Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 16 (15.8.1862)
- Date
- 1862-08-15
- Page
- Seite 118 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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118 scheuchet: sucht«: er scdieß mit dem immer erhebenden Worten: 'itu sn DD2 r<7' 7’ra «7 Nächocm alrCauü der Schriftführer das Protokoll der vorigen Versammlung vorgelesen hatte, trat man in die Besprechung über den ersten Gegenstand ecr Tagesordnung ein: „den Lchrcrleseverein." Tis Resultat geben wir als Inserat in diesem Blatte, wollen ftns deshalb hier der nochmaligen Aufführung überhobcn wissen. ZPciier Gegenstand, der Tagesordnung war: „die Lchr^xfragc in Hessens Der Präsident hob in der Einleitnng. hervor, wie allerdings auch setzt noch wenig für Besserung der bekannten, nnvcrglcichltch schlechten Verhältnisse dc?r iSrael. Schule in H. zu erwarten sei; wie es jedoch uitsere Pflicht sein dürfte, immer wieder diesen Stand der Tinge klar zu legen, Besseres zu fordern, damit man nicht g aude, die Lehrer verdienten kein bcsieres Loos. Es möchte also allerdings auch ohne Aussicht auf thatsächlickem Erfolg! wieder einmal anzuklopfen sein, und wäre cS nun nur dix Frage, auf welche Art dies geschehen solle, ob etwa im Anschluß an die Petition des Vorstands zu Bübingen oder wie? Ksingenstein beantragt einen Aufruf im „israelitischen Lehrer" an die.Landgemeinden behufseiner Versammlung aller Israeliten, ces GroßherzogthumS nach dem Vorgänge der Pfälzer. Ev spricht freilich sein Bedauern au«, daß währe: d dort iu der Pfalz die reichen und großen Gemeinden Städten, die angesehensten und gebildcften Priden in vaten, sich an die Spitze der „jüdischcn'lBechegung gestellt haben, wir hier in Hessen von den großeu^Stadtzemcindcn gar. nichts zu erwarten haben. Geradein een Städten wohne die Indisicrcrz, die Phiüsterhaftigkett,i>ic keintn Bleck über d: c Mauern wirst;. gerade in denStä;tcn liegt das israel. Schulwesen gana danieder, Und eS ist notorisch, daß in mehreren der größeren Gemeinden gar keine eigentliche Religion! schule eristirt, der Unterricht rm Hebräischen als Sache der Privaten betracht?:, wird, während-wir Lehrer roch constaiilcn müssten^ daß ein israelitischer RcligicnZuntcrricht ohne hebräisch u-.clil-zu.denken ist; gerade in d:n ^Städten ist es vorgelommcn,. dast ganze Jahr lang gar kein Rcligionsunterrickt erthciit wurde, und gerade hier benscht ost die cumme. widerliche Sucht, oie Kiirdrr in'christliche und durchaus nickten jütische Schulen zu schicken, cbwohl cS nickt zwciseihaskUst, daß lüoi che Lehranstalten durchgängig den-, ctsriflilchcn gleich stehen. — In oer ifalz schcn wir die Gtbiiruften, ÄerZle. und Advokaten, mit E.ser und Hingcbun;, mit. einer wvhlthucnoen Wärme sich au een Beralhungen übe? alles Jüdische, besonders aber die jütische Schüfe betreffende sich-bctheiligen. Wenn wir hier in Hessen aus om Vorgang solcher Männer in jüdischen Angellgen heiten warten wollten, dürften wir lange warten. Dort ' hat sich der Sinn fürs Judenthum erhalten, weil man in der Pfalz feit lange ein geregeltes Schulwesen besitzt, wenn solches auck noch Mängel hat; hier bat man kein Schulwesen, darum auch keinen Sinn sür'S Judenthum. Gott schall widerstreitet, daß von einer Seite, die der Vorredner erwähnt, und auf die man große Hoffnungen gesetzt, noch nichts geschehen sei. ES sei dies nicht erwiesen. Jedenfalls dürfe man nicht egoistische Gründe qder gar gegentheiligc Einwirkungen unterstellen. UebrigenS glaubt er nicht, daß «in Anfruf Werth habe. Tic Vorsteher der Landgemeinden würden den Aufruf lesen, und zur Seite legen, ooer auch — gar nicht lesen.! Nach längerer Debatte, in der Herr Lehmann besonders rathet, daß die Lehrer nicht direkt sich an die Spitze einer solchen Angelegenheit stellen dürften, wird beschlossen: „es sei das Bureau der rheinhejsischcn Lehrerversamm- „lung beauftragt, sich mit den Herren Ravbinen „und einflußreichen Privaten über die jüdische Schul - „frage in Hessen, rcsp. über die ^Berufung einer „Notabelnvcrsammlung baldthunlichst ins Benehmen „zu setzen." . Man geht zum dritten Gegenstand der Tagesordnung über, und wurde das Referat HirschS verlesen. *) Die Versainmluug beschließt, > dasselbe zum Abdruck an die Redaktion deS „iSracl. Lehrer" zu übergeben, und behufjs eingehender Besprechung durch Friedberg ein Cvrrserat für die nächst« Conferenz zu veranlassen. Nachdem das Bureau durch Wahl erneuert war, wurden als Themas für die nächste Conferenz bezeichnet: t)- Der Unterricht in der nachbiblischen Geschichte. 2) Ucber die Erziehung znr Wahrhaftigkeit. Re erent: Herr Oppenheimer. Schließlich dankt Herr Lehmann in bcreoten Worten ' der Versammlung für oie gastliche Ausnahme (für sich und Herrn Hulzbacher), und ladet die ganze Versammlung zur nächsten Conferenz nach N wstadt a. d. Haardt. Der Präsident: Wir danken den Herren für cen freundlichen Besuch und die lebhafte Theilnadme an unseren Verhandlungen. Diejenigen, welche so glücklich waren, die unvcrgleiche Gastfreundlichkeit Herrn Lehmanns in feinem Hause zw genießen, werden, wo cs möglich ift, seiner Einladung Feige leisten; da sie wisien, oaß sie köstliche Stun .den dert verleben werden. Schließlich bittet der Präsivent, die Versammlung möge auch unter allen Verhäitnisicu, in ihrem E.ser für die gemeinsame Sache nicht ermüden. Mit diesem Vorsätze trennte sich die Versammlung. Die * i Folge :n ein'm der näcksten Blätter?