Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 17 (1.9.1862)
- Date
- 1862-09-01
- Page
- Seite 129 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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12!) hält wohl, n»e wir eben sehen. auch Realien; aber diese sind nur in lebendigen anziehenden Biloern vqrgeführt, nicht als ungenießbare langweilige Otomenctytnrtki, nicht als dürres Realienzcrippe. Es in ein eebt ■ israelilisches Buch; cs bat nur solches Material ausgenommen, wie eine gute indische Schule es bieten mag; und koch e rthält cS weder Rcligionstchren noch bibl. Geschichte, noc» Stücke aus den ascetischen Schriften des Mittelalters, »nd das, was die vier ersten Bändchen bieten, dürfte — uns das ist ein großer Vorzug deS Buches sowohl, als auch des JudcuthumS überhaupt, das dies, gelobt sei Gott, ermöglicht! — auch in jedem guten Lesebuchc, auch für nicht jüdische Schulen werthvoll, interessant und nie!: im Ent-erntesten anstößig sein. TaS fünfte Bändchen — Die jüdische (nackbiblische) Geschichte in Lebensbildern — ist eine garn vorfüg-, liche Sammlung des .Schönsten uue Besten, was uns die jüdische Literatur in diesem Zweige bieten könnte, rorzügllch im vollen Sinne deS Worte«; sie wird jedem Lehrer Freude machen; sie wird des KinteS Herz ergreifen und erheben. Eie ermöglicht wie lein anderes der bisher für diesen Sipetg erschienenen Schriften einen passenden Schulunterricht in! der nachbiblischcn jüdischen Geschichte. Sie wird hinreiichen, um eine anschauliches Bilv deS jüdischen Bolkslcbens der ganzen nachbiblischen Zeit ins Her; der Kinder einzuzeichnen, und ihm Begeisterung für Juden und Judentbui» cinzustößcu. Wir haben nie ein Schristchen für! die Schule mit größerer Befriedigung gelesen, und obwcihl stns das Meiste, als von anderen uns theilweiic bekannten Schrift - stelleru emlichenes Material bekannt war, so hat dss Ganze doch einen solchen wohlthuenven Eindruck auf uns! gemacht, wie wir ihn nur bei einer in sich abgerundeten Schrill fühlen. Wo ein Ganzes uns so befriedigt, sollen wir; an dem Einzelnen mäkeln? Es'ist das nicht unsere Sache; wohl gibt es Rceenscnten, die keine Schrisl zur Seite leger können, ohne mindestens ein paar Duvend Fehler, rnd seien cs auch nur 'Druckfehler, auf zuzählen. Jusbe>on:crc hat die jüdische Schule das Glück, in einer bekannten Keilschrift einen K riliker gesunden zu haben, vor dem auch gur nichls bestehen mag. Traurig. aber wahr! Ist derjenige^ der als Reeenscnl einer jüdischen Schulschrist die jüdische Lehrerwelt mit den Forlschritten der pädagogischen Literatur bekannl machen will, berufen, den historischen Kritiker oder Glaubensrichtcr;u machen? Ist es würdig, ist cs collegalisch, sich an unbcoeutcntc Einzelheiten zu hängen,' um rnit der Kraft eiiur gehässigen Katar diese zu llngcheuerlichkeiten zu erheben, zu verdächtigen? Heute nach Rechts uno Morgens nach Links dir Ldhrerwclt brandmarken zu wollen, und nur das bestehst', zu lassen, was von der allbekannten Belcbungsastekurani —*' Frankfurt a. e. O. — Eottbus -- Bonn — ansgezangen oer in den HvmnuS dieses TrisolinmS einstimmt? Wir wollen glauben, der bekannte Rec.nfcnt häbe neulich unter der. „Mainzern," deren Sacke de: „Fanatismus" sein soll, nicht uns, sondern ein anderes belannles Mainzer Blatt gemeint. Liegt jedoch nicht eine Perfiedie schon in diesem Ausdruck, „den Mainzern?" Ist unserem Eollegen der „israelitische Lebrcr" so unbedeutend, ist i,hm das begeisterte, hingebungsvolle Wirken feiner Eollegen für die Schule, das mit so vielen Opfern verbundene Streben für die gesammlen Interessen des Lehrcrstandcö so zuwider, daß er auch die per sidcstcn Mistel nicht scheut, dies Unlernehmen in Mißkredit bei der deutsch-israelitischen Lchrcrwclt zu bringen? Oder ist cs vielleicht verlebte -Eitelkeit, weil wir kein Mitglied der genanntest gegenseitigen Pergötternngsassecnranzcoterir zu werden geneigt sind? Oder sollte dies Benehmt gar eigennützigen Absichten entspringen, weil wir einer andereil Zeitschrift vielleicht einen oder den anderen Abonnenten entziehen, oder gar der projektirten „pädagogischen Monatsschrist" im Wege stehen? Wir wollen nnö durch solches Benehmen selbst unseren guten Humor nicht rauben lasten, auch nicht in den lächerlicheittcn Gebrauch anderer Zcilschr isten verfallen, die Menge freundlicher und begeisterter Schreiben, die Dank und Achtung für n gser gewiß aufopferndes Thun auösprcchcn, in unserer eigeneist Zeitschrift abzudrucken. Stur ans dem erkannten Bedürsniß stnd aus seinem eigenen Werlhe soll unser Unternehmen seinen Bestand, seine Kraft und seine Wirksamkeil schöpfen nstd erweitern. Doch kostmcn wir jctji zu unserer Aufgabe zurück. Wir wollen unbedeutende Kleinigkeiten, j tic wir anoe'.s gemacht hättest bei einer so verdienstvollen Sckrift nicht bekritteln. Schäfte jeder Lchror siel' die herrlichen Bücker an und empfehle sie, wo nur gewiß diese Ausgabe nicht immer möglichCs wird ihm gereuen' — Sehr zu bedauern ist, daß rer Einfülhrnng des ganzen Buckes in Schulen vor allem her sehr viel zu hock gegriffene Preis bedenlende, für ein Scknlbu.'. entgcgcnstedr. K. Correfpondetrz Aus Westfalen, im August. Hosscnllich wer:en d'.r meisten Lehrer in Betreff der Petirion die geeigneten Schrille gelhan haben, llnser College Wolfsdorf hat vom Abgeordneten seines' Kreises ein sehr humanes Antwortschreiben erhalten, worin die träftigfte Berlretung der Petition vor. Seilen dieses Abgeordneten zugcsagt ist. Die Stelle zu Mühlheim an der Ruhr isi besetzt. Es batten sich nicht weniger als 44 Lehrer gemeldet, Herr Lebenstein, biöbct in Büren, wurde gewählt. — Die Stelle