Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 7 (15.4.1862)
- Date
- 1862-04-15
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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55 Lehrer in Westfalen, Mitglied de« Lehrerverein« für Rheinland und Westfalen, war anch auf der letzten Konferenz zu Hamm, und nun ist eS doch curioS, wenn der Herr Einsender nicht mehr wissen sollte, daß die Konferenz eine Petition behuf« der OeffentlichkeitSerklärung der israelitischen Schulen schon vor einem halben Jahre beschlossen, und die Petition bei der Eröffnung der Kammern eingeschickt werden sollte, daß sie wirklich inefcft der Denkschrift noch im Monate Januar besorgt wurde. — Hierbei muß man.sich unwillkürlich eines Gedankens von Seume erinnern, daß es nämlich keine Tyrannen geben könnte, wenn sich ihnen nicht Selavennatulren zeigten. Doch was kümmert manchen Lehrer das, vaS von seinen Kollegen ausgeht,- was diese in mühseliger r Streben zu Tage fördern? Da scheint es doch rathsamcr seinen eigenen Werth zu verläugnen, um sich in dem Sonn mschein der Gnade Hochstehender (?) vergolden zu lassen. Sicher hat Einsmder auch den Aufruf in der PetitionSe ngelegenheit im »Israelitischen Lehrer" nicht gelesen. Oder ist solchen Lehrern der »Israelitische Lehrer " ein so überflüssig« S, verachteuSwertheS Wesen? Da fällt uns eine Widerlegung in den Rheinischen Blättern ein auf einen Diesterweg'ßhcn Aufsatz jn eben denselben Blättern über: „Schmach rnd Schande über den Lehrer, der nicht zu seinen Kollegen hält!" (WaS wollen Sie? Die Nachricht von dem Tode unseres »Mitredakteur»" Dr. Hecht wurde von einem Kollegen an Dr. Philippson alsbald berichtet; uns wrrde sie erst nach 14 Tagen in indirekter Weise, rpsp. aus geschäftlichen Gründen von der Wittwe mitPtheilt! O,;S gibt viel erbärmliches Gelichter unter uns. Gott besser«! — R.) Büdingen in Hessen, 17. März. So eben lese ich die betrübeikdc Nachricht vom Hinscheiden meine« lieben Jugend- und Seminarfreundes Dr. E. Hecht, Mitredaktcur d. Bl. Zugleich stellt der Referent jener Trauerbotschaft das Erscheinen eines Nekrologs des Verewigten in nahe Aussicht. Ich kann nicht umhin, in letzterer Beziehung zu becherten, daß nur ich im Stande bin, von der Zeit 1835—4tt und 1841 das Leben und Streben unseres verewigten Freundes zu beschreiben. Ich bemerke dies deshalb öffentlich unter dem Erbieten, daß ich mit Vergnügen bereit bin, denjenigen Theil des Nekrologs hinsichtlich des erwähnten Zeitabschnittes zu bearbeiten und dem zuzufertigen, welcher sich fraglicher ganzen Arbeit unterziehen will. Warum ist und bleibt es so stille Angesichts des baldigen Zusammentritts unserer Kammern der Abgeordneten und regt sich auch nicht ein Kollege um Zustimmungsadresseu von Vorständen zur (s. Z. in diesem Bl.) kund gegebenen Büdinger Petition? Ihr schweigt in der Voraussicht, da^ alle Verwendungen zu Gunsten der ReligionSschuleu fruchtlos bleiben? ES mag wohl ein solches Resultat bei dem bekannten, bedauernSwerthen Prinzip an maßgebender Stelle nur allein zu erwarten fein. Allein benehmt doch unsern Gegnern die wohlfeile Ausflucht, als wäre Alle« mit dem elenden Wirrwarr zufrieden, weil die Büdinger Petition keinen Anhang fände. Ferner ist cs Aufgabe des „isr. Lehrer" als Schulblatt in fraglicher Beziehung zu agiren, wie es die A. Z. d. I. f. Zeit in ähnlicher Weise der preuß. Judcnheit gegenüber gethan, drum gelte auch für ihn und dessen Redaktion I diese Aufmunterung. Ich denke doch, es wäre doch einmal! Zeit, daß die isr. Religionslehrer ihrer Sclavenfesseln entledigt werden. Die hiesige Gemeinde und mit ihr anch der Unterzeichnete erleiten einen harten Derlnst: HH. Benj. Lism an umzieht von hier nach München, die Gemeinde verliert in ihm einen strebsamen Geist zum Fortschritt und ich einen aufrichtigen, belehrenden und schätzenden Freund, j Welcher Unterschied von Sonst und Jetzt. Ehemals wanj derten die bayer. Juden dem humanen Hessen zu, und jetzt waltet das Gegentheil ob. Tempora mutantur! Ottens os er, Lehrer. Ahlem (Regbz. Münster) Am 27. Februar starb unser Kollege Bonn in Ahlen, die Beerdigung fand am Sonntagnachmittaz den 2. März statt. An dem Leichenbegängnisse nahmen nicht nur alle Mitglieder der Gemeinde Theil, eS hatten sich auch die benachbartest Lehrer mit ihren Gemeinden zahlreich eingefunden. Dem Sarge folgte zunächst der Lehrer Goldberg aus Steele, (künftiger Schwiegersohn des Verhjichencn) mit jtctt übrigen Leidtragenden, die Schüler und Schülerinnen paarweise, dann die auswärtigen Lehrer, viele christliche Einwohner rc. Nachdem der Sarg eingesenkt war, sprach der Lehrer Goldberg, als nächster Verwandter in kurzen, kräftigen Worten über den Verlust, der ihn betroffen, da er gehofft binnen Kurzem von dem nun Heimgegangenen den priestcrlichen und väterlichen Segen zur Einführung tu das eheliche Leben zu erhalten; über den Verlust, den die Wittwe und ihre Kinder zn belauern haben. Lehrer Steinweg au« Hamm sprach über vaS Wirken des Verstorbenen, der von seinem 16. Lebensjahre an nunmehr 34 Lehrer gewesen, und knüpfte eine recht passende Betrachtung hieran über die Lage der Lehrer im Allgemeinen. Er hob'hervor, daß der Verstorbene sich seinen frühen Tod durch allzu anhaltendes Arbeiten zugezogen habe. Ganze Nächte schrieb er — er war isid — um seiner zahlreichen Familie bei dem spärlich zugemessenm' Gehalte anch noch Brod nach seinem Tode zu lassen, rc. — Der Lehrer Steinweg aus Rheda knüpfte astj die i.