche Niveau, der ruhigen Debatte und peitscht > eine Wellen gegen den Fels der Gewohnheit und des lang-! jährigen Gebrauchs. — Die christlichen Lehrer in Würt- 1 tembcrg wollen nicht von der Kirche cmancipirt sein, aber sic fordern', daß die Meßncrci, die niedrigen Verrichtungen als Küster ihnen abgcnommcn und sie für alle Verrichtungen, die' nicht Mit dem Schulamte Zusammenhängen und aus ihm entstanden sind, besonders honorirt werden. — Die Beaufsichtigung der Schule soll nicht einem Factor,— der .Kirche, — allein züstchen, sondern alle drei Factoren: Staat, : Familie und Kirche sollen sic gcmcinschästlich führen. — \ Tie ökonomische Besserstellung der Lehrer wird von diesen , kategorisch gefordert, Md die Factoren der Gesetzgebung j kommen ihnen bereitwilligst entgegen. Beim nächsten Land-! tage werden diese Schulfragen erledigt werden, Zn Canni statt war im vorigen Monat eine Versammlung von 800! Lehrern, die in ruhiger, aber ernster Weise.Thesen über die Schul-, und Lchrcrsrazc anfstellte und das BerathnngSrchiltat in-eincr Petition an die K. Negierung nicdcrlcgte. — Tie israelitifchemLehrer hatten noch eine besondere Versammlung' in Stuttgart, in ,"welcher sie eine Petition an die gesetzgeberischen Factoren entwarfen und durch den Herrn Liebmann, Waiscnvater rind Seminarlchrcr in Eßlingin, vorlegken. Die Bitte umfaßt die Stellung der Lehrer als Vorsänger, ihre ökonomische Lage und das Aufsichtswcsen der Schule. An letzterem wünschen sie nichts geändert und sollen die christlichen Schulinspektoratc auch ferner die Aufsicht über die iSrael. Schulen, als Experten vom Staat bestellt, führen; der RcligionSunterricht bleibt aber unrer dem Rrsiort der israel. Öberlirchenbchörde. — Ucbrigcns werden die israelitischen Lehrerftellen in Städten ganz und in Landgemeinden thcilwrise aufgelöst, in Vorsaugcrstellen nmgcwandelt und der.Schächterdicnst bcigcgeben werden. Das ist das Streben der Gemeinden und vieler Rabbinern (!? J DaS industrielle Zeitalter nivelirt die Religionen, und ihre Bekenner wollen die Dämme der confcsiioncllen Verschiedenheit nicverreißen; die Communalschule läßt alle religiöse Verschiedenheit unberücksichtigt und nebenbei kann irgend ein Erii2' und p5p etwas Hebräischlesen-e-rou lehren Die Moral kommt ja beim Handelsgesetz und daö „Mein und Dein" beim Wechselrecht vor; mehr braucht man jetzt nicht, denn die Andachtwird von den Klängen der Orgel, die der christliche Küster, daß kein Jude den Sabbarh entweihe, spielt, geweckt. Daö religiöse Bewußtsein unserer Zeit- und Glaubeusgenosicu fühlt sich befriedigt, wenn die Gemeinde die Synagoge ncn baut oder rcstaurirt, dreijährigen Eyklus beim Thora - Vorlescn und Orgcls^icl beim Gottesdienst einführt. Ter iraelitischc Lehrer, dessen Unterricht sich nicht in allen Fächern mit dem Glauben ccntralisirt, wirft das Judcnthum zur Schule hinaus und zuletzt werfen die Juden den Lehrer hinaus und schicken ihre Kinder in die Communal- oder Realschule. — Bei der Versammlung israel. Lehrer in Sruitgart, wurde ein UnterstützungS-Verein für israel. Lehrer unv Vorsänger gegründet, uud liegen die Staturen gcgcuwärlig den Behörden zur Genehmigung vor. Bei dieser Gelegenheit möchte ich den Collcgen in Baden rathen, ebenfalls einen Nntcrstützungk-Vcrein zu grüneen, daß würdige Berufsgcnossen unterstützt, unwürdige Bettler aber, die Lancaus- und ab vagabondircn, öffentlich gekennzeichnet rverren. Ich werde demnächst einmal Veranlassung nehmen, das Signalement einiger solcher Zneustrieritter zu geben. — Zn d':m Königl. Schullehrers cminare in Eßlingen sind gegenwärtig 10 israel. Lehramrszöglinge. Dieselben (Alle? N.) haben sich geweigert am Sabbarh Orgel zu spielen, und werden deßhalb gar nicht zumj Unterricht im Lrgclspicl zugclassen. (o .«ancta simplicitas.' N.) Bei der allgemeinen Einführung von Orgeln werden diese Seminaristen später als Vorsänger es vermissen, wenn sie nicht das Orgclspiclcn verstehen. Uebrigrns soll das theologische Mitglied der Oberkirckenbehördc ras Orgelipielen