Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 19 (1.10.1862)
- Date
- 1862-10-01
- Page
- Seite 143 (sequence 3)
- Language
- German
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143 J Unterricht crthcilt werde, daß in unseren jüdischen BclkSschulcn wahrhaft religiöser Sinn gepflegt, werde; daß die Kluft zwischen denjenigen, welche'zur Förderung der Religion berufen sind — Lehrer, Rabbiner, und Gemeinde- Vorstände — in würdiger und für alle Theile vorthrilhafter Weise auSgcfüllt werde: Der Mnisib, der;ur scbwankmden Zkit auch sckstoankknd gesinnt Ist, Der vcrinehret das Unbcil und breitet es weiter und weiter. Auch in den kleinen Gemeinden herrscht ein vielfach verwirrter Kram, »und thörigte Nachahmungssucht, verderbenbringende Gleichgültigkeit und Eigensinn vermehren das Verderben. Ter leidige Lehrermangel ist rin immer weiter greifendes Ucbcl, und dennoch werden die rechten Hilfsmittel, die doch so klar und einleuchtend sind, nicht gegen diese Calamität angewandt. Wir sehen nicht, daß irgendwo — die bayerische Pfalz etwg ausgenommen — Schritte gethan werden, dem steigenden Ucbcl abzuhelfen. WaS soll daraus werden? Wie lange wird es noch währen, so flehen auch die Synagogen in den mittleren und kleinen Gemeinden, erst theilweise in neuer Zeit mit vieleni Anfwanre gebaut, leer — weil keine qualificirten Rcligions beamreu vorhanden sind. Die neue Zleit hat uns mancherlei jüdische Vereine und Institute gebracht. Gibt eS ein größeres Vedürfniß in Israel als die Heranbildung von Rcligionslehrcrn? Sollten nicht vor allem zu diesem Zwecke alle Kräfte aufgcbotcn werden? Was kann uns alles andern nützen, wenn die Zukunft Israels in Gefahr ist, wenn unsere Kinder keinen Religionsunterricht mehr genießen, wenn die Lehre, welche „nicht weichen soll auS dem Munde unserer Kinder, und nnscrcrKindeskinder ans ewig" verloren gchcii muß, aus Mangel an Lehrern. Wir möchten Ach und Wehe schreien über ganz Israel hin, wo unsere Stimme vernommen wird, ans daß die Gemeinden aufgcben möchten die thörigte Abneigung gegen die Erfüllung der gerechten Wünsche der Lehrer, daß sie ihnen bewilligen möchl n einen anständigen Gehalt, geachtete Stellung und alles was damit zusammcnhängt, und daß sie sich zusammensck aaren mögen so viel ihrer sind, um Schritte zu thun, daß eie Lehre in Israel nicht verloren gehe, Jeder stark alleine Ltärkcr iin Pcreine daß junge Kräfte gewonnen werden, um den unter jeder Bc.-.ngung erhabenen und schwierigen Lehrcrbcruf zu ergreijen. Für diese Aufgabe des gegenwärtigen Judcnthums möge ihm tcin Opfer zu groß sein. Möge diese Zeit, der Wendepunkt zweier Jahre, auch der Wendepunkt sein der traurigen Zcrklüslung, des charakterlosen Gewährcnlasscns in Israel. Mögen die wenigen Männer, welchen unsere „Sclbstschan" zu Gesichte kömmt, eine solche wirklich vornehmen in diesen „erhabenen Tagen" rknd wenn sie das von uns im Ravren Israels ausgesprochene „Bekcnntniß" wahr finden, auch die rechte Buße folgen lassen. O, daß unser Wort Eingang finde — in den Herzen der Berufenen. ES bleibt uns, nachdem wir in den Gcsammthcitcn Israels, in den Gemeinden uns nmgcsibaut, nocffvübrig, einen Blick zu werfen auf die einzelnen Stände und Bcmfskrcife, welchen vornehmlich die Aufgabe geworden, die Religion Israels zu lehren und zu verbreiten, — die Lehrer der Erwachsenen und der Jugend zu sein; wir meinen die Rabbincn und die gesammtcn Rcligioms- und VolkSlchrer. DaS sei mit Gott die Aufgabe eines weiteren Artikels im nächsten Blatte. Kl. i Das Gebet in der israel Schule 1 uoh Jlfecaubcc Elsiiher. Es wird keines Beweises bedürfen, daß die Schule ihren Zögling auch für den Gottesdienst, für die häusliche und öffentliche Andacht zu erziehen hat, denn die Schule hat es nicht mit einzelnen Fähigkeiten und Lträfnn des Schülers, sondern mit dem ganzen Menschen zu thun. Die israel. Schule insbesondere hat, in gegenwärtiger .-zeit daraufzu achten, daß sie die Liebe zum Gebet in die Kindcrscclc Pflanze und sie muß richtig d. h. andächtig beten lehren. Früher, alö die Neligionögesetzc noch strenger in der Familie und im Leben aufrecht erhalten wurden^ hatte die Schule sich weniger mit der Ucbung im Gcb.te und im rd cS geschah von Seiten der Eltern Snnagvgc. Es war Gesetz und hci- ,,Schema und Tliori Judenthum halte fü|c Berocho; die Mutter zum Lobe Goltcö. rede sielten, mir der ferm des goitesdienstli Beten zu befassen, u zu Hause und in der tige Ente, daß man Hedem Kinde, das sprechen konnlc, das ziwo lonu Mosche“ lehne. Tas^ jeden Genuß seine Benetliktion mahnte bei jedem Genüße das Kind 218, Tephilm, Mesiisa waren Anjchauungemittcl zum Gebet. Wir können cs nicht in Ab- Lockerung dos ZcremonialgcsctzeS ifi auch das Gebet fetter er in Israel geworden und die Rehen Knltuü har das andächtige Bereu nichl gefördert. — Freilich wird" die Schule das uick'l ersitzen könne», was die häusliche Erziehung, was das Lebern vernachlässigt; überhaupt wollen wir der Sck'nle keine Allgcwalr vindicircn, da man ohnehin der Schule schon zu f viel Verantwortung stufbürdct. Ab^r Beten muß fcic- Schnle lebten, um ihrer zclbst und um res Zöglings willen. Dip Alten haben beim Gcsitzesfindinin gebetet, nnd wenn unser Abmühcn kein vergebliches fein soll, so müssen wir mit Gebet unser Schnlgcschäst begimrcn nnd schließen. i 1 ' i