Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 15 (1.8.1862)
- Date
- 1862-08-01
- Page
- Seite 112 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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112 für bic Freundlichkeit, mit welcher ders.lbe der Umladung gefolgt und für ^ie Rathschlagc, die derselbe aus dem reicken Schatze seines -Wlfsens und seiner Erfahrungen der Vcrsamu^U mittheilt.' Hierauf nimmt Vr. Philippson nochmals das Wort, ^n g c? i st - undgcmüth voller Weise spricht derselbe über das Berhaltniß der Schule zur Synagoge, der Rabbiner zu dcn Lehrern. ,Leidc Faktoren, beider Bestrebungen seien durchaus idcnrisü,. Der Rabbiner habe seine Wirksamkeit auch auf die Zug eil d auszudehnen, wir der Lchrer feine Wirksamkeit mit der Schllle nie als.abgeschlosscn zu erachten, sondern auch auf die Erwachsenen cueSzndrhncn Habe. Eine Religion, die nicht gelehrt werde, müsse sterben. Redner anerkennt von Fleiß und die Strebsamkeit der'Conferenz, bewundert ihre Ausdauer in dem Ringen nach dem Bessern, macht aus die Möglichkeit aufmerksam, daß die Petition „den Weg alles Fleisches geht," wünscht, diesen Fall ungcschmt inSAuge zu fassen und zu überlegen, was dann zu thun, um das jüdische Schulwesen zn verbessern und einer, größeren Entwicklung entgezenzuführen. Die Beantwortung dieser Frage möge eine folgende Conferenz sich als Aufgabe stellen, doch wolle er schon jetzt einen Fingerzeig geben. „Hilf dir selbst, so hilft dtr der Himmels" möge die Versammlung beherzigen. Sie möge die Entwicklung eines bArifft, so kommen bei der Wahl Mißgriffe vor, welche fast unglaublich sind. Im Einzelnen suchen zwar die meisten Eltern nach solchen Lehrern, deren wissenschaftliche Bildung den Gegenständen, in welchen sie unterrichten sollen, zu entsprechen scheint, aber genau erkundigen sie ffch selbst nachdicserSeitehin nicht. Sie verlassen sich eben meisthin darauf, daß., wer sich einem Amte nnterziehe, wohl auch die Fähigkeit in sich verspüre, demselben vorzustehen. Dem ist aber nicht so. Denn die meisten Stundengeber i sind dazu gezwungen, weil sie sich dadurch ihren Unterhalt erschwingen müffen. ES ist daher ihnen nicht so hoch a»u zurechncn, daß sie eine Stunde übernehmen, der sie nicht gewachsen surd, als den Eltern, welch« ihnen dieselbe über-! geben, ohne sich vorher genau erkundigt zu haben. So : kommt es denn oft vor, daß Gymnasiasten, welche selbst fast J noch Kinder sind, es übernehmen, Lese- und Schreibuntericht zu ercheilen. In diesem Falle ist ihnen noch weniger Schuld bciznlegen, denn sie kennen die Schwierigkeit gerade l dieses anscheinend so leichten Unterrichtes nicht. Ganz ähnlich steht es aber auch um andere Unterrichtsfächer, j Sehr oft haben Stundenlehrer den Unterrichtsstoff nicht ganz inne, welchen sic ihren Zöglingen beizubrinzen über-; nehmen. Angenommen aber dies komme nur in sehr sell tenen Fällen vor (gar nicht kann ich beim besten Willen esprit «le eorps, der ja nicht auf materielle Interessen .gerichtet, anstrcben, unbekümmert darum, wenn der Mißverstand diesen bei Standcszrnoffen herrschenden Geist für Einseitigkeit ansieht. Der Redner schloß mit den Worten: „Pflegen Sie den esprit de eorps!" „Stehen Sie Alle iür Einen und Einer für Alle!" Die Anwesenden waren durch die Herzgewinnende Beredsamkeit des ehrwürdigen, um seiner großen Verdienste um Juden und Fudcnlhum Willen von. Allen hochgeschätzten WanneS tief gerührt und begeistert. Seine Worte werden, im Gedächtniß aller Anwesenden unvergeßlich bleiben. Wir können unseren Bericht nicht schließen, ohne dcn biederen Familien Essens nochmals den wärmsten Dank der Conferenz auszutrücken für die Art, mit welcher fämmt- Ucy« Lebrcr auf's Freundlichste "und Zuvorkomm e s: d st c -in. Privathänfcrn ausgenommen wurden. Der Gcisr, der in dieser Gemeinde herrscht, spricht sich am besten in dcn blühenden Schul-'und Gemeiudeverhältnisscii ans. Gottes Segen ruhe ferner auf ihr! Hernuauus. Der Lt»nde»lehrer im Gegensätze zum Schul- und. Hauslehrer. (Fortsetzung-und Schluß:) Was 'nnn. ztv die Persönlichkeit der Stundeulehrer nicht sagen), so ist doch damit noch nicht genug gethan. Mau sollte eigentlich auch hier so viel als möglich pädagogisch gebildete junge Leute zu erhalten suchen. Denn abgesehen davon, daß sie das Unterrichten in der That weit besser verstehen, so läßt sich auch annehmcn, daß sie : sich in ihrer Pflichterfüllung weit eifriger zeigen werden. Denn sie erthcilen Privatunterricht nicht auö dem einzigen Grunde, weil cs ihnen ihre materiellen Bedürfnisse gebieten, sondern auch zu dem Zwecke, sich für ihren späteren Beruf als öffentliche Lehrer zu bilden. *) Welcher Bortheil hieraus für | die Kinder erwächst, ist leicht zu ersehen. Es sei hier nur; noch darauf hinzcwicsen,' daß diese jungen Schulamtskandi- I baten größtenteils von einem Eifer für ihren Berujf er- *) (J4 flibt!doch aber auch im Dienste uni) selbst erhrnnte Lehrer, welche, leider, nebenbei auch noch stunden geben müssen. Dal sind wohl die besten Ltundenirhrer, aber, wie bald ist durch solche übermäßige Austregnng auch ihre ltcast für de« öffentlichen Dienst gelähmt. Überhaupt, das stundengeben ist eine eben so große Calamität, als , das Sinndennchstien Doch, das ist mchl Gegenstand einer -trto, son- ‘ dern eines die Weihe und Bedeulung d.-s öffentlichen Schulunterrichts; vor alle« anderen Na'erricht heroorhebendcn besonderen ArnkelS. Jastr- | luiserychung — wenn sie nicht etwa die nach den Elementarscha jachren einlrelend: berufliche Bildung dielen soll, Hauelehrer- und Slunde »wesen oder Unwesen — all die» wirke nicht an' die fittliche Bildung, stäckt nicht die gesammt« ckntwiillnngSkrast de« StindeS, ist Lcetdhausvstanznn-k DE Red.