Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 11/12 (15.6.1862)
- Date
- 1862-06-15
- Page
- Seite 89 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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89 werden wir die nöthigen Unterstützungsmittel und damit auch mehr Lehrer, durch die Bedingungen der Nachweise und Prüfungen, die daran zu knüpfen sein werden, auch bessere Lehrer erhalten. David Mayer von Dürkheim. Aber wie weit reichen Sie mit ein paar fl. 100 jährlich? Wir müss-m weit bedeutendere Mittel haben, und wir wollen diese gerne aufbringcn, wenn den gerügten Mängeln wirklich und nachhaltig abgeholfen werden soll. Tüchtige Lehrer nnd gute Schulen sind eine Nothwendigkeit der Zeit und um sie' zn erlangen wird uns kein Opfer zu groß sein. Der Vorsitzende. Es soll vorerst nur ein Anfang gemacht werden. Rabbiner Merz. Ich bin mit den Anträgen vollkonimcie einverstanden. Durch Unterstützung führen wir bessere und eine größere Zahl von Lehrlingen in's Schulfach; vertrauen Sie dieselben tüchtigen Lehrern am Rabbinats- Sihe an, so werden wir Rabbiner durch angemessene Bctheiligung an dem Unterrichte - völlig unentgeltlich mit dazu beitragen, tüchtige Lehrer heranzubilden. Der Vorsitzende. Wir nehmen mit Vergnügen Akt von solch uneigennütziger Gesinnung der Herren Rabbinen. Lehrer Hecht in Haßloch. Der Mangel an Lch renr und mangelhafte Vorbildung derselben ist unlängbar vorhanden. Die Ursachen liegen aber reicht bloö in der Vorbildung nnd am Seminare, sondern i& der Fortbildung Die christlichen Lehrer müsien nach dem Austritte aus dem Seminare vor ihrer Anstellung noch zwei Iw re prakticircn. Stelle man einen oder zwei tüchtige Lehrer an, bei welchen die jüdischeir dies auch thun müßten. Der Vorsitzende. Der Mangel an Lehrern würde dies vorerst nicht erlauben. Auf Dr. Gutherz' Antrag wird der Schluß vor Discussion ausgesprochen, die Bittschrift genehmigt und unterschrieben. > Ter Vorsitzende. Das zukünftige Eomite wird alle die gehörten Wünsche und Anträge gewiß bewerten und in der Sache keine Schritte thun, ohne die Ansichten der Männcr vom Fache zu hören und zu berücksichtigen. — Wir kämen nun zum dritten Punkte der Tagesordnung: Wahl des Comitö'ö; allein wenn cS Ihnen genehm ist, wollen wir vorerst den vierten Punkt: „Allgemeine Wünsche und Anträge in Beziehung auf das Judenthum" erledigen. — Der Vorsitzende verliest darauf eine Eingabe des Herrn Karl Klein aus Bergzabern an die Versammlung: 6 Anträge sämmtlich in Bezug auf das jüdische Armenwesen in der Pfalz, — zum Thcil, meine Herren, sind diese Anträge Sache der polittschen Verwaltung, der wir diesen Theil ihrer Obliegenheit nicht abnehmen können noch wollen, theils aber enthalten sie sehr gute Winke und werden Ihrem Ausschüsse zur gehörigen Berücksichtigung empfohlen werden. Anwalt Frenkcl/ Ihr erster Ausschuß, meine ^Herren, hat ein ganz bestimmte«, scharf begrenztes Mandat ,üpd sein Weg war ihm genau vorgezeichnet. Nicht so ihr zweiter Ausschuß. Als von Jnneir r,nd Außen her die Wahlsrage, die Lehrcrfrage, die ganze Organisation des Pfälzischen Jirdcnthumo in unserem Auüschusie zur Sprache lkamcn, so mutzte ich mich ernstlich fragen, ob uns eine so weit gehende Compctenz zugesteh: und ich mußte mit „Nein" antworten; wir hatten sie nicht und die LudwigShafncr |23er)ammlmi$ konnte sic u:.« nicht geben, denn sie war eigentlich bloo wegen dcS EidcS niore judaico berufen. Heute war durch die Einladung bekannt, um was es sich handle, die Gemeinten sind fast Alle vertreten oder konnten sich doch vertreten lassen, beut wäre eS sehr erwünscht, wenn Sie die Competenz IbrcS Ausschusses recht gcnäu angcben wollten; die Sache des Eideö '.fl jetzt in ntzem solchen! Stadium, daß sie eines eigenen Ausschusses nicht/mehr bedarf. Lehmann Erlauben Sie mir, Ihnen zu sagen, was in Ihrem bisherigen Comits als Aufgabe' des dcfinitiveu AuSschnfscS theils besprochen, theils von Außen her in Anregung gebracht wurde: Der' heute zn wählende Ausschuß wird die Frage über! den sog. Jndeneid, über die Bildung und Stellung der Lehrer und über die Wahl der Synagogen Ausschüsse weiter betreiben und zu einem möglichst guten Ende führen müsien; er wird bei Anstellung«n von Lehrern seine Vermittlung eintreten lassen nnd tüchtige Lehrer, aus dem jenseittgen Bayern gebürtigt, herbei;»rieben suchen, wo die pfälzischen Kräfte'nicht ansn ichcn: er wird durch Bitten und Anträge bei den politischen Gemeinden, bei dem Landrathe, bei den KreiS- und Staatsbehörden dahin wirken müssen,' daß übe»- bürcetc iSräcl. Ger leinden entlastet whrccn, daß die früher n Zufcküsie arS KrüSfonds auch den iSracl. Lehrern weder : zu gut kommen, d »ß die Wohlthaten des neuen Schulgesetzes auch auf die israel. Lehrer ausgedehnt werden; daß — natür- > lich im Einvernchiacn mit den Herren Rabbinern das Maß i deS hebräischen 11 itmicHi an unseren Schulen festgestellt werde; daß eben s> für gleichmäßige gute Schulbücher, für Religionsunterrill oderreligröscn Zuspruch an den/verschiedenen Anstalte i des Kreises, an den Gefängnissen, Ar- , menhänsern, an der Irrenanstalt gesorgt werde; eS wären; Schritte für weite'c Rcgulirung ^es ArmcnwefenS zu thun, wie dies Herr K ein vorschlägt; und endlich wurde der i Wunsch vielfach l< tut, daß dieser Ausschuß eine Art SchiedSrichtcramt übernehme und die in einer Gemeinde ^i'iehen-! den Streitigkeiten, namentlich auch die zwischen Gemeinden