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Der israelitische Lehrer · 1862-09-15 · 18 (15.9.1862) · p. Seite 135

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
18 (15.9.1862)
Date
1862-09-15
Page
Seite 135 (sequence 3)
Language
German
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I — 1 sende. ES ist eine so natürliche -als beruhigende Voraussetzung, daß die Estern, diese durch alle Bande der Liebe an das Kind geknüpften Angehörigen, auch wirtlich dessen künftiges Beste ernstlich wollen und nach bester Uebcrzcugung fördern, allein die Voraussetzung ist dennoch nur allzu oft eine unwahre. Nicht tugendhafte Menschen — was doch jeder als die Bedingung des wahren Glückes tcnnl — wollen sic aus ihren Kindern machen, sondern reiche, kluge, polirte, oft genußsüchtige Leute. ES tlingt dieses Urihcil wohl hart, ist aber leider l.ichtsdcstowcnigcr allzu wahr. Oie grölßere Hälfte der Eltern würde, wenn ihnen, wie Salomo im Traume die Wahl zwischen Weisheit ltnd Ncichthuin für ihre Kinder gegeben wäre, unbedenklich den letzteren wählen, sic scheu Tilgend und Religion als ganz leidliche Dreingaben für den Lebensbedarf an *), aber sinnliche Güter würden sie doch nicht dafür anfopfern. Sic wollen von ihren Kindern möglichst viele Vortheile, möglichst wenig Last haben Danach wird bec Vi len die Erziehung der ersten 'Jahre - eingerichtet. 'Nun kommt die Schule und soll die Wünsche der Eltern rücksichll'ich der Kenntnisse eiligst befriedigen, in den Sitten aber keine Acndcrnng verlangen,, denn daü würde die Hausordnung stören. Die schlimmen Einflüsse des Hanfes, die Schmeichelei, die Näscherei, die Unwahr- Hastigkeit, lautere saubere Dinge, die im Hanse gepflegt wurden, dauern fori und die Sä ..lo soll dock' mehr thun, als lauiiren lehren. Der Kontrast zwischen, den Marimcn der schule und denen des Haus s wird von Jahr zu Jahr greller und schaffe eine tiefe Kluft, welche-alle Früchte der Lchr'cr-Wukjamkcit verschlingt. Fragen wir zum Beispiel, woher eie Unaufmerksamkit, die Zerstreutheit rührt, welche in ganzen Schulklassen, be . onders der Slädte **), den Erfolg des Unterrichts schwächt, indem sic die Auslassung an sich hindert iltid den Lehrer nölhigt, sich mit der Tisciplin zu beschäftigen, so darf ge trost geantwortet werden, das HauS ist es, welches dieses Unkraut gesäct bat und' täglich pflegt. Die Kinder sind gut, aber die Welt ist böse. Eine sehr verderbliche Mitgift ocr in die Schule cintrctcndcu Kinder in der Mangel an *) Und dies nicf't immer; moiufe C'iicrn iv.Hcn k.niin tiig.nc haste ettr religiöse 'Unter, die ihnen niri't „v.rbist'en" genug Hut auf die äußeren Güter des LebeitS. - Die Red. **) Dr. Kühner, der boci'gcicbäprc Direktor der Äusterstbule 'in Frankfurt sagt in einem seiner S «bulvrogramme etwa siolgendes: Die Km rer der Stadt sind in d a erst,» Klassen der Sel'ule den Landkinder» weit vor; ne taten Anschauungen, eine Routine, die jen en fehlt. Ater im 1.1. u 14., da werden sie dlastrt, üter'ätiigt, da stehen oft ganze Klassen still, und wir Lehrer würden oft rathlos dastctcn, wenn wir nicht durch frische vorn Lande uns zuf.icßende Kräne ein immer letendiges Element für rie einer höheren Einwirkung fast unzugängliche Äast'e unserer Kinder «rhiclte». Die Red. J5 Gehorsam und Zucht und die daraus folgende Abneigung gegen alle Personen, welche Gehorsam fordern. Gewiß wird, wenn die Erschlaffung der häuslichen Banve anshöN, da» im elterlichen Hause an strengem Gehorsam gewöhnte Kind dem Lehrer stets Fol sann eit beweisen und sich später .als Tienstbotc oder Lehrling den Wünschen seiner Dicnstheprschaft und Lehrherrn fügen und keine Wide'rsrcnstigkcit sich zu Schulden komnirn lassen. Am wenigsten geneigt sind die Eitern, dem Lehrer eine Gewaltüber das' Benehmen der Kinder außerhalb der Schule cinzuräumcir. Wie steht e§ mit der Wahrhaft! - keil? Welche Wa.hrhasligkeil kann sieb in einer Zngcnd bilden, welche in der Schule gehört: Du sollst die Festtage heiligen und zu Hause das gerade Gegcnthcil ror Augen sicht? Die Schule best hlt: Du sollst unter fcler Bedingung, selbst :nn es Dir Schmerz kettele, eine Lüge sagen, die Mutier er will, dast man sie verlängne, wenn ein nnbegncmer -such kommt, käst e:r Vater Nicb's erfahr.', wenn, sich vas Unangenhmcs ereignet bat je:? Wir sehen ans cicseis Beispielen, wie daS Haus so häufig diametral den Bestrebungen des gewissenhaften Lehrers absichtlich orcr uüLbsichilich ciilgegciiwirtt. s ie nachlheilignc Folgen hicrvoist liegen aus flacher Hand, Es i?äre überhaupt über daS Thema 'ch viel zu berühren, was in innigster Beziehungmit chcm bicr schon Gesagten siebtooch ich breche davon ab ulld füge nur noch die wichtige Bemerlnng z^m Seblust hinzudaß cs' hauptsächlich ron dom Hanse abbäiigr, ob die Bsirlsamkcit einer gut bestellten Schule er’tc reichlichen Segen für die Famil c und Staat bringen',: oocr eine fruchtlose werde. Möchten das alle Ellern, denen oas wahre Wohl der Ihrigen scbr am Herzen liegt, cii:er besonderen Beachtung und Bcrüchsichliznng würdigen. Statuten der Untcrstützungskasse des Vereins israelitischer Elcmcntarlehver Wcstphalens und der flihcinvrevislz. *> Fn dor hente zu H a m m abgehaltcncn Eonsercnz des ■*j Die Prrös>'cnllicl>urg dw>e> Dlattiien gerciclu uns-zu»i desordonn Vergnügen. Das ist denn docl> endlick einmal eine wabrbaft, „rettende Tbat" der debrer, die, mag rer Ercolg auc!> izckt so glänzend auofäfleii, wie wir, bei drr große» Bedeutung einer solcken Anstalt, »u erwarten derccktiat wären V rock besieben und Segen verbreiten, wird bis ifi sie spätesten gjeiten. ^Hoffen wir dK"'-' sll7K K7 '7! Die Ieraelitk» in Rbeinlanb nur Wst'lpbalcn werten iegreireu, daß «e keine Anstatt gibt! in ibren .'ireben, deren Hetung mehr in ibrem eigenen Jntcreise liegt, j und die dcr wärmsten Pflege und llnterstüliung würdiger wäre. — Wenn j wir mit unfern sckwackcn Kräften für die leider in ihrer Art, so viel i wir wissen, noch einzige Anstalt in Israel (C, armts Hesicn!) : irgend etwas thün können, jo erklären wir uns im Voraus mit Zrenden! bereit. \ Die Recalkion.

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