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Der israelitische Lehrer · 1862-05-01 · 8 (1.5.1862) · p. Seite 61

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
8 (1.5.1862)
Date
1862-05-01
Page
Seite 61 (sequence 5)
Language
German
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61 t Einüben zu schwer gewesen, und dürfte die« besonders von den Knaben, da diese die Verse (wie das allgemein sein sollte, auch in dem zu dem erwähnten Büdinger'S Leitfaden gchörigen „Handbuch für Lehrer oniDb mio* angegeben und begründet, und in den iSrael. Schulen Kurhessen« gesetzlich ist),! auch hebräisch einzuüben haben, gellen! Uederhaupt wird den Kindern das Memoriren der Belegverse^ zumal wenn sie etwas lang, oder deren gar viele sind, oft-schwierig und manchen Schülern gar eine wah^e Plage, j/wodurch ihnen der Religionsunterricht, der ihnen doch argenehm sein und werden soll, verleidet jasixt." — Ich gestehe die Wahrheit dieses Einwurfs, die ichj selbst oft genug beim Religionsunterrichte habe erfahren müssen, i in, gebe aber folgendes Mittel zur Beseitigung dieser Schwierigkeit und Unanehmlichkeit an, da« ich wieder in dem fl’piDB ,L> piD2 gefunden und nun — in zweiter Weise — mit dem besten Erfolg an gewendet habe. — Schon der ober».Abtheilung der Elementarklasse gebe ich einen kurzen, leichten BerS aus dem Religionsbuch einzuüben auf, und höre ihn Morgens daraus vor dem Beginne de« eigentlichen Unterricht« ab; gebe dann wieder j einen andern solchen auf, der Tags darauf abgehört wird, und so verfahre ich damit weiter dis wir mit den kurzen, leichten Versen des ReligionSbuchcS durch sind. Dann I fangen wir darin wieder von vorn au: ich gebe die nun zunächst am kürzesten und leichtesten Berfe eben so auf und höre sie ab, bis daS Büchlein wiederum durchgemacht ist; worauf zun; dritten und vierten rc. Male rb:n so verfahren wird. Auf diese Weise bekommen die Schüler einen wahren Schatz von Belcgversen, die, wenn der eigentliche Religionsunterricht an die Reihe kommt, und ein Pensum aufgegeben wird, nur noch ein- oder einige Male durchzulcsen, und dann dem Gedächtnisse gleich wieder präsent wird. — ' Um. Mißverständnissen vorzubcugcn, bemerke ich hier noch, daß das Einüben der leichtern Verse in der obern Abtheilung der Elementarklasse nur in deutscher Uebersetzung, wie sie im „Leitfaden" stehen, geschieht; in der Mittel- und Obcrklasse aber von den Knaben auch Verse im Urtext memorirt werden müsien, und daß beim Aussuchen derselben in der Bibel die ä l 1 e r e n Schüler den j ü n g e r e n, mit diesem heil. Buche noch nicht so bekannten, behülflich sein dürfen. Daö TpiDS w piDD findet feine dritte Anwendung auch beim Unterrichte in der biblischen Geschichte, besonders bei der Ober- und Mittelklasse, da diese bereits einen ansehnlichen Vorrath von erlernten Versen besitzen. Jedesmal, nachdem eine Geschichte von den Schülern gelesen, oder auswendig vorgetragen, wird über den Inhalt derselben gesprochen, und die daraus hervorgehenden, aufgefundenen Lehren rc. mit entsprechenden Bibelverfen aus dem bereits gewonnenen Versschatze belegt, indem ich .die Schüler auffordere: — tfide w piDB — „Gebt mir einen euch bekannten, zu der aufgefundenen Wahrheit Lehre!rc. pasienden BibclverS an!" Nachdem nun der eine oder der andere Schüler einen solchen aufgefunden z» haben, durch ein Zeichen kund gibt, wird er zum Aufsagen desselben ennächttgt. Da kommt eS denn nicht selten vor, daß ein anderer Schüler sich — durch ein Zeichen meldet, er wisse einen entsprechenderem VcrS, welchem (Kinde) dann die Erlaubniß gegeben wir«, ihn herzufagen» Rur Äußerst selten kommt der Fall vvrü daß keiner der Schüler auf einen solchen Vers kommen/kann; dann mache ich durch Winke darauf aufmerksam, und will auch dieser Versuch nicht gelingen, so sage ich selbst eintn solchen Ver« her. Ajuf ähnliche Weise benutze ich baS -ppiDE 'd piDD noch weiter bei manchen andern UmerrichtSgegcnständen, als bei! einem dnrchgemacbten Lescstückcl beim Unterrichte in der allgemeinen Welt- und in der jüdischen Geschichte m s. w. — Nicht in der Absicht, von mir prahlerischer Weise anszupvsannen, den Stein der Weisen gefunden zu haben,! habe ich vorstehende Mitthrilung der Oesientlichkeit übergehen; vielmehr nur aus dem ganz einfachen Grunde: es möchte sich der eine oder der andere Kollege des angegebenen Mittels zur Erleichterung, Unterstützung und Befestigung des fraglichen Unterrichts bedienen, was z. s. Z. zu erfahren, mich freuen wird. — Vielleicht macht auch wohl dieser oder jener Lehrer noch weiter nützliche Erfahrung bei der Anwnedung dieses Mittels^ und veröffentlicht diese seine Entdeckung zum Nutzen seiner Amtsbrüder. Einer Beurtheiluug des Vorgeschlagcnen betreffs seiner Zweckmäßigkeit oder Mangelhaftigkeit sehe ich entgegen, aber durch au S nicht ä xriore, sondern, n u r k posteriore da trat der Erfolg die Zweckmäßigkeit eines angewandten Mittels, oder das Gegentheil bestimmen kann. Abttrode im Februar B. Westheim. Recenfion. Mo oS A. Kalligraphische Vorlegeblätter für israeli- . tische Schulen. — Jüdisch-deutsche Currentschrift — 2 Heftchen. Coesfeld bei Jstwann (B. Wittneven, Sohn). Die jüdisch-deutsche Eurrentschrift wird in unfern Schulen geübt, und daher sind Hülfsmittel, zumal für große Schulen, nothwendig. — Wir stimmen mit vollster Ueberzeugung dem Verf. bei, daß die wen! gen bisherigen Versuche in diesem Gebiete ihren Zweck verfehlten. Die Vorzüge der 7 vorliegenden Blätter sind: Einfachheit, methodische Ordnung und Vermeidung alle« Ueberstüsstgen. Den eigent- \

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