Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 11/12 (15.6.1862)
- Date
- 1862-06-15
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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84 gefühl des svienschengeistes fördern und bezwecken soll, soll — mit einem Worte — der Geist der Schule ein wahrhaft religiöser Geist sein — em_frommer, kein fpömmelnder; soll er das Menschrnwohl für alle Zeiten im Auge haben, da« Diesseits erheben, um dem Jenseits immer näher zu kommen, dann — nur dann ist e« derjenige Geist, den wir oben gemeint haben, wenn wir die Forderung stellten : der Geist in der iSrael. Schule sei vor Allem ein religiöser. Wir haben aber in unseren Schulen »Israeliten" zu - unterrichten, und es soll und muß denn der Geist unserer Schule aucd ein israelitisch-religiöser sein. — Werden wir dadurck mit dem eben so nachdrücklich betonten in Ucbcreinstimmung sein? Der denkende Lehrer mag unsere Sätze prüfen, ob ste sich mit seinem echt - jüdischen. Bewußtsein vereinigen lassen. Nur - dann können sie allgemeine Geltung haben. Er mag sich prüfen, ob nicht seine Ideen von der messianischrn Aufgabe de« Judenthum« — dieses Emporiums unserer heiligen Religion — jenen Folgerungen zur Grundlage dienen. Darum aber kann sich, das israelitische Bewußtsein des Lehrers freudig äußern, weil er fühlt, daß er d'S religiöse Leben'in der Schule als ein echt israelitisches darstellen kann und muß. Das ist das Kennzeichen und der hohe Vorzug der israelitischen Religion, daß sie den Menschen in seiner Totalität erfaßt, und mit allen seinen Gedanken und Empfindungen, mit seinem ganzen Wollen und Handeln heiligen will. Eie ergreift das ganze Leben de» Menscheck in allen seinen Beziehungen zur Innen- und Außennxlt. Sein ganzes sittliches Leben findet, in den religiösen Ideen ihre Urquelle und ihren Äereinigungspunkt. Darum können und dürfen wir nicht anher«, als in unseren Schulen eckt jüdisches Leben manifestirxn, sobald wir ein echt religiöse« Leben bezeichnen wollen. Das ist die hohe Aufgabe für dir jüdische Schule^ daß sie sich bewußt werde, daß aus ihr jüdisches Leben., jüdisches Sein und Wollen sich gestalten muß, daß die Geschichte und Entwicklung eines religiösen Lebens, das 'vor Jahrtausenden seinen Anfang genommen und doch zu allen Leiten mit den fortschreitenden Ideen der Menschheit übereinstimmte, sich in ihr manifeftiren, au« ihr Bausteine zur weiteren Entwicklung gewinnen muß. Es wäre darum auch eine Versündigung gegen den Geist der Geschickte, wollten wir, wie in der neueren Zeit mannigfach versucht worden, da» Bekenntniß und das Gebot des Judenthums auf einige winzige Bernunftsätze besckränken; vielmehr soll der religiöse Geist., wie er in der Schule herrschen soll, Such Mitarbeiten gu der lebendigen l Gestaltung drS religiösen Leben« in der Jüdenheit, wie es die Natur de«' Manschen, die Geschichte und da« Bewußt-! sein der Zeit fordern? - . 1 Doch wir werden hierauf anderwärts zurückzukommen Gelegenheit haben. (Fortsetzung folgt.) KL AuSMHrliqker Bericht über die israelitische Notabeln-Bersammluug, abgkhaldm j zu Neustad 1 a. d. Haardt in)der bayrischen P^falz am 9. Mae ». o. (Fortsetzung und Schluß.) . Der Vorsitzende. Ich komme nun zum Äericht über die Thätigkeit Ihres zweiten Ausschusses. Wenn in Ihrem ersten Ausschüsse, meine Herren, die Aufgabe eine einfache, auf einem speciellcn Gegenstände begrenzte war, für welche der Gang sich von selbst vorzeichnete, so war es etwas ganz anderes mit dem zweiten von Ihnen erwählten Ausschüsse. Es fehlte ihm eine von seinen Wählern ausgegangene bestimmte Aufgabe. Von dem unbestimmten Drange und au« der zwingenden Ueberzengung ausgehend, daß im modernen Judenthum überhaupt und für die Israeliten der Pfalz im Besonderen etwas geschehen könnte und müsse, war man sich doch nicht recht klar über das WaS und Wie. Unser geehrte« Ausschußmitglied, Herr Dr. Grünebaum, hatte eS freundlichst übernommen, die Initiative zu ergreifen und in einer Ihnen Allen bekannten Schrift, die eben so gründlich gedacht als klar geschrieben ist, wünschte der Herr Bezirksrabbiner eine gänzliche Organisation der Pfälzer Israeliten durch eine Verfassung mit Bezirks- und General-Synoden. Ihr Ausschuß erkannte mit Dank di« treffliche Arbeit seine» gelehrten Mitgliedes an, konnte aber doch nur „schätzbares Material" fur^die Zukunft darin finden, indem er n:ch langen und lebhaften Verhandlungen diesen Entwurf, abgesehen von einzelnen Mängeln, denen vielleicht abzuhelfen gewesen wäre, ju]c Zeit einstimmig für unausführbar erkannte. | Als höchst «ünschenSwerth aber mußte es erscheinen, die vielen schönen Kräfte, die sich unter den Israeliten der Pfalz vorfinden, zu vereinigen, dem guten Willen nach würdiger Gestaltung unserer Verhältnisse einen Mittelpunkt zu geben, damit sich die männlichen Bestrebungen Einzelner nicht zersplittern. Und da« Mittel hierzu glauben wir Ihnen im dritten Punkte unserer heuttgen Tagesordnung, in dem. definitiven Ausschüsse, zu dessen Wahl wir Sie auffordern, vorznschlagen. Derselbe kann und soll un« die Kraft der Einigung geben, und choch die Klippen einer hierarchischen Oberbebörve vermeiden. Wir werden darauf znrückkommrn. ' > Zwei andere Gegenstände waren e», nack der Ber- . ' l