Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 14 (15.7.1862)
- Date
- 1862-07-15
- Page
- Seite 105 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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105 sciueS Amt«S überwacht. Anders ist cS beim Hauslehrer. Hier wird bekanntlich nicht so streng darauf gesehen, ob.er geprüfter.Lehrer sei oder nicht. Und die Mißgriff«, welche hier von Seiten der Euer» grthan werden, zeigen, wie sehr die Regierung bei der Strenge, mit welker sie die Gemeinden in Betreff der Scbullehrer so zu faxen bevormundet, Recht hat. Denn mit fast nicht zu begreifender stiach- ,1 lässigkeit übersehen hier die meisten Eltern, daß sie-ihre .Kinder dem Hauslehrer ganz übergeben, daß derselbe sie erziehen und unterrichte» soll. Wenn er nr n schon bcdenkv-. lich scheint, einen jungen Menschen, selbst trenn er pädagogisch gebildet ist, ein Kind zur Erziehung anzuvertraucn, so scheint es fast widersinnig, wenn man sie einem solchen übergibt, der auch das nicht ist. Kennt doch der Ersterc dir Erziehung wenigstens der Theorie nach, während ein nicht pädagogisch Gebildeter auch nicht die entfernteste Ahnung von Kindcrcrzichunz haben kann. -Und doch sehen die meisten Eltern nicht sowohl darauf einen pädagogisch gebildeten, als vielmehr einen möglichst wissenschaftlich gebildeten jungen Mann als Hauslehrer zu haben. Für den Unterricht I mögen denn dieselben auch ganz ihrer Stellung gewachsen sein, aber erziehen, ich meine ordentlich erziehen, werden sie ihre Zöglinge wohl in nur sehr (Fortjetzunz folgt.) seltenen Fällen. Correspondenz. (Lon der C. M. Eisenbahn.) Bei der Notiz aus Cöln in voriger N. d. Blattes mußte es au ifallcn, daß bei dem neuen Fahrwasser zu Eöln nicht der Sch ule und Lehrerverhältnisse gedacht wurde. Glaubte der Einsender durch Veröffentlichung den Lehrern Unannehmlichkl iten ju bereiten und schwieg ans Schonung? oder wußte er selbst nichts von den schwarzen Donnerwelken, die übe' der dortigen Schule schweben, und worüber ein gutmüthii.cr Eölner, der der dortigen Schulcommisiion in die Karte gesehen haben will, uns im Eisenbahnzuge so viel zu erzähen hatte? Einer unserer Weisen des Altcrthumö meinte, Israel habe in guten (Kinder-) Schulen einen Ersan für den zerstörten Tempel; ein Weiser unserer Zeit meint, man könne den Bildungsgrad eines Volkes (einer Gemeinde) an der mehr oder minder nobeln Behandlung der Lehper und Schulen erkennen *). — Baut Tempel, stellt Prediger!an, die Glanz über Euch verbreiten sollen, habt Ihr aber kein Herz für Eure Schulen und Lehrer: so steckt Ihr noch mit beiden Beinen im rohen Mittelalter, trotz äußerer Tournüre und Tünche guckt gemeine Gesinnung durch Glacehandschuhen. Kommen wir zum Eölner Berichterstatter zurück. *) Und baü ist wahr; rbensowabr als das, daß man den Lrhrrr an seinem Benehmen gegen College« und an der Tlieilnahme an allgemeine Lebrerbe- 'irebungen erkennt. Den bommentar zu diesen Worten in d, n. Nummer. NI. Sein trauriges Bild, Dvangsalirnng und Derfo ins Grab gebracht haben welches er über die jetzigen Lehrer Eösns, über ihre Lage, tufrollte, knüpfte er an die Leidensgeschichte de» seligen lltarr, den vor etwa 12 Jahren gungSsucht zur Schwindsucht nnd oll. Was der Herr I)r. Schwarz vorhabe, ob crs auf den Ruin der Schule absehe, um dann privatim auf eine gewinn »ringende Anstalt seines Schnitte« zu spekuliren? Das «ußtf'dcr Eölner nur zu vermuthen. Die Stelle de« Hcrril 1)r. Schwarz war wankend geworden, da hat er sich .grdreht, er bleibt wieder auf sechs Jahre. Bei dieser Metlmorphose hat Vieles gewonnen, nur Lehrern und Schule sind die FrühlingSwehen in Nordulid Mordstürme nmgcschl igen. Dem Rabbiner, dem Chasan und dem Synagogendienei hat man Zulagen nobel bewilligt; die Lehrer aber,,de in Folge teß um längst versprochene Gehaltserhöhung ergebenst einkamen, wurden derbe zurückgewicsen. Eine Schulkommissivn hat sich gebildet, der, unter dem Schatten einer „schwarzen" Wolke, die Lehrer auch nicht ein einziges Lächeln abgewinnen können. — Ein Schulrezulativ. ist festgefe st worden, wie es heißt, unter Inspiration des Herrn I) -. Schwarz. Letzterer wäre dieser» halb sehr zu bedauern, da cs dann mit seiner inneren Würde, seiner Fähigkeit und Eharaktcrgröße sehr schlecht bestellt wäre. Ohne tief, psvchologische Blicke fühlt der schlichte Mann heraus, fca11 nur Schwächlinge, mißtrauische Menschen, und solche, di! wenig von AchtenSwerthem in sich verspüren, durch äußere Mittel und Gebote sich sicher stellen und Achtung schaff:n zu müssen glauben. — Fast jeder Paragraph schärft dl »Lehrern ein, daß sie eS an der schuldigen Achtung vor tem geistlichen Oberhaupte nicht fehlen lassen dürfen.., Eir Paragraph droht mit Strafe, wenn einer der Lehrer am Neumonde oder Chanuka in der Synagoge fehlt oder nicht rechtzeitig mit der Schuljugend in Prozession erscheint. Auf Anregung des Herrn Rabbiners soll den Lehrern die Drohung> niit Amtsentlassung bei jeder Gelegenheit schri tlich gegeben werden. Ist das nicht religiös, billig, rechte so ist cS doch leicht begreiflich, wenn man in Erfahrung gebracht hat, daß ein so frommer Mann noch vor nicht rirem Jahre J.manden mit dem. Tite? ypv beehrte, und nrn, nach dem ein örtlich Nähergerücklsein andere Saiten impfichlt, der Ehrenwerthe, obgleich von Frommen Ges hmähte, Einladung über Einladung erhält. Der Herr Dr. Schwa:z hat einen Religionsunterricht für die Schüler höherer Lch Anstalten eingeführt, kann aber durchaus mit der DiSciplin nicht fertig werden. Da wird den Lehrern besohlen, —' rsbglcich der Unterricht auf Ihren freien Nachmittag fällt, — in Gemeinschaft mit dem Synagogendiener zu assistiren, wie es heißt zur AchtungScrhöhnng