Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 18 (15.9.1862)
- Date
- 1862-09-15
- Page
- Seite 137 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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137 bete und theilS durch geregelten Chorgesang. Was nun , letzteren betrifft, so Hai dieser für den Chorleiter oder Kantor ' mancherlei Schwierigkeiten, denn thcilö fehlt cs an guten j Stimmen und theilö haben die Mitwirkenden, besonders die j Erwachsenen selten genug Ausdauer. Hier ist noch mancher! Bater, der als Gegncr de« Chorgesangs seine Kinder nicht! mitsingcn läßt, dort muffen die Knaben am Sabbath Morgen ins Gymnasium oder ineine andere Schule gehen. Da haben dije jungen Leute nicht Zeit zur regelmäßigen Uebnna, l dort könsicn sic am Sabbath Geschäfte halber dem GottcS- , dienste Nicht beiwohnen. Hier dürfen Mädchen nicht miti singen in der Synagoge, dort fehlt ein passender Raum sie! unterzubtingen. Kurz cs gibt der Schwierigkeiten mancherj lei, die oaS Bestehen eines vicr'iimmigcn ChorzcsangcS er-, i schweren!odcr gar au die Dauer in Frage stellen.- Dazu - kömmt noch, daß die Chorleiter selbst oder die Kantoren | nicht immer die nvthige Befähigung und Ausdauer haben. Herr Brrölaucr spricht sich zwar in Nr. 18 der Zeitung deSJuocnth. dahinaus, daß, wenn ccrGesang- und Sprachunterricht Hand in Hand gehen, gewiß die Klage über Sängcrniangcl, die man häufig von Chorleitern hört, verschwinden wird. Wcrd« n aber die oben angcdcutcten Schwierigkeiten alle schwinden; wenn die Kinder das auch verstehen, was sic gingen? Und |U'ie ist dieses Verstänvniß bei den erwachsenen Mitwirkens! u zu erreichen oder gar bei einer Aushilfe (wenn auch selten) von christlichen Sängern? Eine langjährige Erfahrung in diesem Fache hat mich überzeugt, daß ohsre Instrumentalbegleitung der Synagogengesang immer seine Schwierigkeiten hat. Das beste und volltönendste Instrument aber zu, Unterstützung und Hebung des Gesangs ist! die Orgel, chcShalb schon mehrere größere Gemeinden diese für die Synagoge angcschafft haben. Dieses Instrument! wirkt wie lein anderes auf Gehör und Gcmüth ganz außerordentlich; cs ersetzt im Nothfallc die fehlenden begleitend:« Stimmen, . dc8t die Schwächen, und Lücken, hält alle im Takte und erweckt zur Andachte -Freilich wird die Einführung dieses Instrumentes an vielen Olten auf Widerstand stoßen; indcffeu erging es dem Chorgcsangc selbst auch nichi anders, und dem Borurtheil darf nicht gcfröhnt werden. Weiter wird von Herrn B. geklagt, daß die Auswahl mit :t guten Synagozcngcsängcn nicht groß sei, wenig Gutes sei bisher zu Tage gefördert, das Schlechte sei überwiegend. Ich glaube aber, daß in den bereits vorhandenen Synagogingcsängcn genug da sei, das den Namen gut beanspruche l dürfe. Ist in der Münchener und Wiener Ausgabe das Schlechte wirklich überwiegend? Sind die Arbeiten von Nau nburg und Wcintraub überwiegend schlecht? Oder sind diese Rücksicht genommen daß beim Abschrriben von der Partitur das Fehlerhafte in der Aussprache rc. gleich > verbessert würde, um das Ohr des Beters nicht zu beleidigen, wenn cs überhaupt deren viele in der'Gemeinde gibt, die das Fehlerhafte erkennen. Ich glaube immer, daß es eher an guten, eifrigen und ausdauernden Sängern fehlt, als än guten Gesängen. UebrizenS ist 'unsere Zeit noch ein: Zeit des UebedganzS, da das Institut des Synagogenchoi s noch neu ist und kann füglich von einem goldenen Zcitalt r für die Chorleiter noch lange nicht die Jtebc sein, möge b r Gesang, hebräisch und deutsch, noch so viel in der Schule gepflegt werden. So lange der Gesang aber rhnc Inf rumcnten^ oder Orgclbeglcitunz auSgcführt wiro, müssci. sicb Chorleiter und Gemeinden mit den Leistungen ihres Chores begnügen; keineswegs aber liegt die Schuld an dep Gesängen selbst, wenn > der Chor seinem Zwecke im Ganzen nicht entsprechen sollte. darum schlecht, weil nicht überall auf ni'TDn »nr 1 W. in W. ecenfion. Hästers Lehr und Lesebuch oder sinnlicher und sittlicher Anschauungsunterricht für de Mittelklassen der BolkSschule. F/ir israclitisihe Schulen bearbeitet von E ni a n ii't l H echt. Zweite verbesserte Auflage. Essen, Druck sind Berlag > on.G. D. Bädecker. Preis, roh 7'/- Sgr, ('224 S. 8> ) Desselben, Fibel Hebräische £cfe 1 oder der Scl reiblescunterrickit rc. ibel von Enanucl Hecht. Wir haben uns seiner Zeit sim Stcin'schcn Bolkölchrer) gegen das Lesebuch für die Obsrklasse unseres jcnt leider der Schule cntriffcnicn Hecht a«Sgcsprochcn. -Koch ist der Streit „ob Realien-oder nur Lose buch" nicht ausgeglichen, Noch soll bei Manchen das Lesebuch ein >„ Universalbuch" sein, unv hält crs für vewicnstlich, uenti cs den ganzen Schulunterricht m'nuue enthalte. D >ch glauben wir, daß schließlich die Ansicht der Conccntrati rnömännir hier nicht siegen wird. — Hiergegen stimmen die Ansichten über das Lesebuch für die Mittelklassen viel mehr überein, obwohl die Beschaffung eines guten Lcscbu heS für diese Klaffe eben so große Schwierigkeiten hat. De: Anschauungskrcis der Kinder dieses Alters und Dieser K asse ist ein beengter; eS ist. eben das Alter der ist? Dem wäre ja dadurch abzuhelfcn, das Lesebuch dieser Klass den" der Anschauung un mcinde; Thiere, Pflanze Umgebung; sittliche und Erscheinungen der 'Natur, wußten" Sinncnlcben des den Inhalt des zweiten ft fschanung" und das Material für soll diese, das „Sick bewußt wer« erstihnen. Schule, HauS und Ge- Steine aus.der nächsten hcli<fiöse Gemcins haften; bekannte erhaupt alles, was dem „beindes nahe gerückt ist, kann Huches für die^Kinder bilden.