Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 8 (1.5.1862)
- Date
- 1862-05-01
- Page
- Seite 62 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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62 liefen- Vorschriftenist eine ganz kurze Orthographie vor- »usgrschickt, was ebenfalls zweckmäßig. Zuweilen hätten wir in der Wahl der Wörter wie der Sätzen das Wohllautende und Ansprechende mehr berücksichtiget gewünscht, indeß ist dies doch von untergeordneter Bedeutung.. Die Buchstaben sind ohne alle Schnörketei und daher leicht nachahmlich. ' Wir können die Arbeit allen . Schulen empfehlen. Die Ausstattung ist Lut, der Preis so gestellt, daß jeder Schüler sich die Heftchen (i 2‘/2 Egr.) anschaffen kann. D. Correspondenz. j AuS der Pfalz. Ein großer Thell de^ Bestrebungen, die'wir um uns her auftauchen sehen, bjetrifft auch die Lehrrrfrage, die wir in ihrem AüfangSstadium bereits besprochen haben. Bor der. Hand sind dieselben hauptsächlich darauf gerichtet, dem sehr empfindlichen Lehrermangel selben beziehen, ob und welchen Beitrag die politischen Gemcinden oder der Kreis zum Gehalte des Lehrers leisten; wie groß die Zahl der schulpflichtigen Kinder sei; ob die resp. Gemeinden sonst Bedürfnisse, Wünsche und Anträge in Bezug auf Synagoge und Schule hätten. Schr wüuschenswerth wäre cs, wenn' die einzelnen Vertreter der verschiedenen Gemeinden und namentlich auch die Lehrer, welche der Neustadter Versammlung am 8. Mai beizuwohnen gedenken, sich mit den bezüglichen Notizen sowohl für ihre, als die Nachbargemeinden versehen wollten. Miltenberg. (Verspätet). Wenn es wahr ist, daß man das Verhalten an öffentlichen Versammlungsorten als Maßstab der Bildung annehmen darf, so stellen sich die Israeliten der hiesigen Gegend durch ihr Verhalten in der Synagoge ein arges ArmuthSzeuguiß aus. Wer sich ein richtiges Bild verschaffen will, wie cs in der zum Sprüchworte gewordenen Judenschule der früheren Zahrhunbcrte ausgesehen hat, darf sich nur in die meisten untcrfränkiabzuhelfcn und den jungen Lehrern eine bessere Vorbildung, namentlich in der Religion und in der hebsäischen Sprache zu geben. Kein Opfer — wir haben uns mehrfach davon überzeugt — ist den.Israeliten zu groß, um diesen Zweck zu erreichen. Za, wir dürfen israelitische Lehrer üherhaupt darauf aufmerksam machen, daß unsere größere Gemeinden bei Erledigungen t ü ch t i g e Mä n u er herbeizuziehcn eifrig bemüht sind und der Mitredakteur;,d. Bl.." Herr Jnstitutsvorsteher Ignaz'Lehmann in Neustadt a. d. Haqrdt hat sich zu. betreffenden Vermittlungen' bereit erklärt, ■ Die Verhältnisse der Lehrer überhaupt zu verbessern, t wird eine der Hauptaufgaben des am 8. Mai zu erwählenden Ausschusses sein, und der Hauptwunsch, unsrer Lehrer,! in ihrem jetzigen Verhaltnisie dem Staate gegenüber zu bleiben und in eine größere Abhängigkeit nach geistlicher Seite hin von den Rabbinern oder nach, weltlicher von den SynagogenauSschussen nicht zu gcrakhcn, wird sicher in Erfüllung gehen; eben so sicher ist cs jetzt schon, daß man sich-an den nächsten Landrath der-Pfalz mit der dringenden Bitte wenden wird, daß den israelitischen Lehrern die Beiträge aus KrciSmittteln wieder gewährt werden und der den liberalen Gesinnungen dieser Behörde läßt sich ein günstiger Erfolg kqnm bezweifeln. l Als eine Nothwendigkeit zur Begründung weiterer Schritte werden nun dm Ausschüssen statistiiche No tize n über die Verhältnisse der israelitischen Gemeinden nothwcndig. Wir. vernehmm, daß^ sich dieselben deshalb an die Herren Bezirksrabbiner gewendet haben. Man wünscht namentlich zu erfahren: Namen und Zahl dir israelitischen Gemeinden; Familienzahl; ob die Schulenj.mil Lehrern oder Gehilfen (Verweser) besetzt sind; welchm Gehalt dieschen Synagogen, besonders.in jene des Aschaffcnburger RabbinatsbezirlS begeben. — Die ganze Zeit der gottesdienstlichen Reform im Zudenthum ging hier spurlos vorüber; im Gegentheil, rer Wahrspruch: „wer nicht sortschreitet geht zurück," findet auch hier seine Begründung. Wenn früher in der Synagoge auch viele Unsitten herrschten, Ordnung unv Anstand schr viel zu wünschen übrig ließen, der Vorloaz der Gebete mangelhaft war, so wurden doch die Besucher, «eil sie ein ächt religiöser Geist besehe, von einem sehr andächtigen Sinn getragen und mit wahrer Gottesfurcht und großer Znnbrunft richteten sie ihre Blicke betend zum Himmel empor. Aber auch diese Lichtjeite wurde hierorts durch die trotzdem eingetrelene Lauheit der religiösen Anschauung bedeutend verdunkelt und nur die Unordnung, das im Gotteshause Ungeziemende und die altherkömmlichen, Vene Geeste unserer Zeit nicht angepaßten Gebräuche und Gewohnheiten werden krampfhaft beibchalten. Man wolle uns erlassen diese Mißbräuche, welche v'cgion sind, hier aufzuzählen. Tente sich der geschätzte Leser eine gottesdienstliche Versammlung die im Grillscn, Brummen und Ausstößen unartikUlrrter, das musikalische Gehör, lief beleidigender Töne Meisterhaftes leistet und so jeden regelmäßigen Gesang des Vor betenden von vornherein unmöglich macht; eine Versammlung, wo zur Abwechslung und Verschönerung Mitzwathanktloir vorgcuommen, diskurirt raisonnrrl, ja zuwcrle» gezankt wirk, und er erhält das rechte Bild von ccm Kultus vieler Gemeinden des hiesigen Umkreises, Welche Meinung muß aber der christliche Besucher einer solchen Gottesflätte vom Zudenchume bekommen? Was für niedcrschlagence Gefühle, müssen sich