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Der israelitische Lehrer · 1862-06-15 · 11/12 (15.6.1862) · p. Seite 90

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
11/12 (15.6.1862)
Date
1862-06-15
Page
Seite 90 (sequence 10)
Language
German
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90 und Lehrern, zu schlichten suche, damt nicht jede Lappelir vor die Behörde gebracht v erde. Auf Befragen des Versitzenden erklärte sich di^ Versammlung mjt. hem Gesagten völlig einverstanden. Da aber auch noch andere Fr< gen auftauchen könnten, so bestimmt auf l)r. Gutherz'rnd Lehmanns Fvrmulirung die Versammlung die' Eompetei z des zu wählenden Ausschusses dahin: „Der AllsschuK solle Sas allgemeine Organ der Pfälzische» Israeliten^ n alle» gemeinsamen Angelegen: Heikens— mit allci Niger Ausnahme der cultuellen Fragen — nach $ nnen und Außen, fein." ^LandSb-erg aus Obermoschel. Aus wieviel Gliedern soll der Ausschuß bestehen? wie lauge soll er in Funktion bleiben?.Wi« söl er gewählt werden? lieber diese Fragen er tstanden furze,'lebhafte Debatten und ..ian einigte sich endli b dahin, daß der definitive Ausschuß auS 9 Gliedern befiel en, auf ZsJahre und nicht durch Acclamatiow, sondern durb Abstimmung mittelst geschrie bener und unterschriebener Stimmzettel gewählt werden solle. Es wurde, hierauf zu: Wahl geschrittm und aus der Wahlurne gingen hetvor Anwalt'Frenkcl, Simon Levi, Ignaz Lehman«, vr. Guthcrz, Karl David, vr. David, Am..Levi/ auS Bliescastel, Wolf Isaak von Edcnkoben, vr. G r vjü t b a u m. *) Nach ihnen, hatten die meisten Stimmen und! würden daher als Ersatzmänner zu betrachten sein: Bd. Roo« von Jugenheim, Sal. Maatz-von-Frankeuthal Ferd. Deutsch von Mißbach, Mayer von Dürkheim. Lehmann. Bevor wir schließen, erbitte ich mir das Dort zu einer kurzen Mittheilung. Sie begreifen, daß wir unsere politischen Blc ttcr zu unseren Veröffentlichungen nur in sehr beschränktem Maße benützen können und daß wir daher eines eignen Organs bedürfen,- Wenn Sic in Ihre Gemeinden zurückg« kehrt sind, wird man Sie fragen: „was hat'S in Neustadt g geben? was habt Ihr beschlossen?" In Mainz erscheint rin Blatt „Der israelitische Lehrer,^ resigirt von dem wackeirn Lehrer Klingenstein zu Lkernheim in Nheinhesien, dal wir zum Organe deS AuSfchusicS und der Pfälzer ZSraeliv n überhaupt gewäblt haben. Dort werden nicht nur unsere heutigen Verhandlungen in mög lichster Vollständigktlt, Isondern auch alle übrigen Mittheilungen erscheinen, welche der Ausschuß Ihnen in Zukunft zu machen haben wird,! Da wir so große Versammlungen nur äußerst selten brrstfen werden, so wäre es sckon deß- *) man rheilt uns «nrLkbreiben fce* Herrn Dr. Vrünebaum mit, . wsnack desielbe bi« Wahl aölebnt, worauf Herr Bernbard Roos in Jugenheim in den Ausschuß zt treten bäti«, und al» weiterer Ersatzmann Herrn LandSherg in Obermoschel zu-«zeichnen wäre. halb nöthig, daß hieseS Blatt, (das nur 27 kr. vierteljährig kostet) in jeder Gemeind: gehalten »erd -. Eine Anmeldung bei mir wird genügen. — Und nun sprechen Sie mit mir Ihren vollen Dank unserem Herrn Vorsitzenden für seine ächt parlamentarische, eben so kräftige, als umsichtige und unparteiische Leitung der Verhandlungen aus. (Es geschieht unter allgemeiner Beistimmuug.) Der Vorsitzende. Ich danke Ihnen, meine Herren, für die gütige Unterstützung, die Sie mir zu Thcil werde» ließen nnd für Ihre musterhafte Haltung, durch welche mir Sie die Handhabung meines Amtes so leicht gemacht. — Und nun stimmen Sie mit mir ein in ein dreifache» Hoch auf unseren theueren Monarcben, der a l l e seine Unterlhanen mit gleicher Liebe umfaßt. Maximilian, oer Gute, König von Bayern lebe hoch! Die Versammlung trennte sich unter einem dreifachen . begeisterten Hoch aus unseren König. Correspondenz. O Bom Mai». — Lessing-Denkmal in Berlin — Der Plan, dem Vorkämpfer der Denk- und Gewissensfreiheit, der gleichsam die Pforten des geistig verjüngten Deutschland» erschlosien hat, dem Dichter des „Nathan," der in allen deutschen Herzen sich, eben durch die Verinnerlichung dieser Herzen, durch das zum Bewußtfeinbringcn deutschen Wesen« in der innigsten Durchdringung von Geist uuv Gemüth, ein unerschütterliches Denkmal gesetzt hat — auch äußerlich ein, seines erhabenen Gedächtnisses würdiges Monument zu setzen, ist gewiß ein Gedanke, der alle Deutschen freudig ergreift und sie auch zur Betheiligung an einem solchen ächt nationalen Welke begeistern würde. — Daß die Juden als Deutsche zu solchem Werke gerne und mit zwecksörderlickcn Gaben herantretcn werden, ist sicher vorauszusetzen. Denn Lessing, welcher eben durch den Nathan Eigenthum der deutschen Nation und einer ihrdr ersten Lieblige geworden ist,, so daß er gewiß im Herzen des Volke» sofort nach Schiller seinen Platz einnimmt, können wir uns nicht denken ohne Mendelsohn, und beide waren die Deranlasier und Schöpfer des geistig erneuerten deutschen Judenthums und der bürgerlich zu ihrem Rechte geführten deutschen Juden. — Dagegen aber möchten wir — ohne den edlen Sinn und die rein patriotische Ab-! sicht der dazu Auffordernden im Gering sten zu verkennen — dennoch Bcvenken *nb Zweifel äußern, ob es dem Geiste Lefsingö, ja der «ähren Auffaffung feines „Nathan" ent-! -sprechend sei, daß für jenes Denkmal unter den Israelit« besondere Sammlungen veranstaltet werden sollen. Der „Nathan" ist für alle Geknechteten und Zurückgesctzten um des Glaubens willen geschrieben, und alle n, seien sie Juden

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