Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 13 (1.7.1862)
- Date
- 1862-07-01
- Page
- Seite 95 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4896751-5428752-5431115--0297-4896994- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
95 fequmt auf dir Spitze getrieben, daß Römer und vorAllen,Spartaner sogar die Einübung und Abhärtung der Jugend für deu Krieg und seine Requisite beinahe ausschließlich in'« Auge faßten, da ihnen KampfcStüchtigkeit als das probateste Mittel erschien, um die eigene Freiheit zu behaupten und die Anderer niederzudrücken (daS höchste Ziel ihres, darf man wohl behaupten^ rillen nnd gefährlichen StrebenS); tri Anderen trat rS in gcmildetcrer, humanerer Form dadurch auf, daß man dcir artidus Iiberslidu8 eine mehr oder weniger ebenbürtige Berechtigung l neben jener Hauptrücksicht rinräumte, und so da- Starke mit dem Schönen einend, den düsteren Ernst de» blutigen Mars durch die Anmulh der ihm an die Seite gestellten Grazien und Musen (beides in einer Person ward bekanntlich in der heheren Gestalt der Minerva zur Anschauung gebracht), in gefälligerem Kleide sich darstellen ließ. Diese im Alterthum praktisch durchgrführte Ansicht vyn der Rothwcndigkeit einer (allezeit, nur je nach der dabei beobachteten Konsequenz mehr oder minder, inhumanen und abstoßenden) National- Erzirhung fand, in der Theorie wenigstens, auch unter den neueren Pädagogen eifrige Vertreter, am geisttrichsten wohl Fichte in seinen „R^dcn an die deutsche Nation" Doch sprach der Geist unserer Zeit zu rn< schieden gegen diese Einseitigkeit, als daß irgendwo zu eine n ernsten Versuch in dieser Richtung geschritten worden wär:. — Wie hier das polrtischc, so trat im Judenthum und, nach dcsicn Vorbilde, im Christenthum, das religiöse Moment als der alles beherrschende Gesichtspunkt auf; der Bekenner des einen wie des anderen Glaubens sollte vor und über Allem in seiner Religion und für dieselbe erzogen werden; in Theorie und Praxis, Leben und Wisien, sollte er hier alle Wurzeln seines Daseins einsctzen und den irdischen Beziehungen nur so weit und so viel Rechnung tragen, als sie mit den religiösen Lehren, Geboten und Hoffnungen nicht in Colliston geriethen/lind den zu erstrebenden Himmel nicht um der vergängirchen Erde willen preiSzugebcn verlockten. ES kann nun keinesfalls in Abrede gestellt werden, daß auch dieser Standpunkt in seiner historischen Realisirung erstaunliche Blößen zeigt, daß Tausende von Verirrungen und Verkrümmungen, die den reinen Quell, dem sic entsprungen, kaum mehr ahnen ließen, aus seinen) Schooße hcrvorgegangen; nichtsdestoweniger bat die« Princip, weil e« dem Kerne der Menschrnnatur und deren Veredlung am gewiffcnhaftesten Rechnung trägt, unstreitig einm unendlich tieferen und bcrechttgteren Gehalt als das zuvöjr brzeichnete, wofür auch daS Uriheil der Völkergeschichte spricht, indem da» letztere, als lediglich auf Maximen der hinfälligen Zeitlichkeit basirend, in seinen Pflegern, den aalten Nationen, von -3» S> w«: aller im Laufe der seinen ewigen und bewahrt hat und unentbehrliches, äußerst Erziehung behaupten tat dagegen, al« der eine von der Würve sprechenden Höhe der Betrachtung der allii Individuums berechn:ti rufserzichung) einrüi i weise im Geistigen, gebührlich, zur-Hau deren, engherzigen Gnade und Ungnade x tcrialiSmuS feine eben darum aber, sinnlicher Naturen v! Ständen, so besonders Schichten der Brvölk bewußten oder unbe»> erfreut. Wohl muß die richtet halten, daß si r brauchbare und ge« Werkstatt hcrvorgehen Äntwort, die wir auf nur implicite und ins lange der Zögling de ix als Zweck verstecken; nur auf die Entwickln MenfchcngehaltS ihr schen im vollsten Sii i: zucrziehcu sich versetz c Jahrhunderte erlittenen Rodificationen, unvergänglichen Inhalt unwandelbar darum auch fernerhin stets als ein 't wichtiges Moment in dem Akt« der wird. — Noch weit geringere JntegriauSschließlich national-politischen kann deS Menschenberufes wie der ihm entpädagrgischen Aufgabe durchdrungene in auf das künftige LrbenSgeschäft deS en ErziehungStheorie (sogenannten Beuren, da jene mindestens bezichungSeellen wurzelt, und cS nur nicht, wie fftsache rrhebr, diese aber ganz der niehäre des Materiellen, Greifbaren auf sich ergibt, dem EpicuriümuS und Maehrerbietigsten Huldigungen darbringt, zu allen Zeiten bei der großen Maffe t rnchmlich in den sogenannter höheren in unserem Jahrhundert unter allm rung, einer überwiegenden Zahl von, ußten, Anhängern und Brkennern sich «Erziehung ihre Tendenz auch darauf gedeS häusliche und bürgerliche Wohl rndte Männer und Frauen aus ihrer , aber (und dies ist die. allgemeine die vorliegende Frage zu geben haben) ircct darf sie sich dies, wenigstens so Kinderjahrcn, nicht völlig entwachsen, direct und entschieden wird sie aber ng und Herausbildung des innersten streben zu richten gehalten sein, Menne des Wortes, ganze Menschen aufn müssen. (Fortsetzung folgt.) der Zeit auch fortgeschwemmt wurde, «ährend jenes, trotz dein, Zerpflückmund Lefcy und Lesebücher. T. (Fortsetzung ) Äiese kurze Prüfung deS LescschülerS und Behandlung des LrsestückcS mag, < l« Vignette aus der Praxis, die Stelle weitläufiger Erörterung vertreten, zumal die' Notwendigkeit, vorliegendes The na zu Ende zu führen, drängt. „Sich beschränken macht der Meister — und den Menschen" lehrt Leopold Echefcr. — Die Erörterung, wie ein Lesebuch nicht sein soll, mag au« der Disposition zu unserem Thema fallm, um so mehr, wei i wir uns dadurch um so sicherer vor Eingriff in fremdes C igenthum schützen. — Das bloße Ta- Zerstörm der Arbeiten Anderer bleibe