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Der israelitische Lehrer · 1862-07-01 · 13 (1.7.1862) · p. Seite 97

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
13 (1.7.1862)
Date
1862-07-01
Page
Seite 97 (sequence 5)
Language
German
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97 -r Erhebung und Veredlung ln die Werktage gleichmäßig vertheilt sind, auf daß die einen wie die andern ihren Zweck erfüllen. DaS Lesebuch darf dramatische Darstellungen nicht abwcisen. DaS Verftändniß von Lescsiücken j in Gesprächform (Convcrsation, Dialog re.) muß an geeigneten Stoffen besonders grübt werden. In dieser Beziehung ist eine sorgfältige, mäßige ÄuSwahl, mit Ausschließung alles Trivialen, zu treffen^ Geeignetes Material dieser Gattung als Lesestoff findet sich unstreitig mehr für fortgeschrittene Schüler, als für die unteren Klassen. Es läßt sich bekanntlich leichter predigen für Gelehrte als für Ungelehrte, für das gereifte Alter leichter als für die Jugend schreiben.! — Keine Darstellung führt zudem mehr zum richtigen Lcseton, als Gesprächform und dramatische Lcscstückc, denn diese spiegeln am unmittelbarsten das Leben wieder. Diese Bemerkung führt schließlich auf daS euphonische Lesen. (Schluß folgt.) Sfteccnfioncn. biner m^irv rVrx Biblische Geschichten der Kinder Israel. Für Schulen bearbeitet. Zweite Auflage. Berlin, Gcbr. Scherks Verlag 1855. Sehr kurz gehalten, und daher recht geeignet, den Kindern zum Behalten der Data zu dienen, nachdem der Lehrer die Geschichte bereits erzählt hat. Tic Sprache tonnte kindlicher und klarer sein; manches ist zu sehr im Lapiearstyl geschrieben. Manches Wert der Bibel vermissen wir ungcrrr auch in der kürzesten bibl. Geschichte, weil cs bedeutungsvoll für die ganze Entwicklung des GotteSzedankenS in Israel ist. So würden wir, 'statt einfach zu erzählen: „Abram... zog auf Gottes Befehl weg auö seinem Vatcrlande Mesopotamien —" sagen: Gott sprach zu Abram: ziehe hinweg ans deinem Vaterlandc rc. ganz mit den Worten der heiligen Schrift; denn der Dialog ist lirdlicher und selbst mehr haftbar im kindlichem Gedächtnisse. — Tie einzelnen Wörter und Sätze nach den Kapiteln!/ als Anleitung zur Entwicklung dcü Inhalts sind wohl für ungeübte Lehrer erwünschte Beigaben; aber im Allgemeinen sind sic unnütz und störend. Sie können als AnkünpfungSpuntte dienen, w i e Bibl. Geschichte zu unterrichten; jedoch darf diese Entwicklung ja nur eine gemessene sein,wie wir früher schon ausgesprochen*); und dicS richtige Maas muß der Lehrer in sich tragen, sonst ist er nicht Lehrer. I nsnrri ntn’, Religion und Liebe. Ein kleiner Katechismus für die iSracl. Jugend von Dr. Julius Landsberger, Prediger und Vorsteher! der FriedrichSstädt'schen iörael. RcligionSschule zu Berlin. Berlin 1861, W. I. Pciscr. Ein Büchlein, daS in der Hand cincö tüchtigen Kr- *) Siebe unsere k>onferenzirbett „Bibl.' Äesttchte'^im ». I. d. B. techeten hinlänglichen Stoff bietet für den RcligionSunbrrricht irtvbeti unteren Abtheilungen. Die Antworten dünken uns nur nu wemg sehr ausgedehnt für solche Kinder — manchmal sogar 27 Zeilen. Die Gedichte im Anhänge sind eine sehr erfreuliche Beigabe 'Unklar bleibt uns die Eintheiluog des Stoffes. — Die Definitionen sind eben auch nicht immer klar. So von „Aberglauben," als „unvernünftiger Glaube an die Macht böser Geister, an Zauberei und Gespenster;* durchaus unzutreffend und unzureichend. Desgleichen: „Ceremonirn sind heilige Gebräuche oder religiöse Handlungen, die von Alters her (!^Ist kein Weyl, kein Hirsch—Fischer da?) vorgeschriebe» sind." — Als solche CLrcmonicn sind aufgeführt: zuerst: Tcphilin, Zizith, MHusa (dort: Masusa) Kidusch, Rer, Hawdalah und—ganz zuletzt: Befchycidung mit der Definition: „Die Bcschncidung ist der ewige Bund Israels mit feinem Gotte, ein Zeichen für alle Geschlechter." •) Auch hier würden wir andersagen, und ist die Zusammenstellung der Bcschncidung mit jenen obigen Cerrmonicn cigcnthümlich Der geschätzte Verfaffer, der die Sprache des Kindes zu sprechen weiß, nrögc darum uns entschuldige«!, wenn wir ihn ermahnen, zu verhüten, daß Einsachheit nicht zu unklarer Zweideutigkeit auSarte.! ernst? pns Praktische Aufgaben zum Gebrauche beim Unter- | richte in der hebräischen Sprache für Schulen undGym- | i nasicn. Von I. M. Japbct, Lphrer an der UntcrrichtSanstalt der israelitischen Rrligionsgcfellschaft zu Frankfurt am Main. I. Ablhcilung. Frankfurt a. M. 1862. I Kauffmann'sche hebe, antiquarische Buchhandlung. Es ist wohlthuend für den israelitischen Lehrer, und j ein Zcugniß für die Wahrheit und Aufrichtigkeit unserer I Bestrebungen, daß, so sehr auch die Ansichten nach Außen l hin auseinandergehen, so sehr wir auch bezüglich der religiösen Form geschieden sein mögen, doch daS lebendige Wirken, die Begeisterung für den Fortschritt, für die Brffergcstaltung unserer ReligionSunterrichtöanstalten, uns — die Lehrer - eint. Wir bcgrügcn in dem vorliegenden Schriftchen einen Beitrag zu dieser unserer Ucbcrzcugung. Sind wir auch selbst anderer Ansicht bezüglich der Methode des Unterrichts im Hebräischen, (und wir haben diese unsere abweichende Ansicht in dem Schriftchen „gec Unterricht'im Hebräischen, Methodische Anleitung u. s. w." nicdcrgclcgt), so b grüßen wir doch freudig eine Arbeit, die pädagogische Grundsätze, methodisches Denken und Handeln ocreälh,. und für die Lehrer, welche unserer Llnsicht weder folgen können noch wollen, ein vorzügliches Hstlfsmittel^ sein wird. Eins muffen wir hcrrorheben und fcfthalten: auch die orthodoxeste Israelitische Schule, wenst sic sich anschlicßt am Leben des •) Die Bescbnridunz Ist nicht der Bund selbst, sondern nirr ein Zeichen des Bundes, deren es mehrrre ziebt (paar)'

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