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Der israelitische Lehrer · 1862-04-15 · 7 (15.4.1862) · p. Seite 56

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
7 (15.4.1862)
Date
1862-04-15
Page
Seite 56 (sequence 8)
Language
German
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56 Worte der Vorredner an,, den Leidtragenden in angemesfcnro Worten Trost zu, sprechend, der Gemeinde ihre fernere Pflicht für die Wittw« und Waifen dcS Verstorbenen ans Herz legend, jc. Alle Zuhörer waren tief gerührt, Tein Auge blieb thränenlecr. Es ist lobendanzuerkeffnm; daß der Vorstand, H. .ÄlKb erg, den Repräsentanteni den Antrag - rorlcgcn welltebtt Wittwe bis zum Ablauf der Contrak^tzeit den vö llli g'cw G eh alt zu gewähren. u M s ch a u. —j Bei Berätdung des Gesetzes, betreffend Niedrrlasiung, Aufenthalt rc. l in der bad'sct cn Kammer wurden die AusuahmSbieftimmungm . gegen Juden aufgehoben, und es verdient freudige Ankeunung, daß^ unbeirrt von dem Parteigctriche, daf eine namenlose Anzahl gleichlautender Petitionen in die; Kammer schleuderte, Negierung, Kammcrkommisficn und die Kammer der Abgeordneten l selbst in ■ Anerkennung der bürgerlichen Rechte übcreinslimmcn, und von der Nothwendigkcir alle Ausnahmebestimmungen wcgzuräumen, gleichmäßig überzeugt sind. — ' Zn Bezug auf die Angelegenheit der ungarischen Advokaturcandidatcn jüdischer Corlfcssson geht det Schw.C.v^n verlässiger Seite folgende Mitthcilung zu: Dckanmlick haben sich mehrere ungarische Zuristcn jüdischer Ccnfcssion, nachdem sie von der königlichen Tafel zur Advokatcnprüfung nicht zugclasscn wurdcff, mit cimm Guadergesuchc direkt an den Kaiser gewendet , in Folge dessen das erste dieser Gesuche nach Berichterstattung jder k. Tafel dem StaatSrathe ^vorgclcgt wurde;, derselbe bat zu Gunsten deö Petenten entschieden. Somit siudcrZas Prinzip, wcrnach das Religicnsbtkenntniß kein Hindcrniß zur Ausübung der Advokatur ist, Nunmehr auch seine praktüchc Anwendung in Uug-ry, — ©itB, 1. ^lpril, Zu der letzten Sitzung dc^ hiesigen Tektvrjcollcgnim'ö der juristischen Facultät wurde! der Antrag des AusfchusicS, wonach die Stipendien dct Bursaschen Stiftung auch anStudircnde israelitischer Conf essicjn verlieben werden sollen, zum Beschlüsse erhoben zugleich beschlossen: ein solches Stipcndium in diesem Schuljahre schon an einen Israeliten zu verleihen. 1 Gin nruls Ghetto wurde in einem der Lemberg er Gymnasien durch den' Klassenvorstcher geschaffen. Gr chatte für die israelitischen Schüler eine abgesonderte Bank errichten lasten, auf welcher sie nun in der Zahl von 20 sitzen. Aus Taiz^g erfährt ein Berliner Correfpondent der „H. N." folgenden Fall: Es handelte sich, daselbst um Be- > fetz ung des holländischen ConsulatS, zu welchem sich circa f 60 der angefehendsten Kaufleute gemeldet haben sollen. Von. der Holland. Regierung wurde ihrem hiesigen Gesandten Baron Schimmelpenuink, eine engere Liste zur Begutachtung übersendet; der Gesandte entschied sich für einen der Bewerber und theilte den Namen destelben, wie dies üblich, vor der Ernennung dem hiesigen auswärtigen Ministerium mit. Zu seinem Erstaunen erhielt er von dem Grafen Dernftorst das freundliche Gesuch, sich doch lieber für einen andern Ramm zu entscheiden, da der von dem Gesandten Gewählte ein Zude sei. Es muß bemerkt werden, daß in Danzig fowohl wie in Berlin jüdische Consuln fungireu; soviel dem Correspondenten bekannt, wurde in erstercr Stadt unter Herrn v. Manteusfcl der Kaufmann Rormann zum türkischen Consul ernannt. 25. Febr. Die Breslauer ZtgT berichtet: „Hier ist ein junger Mann von ungefähr 2b Zähren, bisher der christlichen Ccnfcssion angchcrig, unter genauer Beobachtung ocS streng orthodoxen CereMonicllS zum Zudcnthum übcrgctreten. Alle nach den Bestimmungen dcS jüdischen. Ritualgcsetzes an ihn gerichteten warnenden und ahmahnendcn Vorstellungen warm vergeblich, der junge Mann wollte sich von seinem Vorhaben nicht abbringen lassen, sondern blieb fest bei der Erklärung, er bekehre sich zum zsraelitischcn Glauben aus reinster Ueberzeugung. Die eindringliche Frage, ob nicht etwa ein LiebeSvcrhältniß oder matcruUe Rücksichten irgend welcher Art seinem Schritte zu Grunde liegen, wurde von ihm entschieden verneint. Der. Väter des "aus einem Provinzialstädtchen stammenden Prosclytcn soll Zude gewesen und zum Christenthum übcrgctreten sein." . Stelle Gesuch. Ein Lehrer und Vcrbetcr, der gute Zeugnisse aüfzuwciscn hat, sucht eine anständige Stelle, in welcher mehr auf die Fähigkeit als Lehrer als auf die des Vorbcters reflektirt wird. Offerten nimmt die Redaktion dieses Blattes entgegen. Vakanzen. Einmalige Ausnahme 18 kr. — 5 Sgr. Tie Religionslehrer und Vorbeterstclle zu Heßloch, Kreis Worms, (Rheinhesien) Gehalt 230 fl. freie Wohnung (Garten) nebst Heizung. — Lerantwortlick-er Redakteur: I. tklivgenstein m Odernbeim in Rbeinbefsen; Selbstverlag der Redaktion. Drück yon I. Gottsleben in Mainz. i

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