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Der israelitische Lehrer · 1862-10-01 · 19 (1.10.1862) · p. Seite 145

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
19 (1.10.1862)
Date
1862-10-01
Page
Seite 145 (sequence 5)
Language
German
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145 durch das Laos aus. Von da ab immer von drei z« drei Jahren je drei oder zwei Mitglieder abwechselnd und eben so viele Stellvertreter (8-15.), fämmllich nach Ancimnität, und soll an dercn Stelle gleichzeitig eine Neuwahl stattfinden. Die auSzeschiedenen Mitglieder können wiedergewählt werden, sind aber vor Ablauf der ersten drei Jahre zur Wiederannahme nicht verpflichtet. §. 19. Der Vorstand wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter für diesen. Üeber die Verbindlichkeit zur Annahme dieser Wahl gelten die Bestimmungcu des 8- 17- 8- 20. Das Wahlgeschäft (§. 18.) leitet der Vorsitzen! e des Vorstandes. Vater und Sohn, desgleichen Brüder und Vetter, Onkel und Neffe dürfen nicht gleichzeitig Mitglieder des Vorstandes sein. 8- 21. Jährlich soll wenigstens eine Generalversammlung stattfinden, und bestimmt alsdann diese den Ort und die Zeit ihrer nächsten Sitzung. Ebenso soll auch jährlich wenigstens eine Sitzung des Vorstandes stattfinden. Ueber den Tag und den Ort seiner Sitzung bestimmt der Vorstand selbst. §. 22. Die Mitglieder^ des Vorstandes können nur dann gültige Beschlüffc fassen, wenn sie von dem Stellvertreter (§. 10) schriftlich und mit Angabe der zu berathcnden Gegenstände vorgeladcn sind. §. 23. Eine solche Vorladung muß der Sitzung mindestens acht Tage vorhergehen und qußcr den zu bcrathenden Gegenständen die, Zeit und den Ort der Sitzung genau angcben. Bei Bestimmung des Ortes der Sitzungen, -sowohl bei Sitzungen der Generalversammlungen, als auch de« Vorstandes.(8- 21.), ist darauf Rücksicht zu nehmen, daß derselbe möglichst ein solcher ist, von welchem die Mitglieder beider Provinzen ungefähr glcichweite Entfernung haben. 8- 24. Die Mitglieder des Vorstandes rcsp. deren Stellvertreter (8- 15.) können auf Vergütung der betreffenden Reisekosten Anspruch machen, in welchem Falle nur die Fahrpreise der HL Wagenklaffe der Eisenbahn rcsp. der Tagespost vergütet werden.' (Schluß folgt.) Recension. nj'Ni- Der Pentateuch in lehrreichen und erbaulichen Betrachtungen, Erzählungen und Gedichten von I)r. Emanuel Hecht S. 456. Preis 1 fl. 45 kr. Hä st er's Lehr- Und Lesebuch — für hie MittelnndObcrk lasten. Preis 51/3, 71/* und 16 Sgr. Wir erfüllen eine Pflicht der Pietät — „spät kommt Ihr, aber Ihr kommt doch- —, indem wir obige Werke unseres, um die jüdische Literatur wohlverdienten, seligen Mitarbeiters zur Anzeige — und, nach bester und inniger Ueberzcugung, zur Empfehlung bringen. Unser alter- „Zeenu nrenu“ hat sich längst überlebt und doch war es eine gemüthliche Zeit, da unsere Mütter und Großmütter in sabbathlicher Ruht, im Stillleben der Familie jener Tage, sich am Sabbath Nachmittage jener Lectüre Hingaben, die bei dem nach ächt orientalischer Sitte so höchst mangelhaften Unterrichte des weiblichen Geschlechtes die Kenntniß vom GotteSwvrt auch in diesem Kreise zum Segen der Heranwachsenden Jugend wach und frisch erhielt. Heut zu Tage haben leider! unsere Mütter, Frauen, Schwestern und Töchter am Sabbath andere Pflichten zu erfüllen, als sich dem Hören und Lesen von GvtteS Wort hinzugcbcn: heute muß man, foferne nicht dem täglichen Gewerbe nachgtganzen wird, den Schmuck und Putz zur Schau und zur Bewunderung umher tragen, dem LuruS und der Kleiderpracht fröhnrn, dir leider! Israel „in den Augen der Völker^ schon soviel Schaden gethan haben und noch thnn. O, wer die Einfachheit vergangener Zeiten nur einigermaßen festzuhalten vermöchte! — Eitler Wunsch! Wer kann, im guten oder schlechten Sinne, dem rollenden Rade der Zeit in die Speichen fallen und ihm ein Halt! zurufen? — Aber Eines vermögen wir und das sollte jeder israelitische Familienvater, vorab jeder Lehrer, erstreben: daß mindestens neben den guten oder schlechten Romanen, die die Tagesliteratur unseren Frauen und Töchtern in die Hand führt, auch daS Wort Gottes von ihnen nicht ganz zur Seite geschoben werde. Und hierzu empfiehlt sich ganz besonders dieser „Pentateuch" unseres verdienstvollen Hecht. Es sind Partien darin, die in Siunigkcit dcS Inhalts und Vollendung der Sprache und Darstellung sich den gerühmtesten Parabeln eines Herder und Krummacher cbenbürttg -zur Seite stellen lassen. — Der Talmud hat uns Juden schon unendlich wehe gethan. Zu einer Zeit absorbirte er alles Denken und Fühlen des Israeliten, nahm Geist und Zeit für sein Studium so ganz gefangen, daß das einfache Gottcswört in der Bibel darob fast' vergessen wurde. Zu einer andern wieder war er eö, der zu den gehässigsten Verleumdungen und Verfolgungen unserer Religion den willkommenen Aulaß bot. Heute scheint nun die Zeit einer richtigen Würdigung gekommen. Man studirt die Philosophcme dcS Talmuds als ein merkwürdiges und wohlbercchtizcö Denkmal jener Zeiten; man überläßt seine Kasuistik den Männern vom Fach, man sucht aber die vielen Goldkörncr, die in seinem Schachte vergraben liegen, an's Tageslicht zu fördern und sie nutzbar zu machen dem Dienste unserer Zeit, im Lichte geläuterter religiöser Anschauung.— Von diesem Standpunkte aus möchten wir nun das Buch

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