Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 19 (1.10.1862)
- Date
- 1862-10-01
- Page
- Seite 147 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4896751-5428752-5431136--0355-4897046- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
/ — 147 — am Sabbath von Juden erlaubt Halen. — Gegenwärtig erscheint, und ist die erste Lieferung bereits ausgegeben: „Luv Lehrbuch der praktischen Methodik, 2 Bände in 4 Lieferungen, die Lieferung zu 1 fl. Wiesensteig, Schmid." Der Verfasser ist Bolksschullehrer und als tüchtiger Methodiker bekannt; er hat Proben aus diesem Werke iu der Volksschule mitgethcilt und haben dieselben sehr angesprocbcn. Wir werden später auf das Werk zurückkommen, wenn eS ganz erschienen ist. u IN s eh a u. — Der Oberrath in Baden hat nunmehr auch die Leitung b'v Israel. Schule aufgcben müssen, die, wie die der andern Confeüionen, dein allgemeinen Urtbcilc nach dem von sehr tüchtigen, dem Fortschritte huldigenden Männern zusammengesetzten Oberschulcolleginm übertragen wurde. Wir gratnlircn' Möge st cd nunmehr die badisch: jüdische Schule, die der Zeitgemäßesten Organisation sich erfreut, .znm Heile der Gemeinden von innen heraus kräftig entwickeln; dann werden gewiß auch die religiösen Interessen am besten geschützt sein, vielleicht besser als dies unter der Acgidc des gegenwärtigen ObcrrathS geschah, besten Reorganisation in den öffentlichen Organen, analog der Rcozauisation der anderen obersten Kirchcnbchörden nachdrücklichst verlangt wird. — Der „Schulbote für Rhein und Main" daS trcstlich'redigirte Organ der hessischen Lehrer widmete der Alzeycr iSrael Lehrerversammlung in Rr. 16 einen sehr wohlwollend geschriebenen Leitartikel, dessen Gingang wir zur Anregung für künftige Fälle uns zu entnehmen erlauben. Ter Referent, der der Versammlung anwohncndc Mitrcdakkcur jenes Blattes, Hr. Pfeiffer, war mit der Versammlung bester zufrieden, als wir selbst; er sah eben nur, — was da war. Er sagt: „Ter Bcrcin israelitischer Lehrer in der Provinz Rheinhessen hielt am 10. Juni jüngsthin im Alzcycr Kaisersaale seine achte Jahresversammlung ab. JnstitutZvorstchcr Lehmann ans Neustadt a. d. Haardt, Lehrer Swlzbach aus Kirchheimbolanden und Schreiber dieses waren als Gäste -zugegen. Der von dem außerordentlich thätigen Geschäftsführer des Vereins, Lehrer Klingenstcin aus Odernhcim, erstattete Bericht über die Vereiststhatigkeit im abgelaufencn Jahre, rcfp. über den mit dem Vereine verbundenen Lesecirkcl bildete den ersten Gegenstand der Tagesordnung. Nach hierbei gewonnener Kcnntnißnahme zählen die zur VereinSbibliothck gehörigen Schriften selbstverständlich zumeist zu den spccifisch iSracl. ReligionS-, GcschichtS-, Zeit- und Mustlschriften, wobei jedoch Bücher allgemein pädagogischen Inhalts ebenfalls — namentlich die Diesterweg'schcn Schriften — in entsprechender Zahl Aufnahme gefunden haben. Zur Anschaffung neuer Werke zahlt jede« Mitglied pro Jahr 2 fl. pränumerando. Außer einiger Gcsangswerke rc. wurde für das nächste Jahr auch die „Geschichte der Pädagogik von Dr. Schmidt in Göthen" als weiter anzuschaffende Bücher in Aussicht genommen. Herr Lehmann versprach die alsbaldige Einleitung zur Zustandebringung eine« AnschlustcS der Pfälzer Lehrer an den rheinhestischen iSraek. Lehrerleseverein treffen zu wollen, wodurch eine zweckdienliche Vergrößerung und Ausdehnung der Bibliothek u. f. f. ermöglicht würde. Lehmann und Sulzbach, gleich den andern Anwesenden auf der Stelle jeder zwei Gulden zahlend, schloffen sich also tatsächlich sofort dem Vereine als frische Glieder an. Die Besprechung der iürael. Lehrer- und Schulverhältnisse bildete den zweiten Gegenstand der Tagesordnung, nach besten Beendigung ein gemeinschaftliches Mittagsmahl eingenommen wurde. Ein Referat des Lehrers Hirsch auS Guntcröblum über die Verbindung der Schule mit dem Hause, bcz. über den häufigen störenden Einfluß des letzteren auf das Erziehungswerk, fotarni ein ergreifendes Abschicdswort von Lehmann und dem Präsidenten Marx aus Alsheim bildeten den Beschluß der Sitzung. Die offene Herzlichkeit, die während der von A bis Z von dem würdigen Präsidenten so vorzüglichgeleiteten, und von reger, begeisterter Strebsamkeit und Opfersreudigkcit rcugcnden Versammlung sich kundgab, zeigte sich ganz besondernoch bei der gegenseitigen Verabschiedung in manch htrrlich traulichem Wort, ja — in manchem mit Thränen (! teil Auge. j Jener genußreiche Tag gibt mir Veranlastung, eine I Parallele zu ziehen, ein kurzes Wort über Vercins- | thätigkeit überhaupt zu sagen, und nebenher noch über! Dieses und Jenes zu plauocrn." I Selbst das „kleine Häuflein" vermag Viel, wenn cS fest zusammenhält, und begeistert für, seine gute Sache ist; wiederum aber: die colossale Maste vermag Nichts, wenn; sie zerstreut und zerrissen ist, wenn sic sich in Jndifferen- I tismus, Schlendrian und Lethargie, iu Egoismus und j Separatismus verrannt und festgefahren hat. Der, rhcinj hessische iSrael. Lehrervercin zählt ca. 3J Mitglieder und : steht im Flor, fein Lesecirkcl geht flott; dagegen haben die j 60—80 Lehrer in diesem und jenem Kreise bis ans den! heutigen Tag nicht einmal zu den bscscheidensten A n s ä n g e n! eines solchen wichtigen LcsevercinS fommen können rc. j — Dr. jur. Kunreuth er, der energische, klare Vertheii feiger seines Rechtes, welcher so lange um seine Zulassung zur j Advokatur in Kurhessen nachsucbte, ist in Coburg als Bürger | ausgenommen worden, und die Anwaltökammcr (das Juftiz-