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Der israelitische Lehrer · 1862-04-15 · 7 (15.4.1862) · p. Seite 51

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
7 (15.4.1862)
Date
1862-04-15
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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51 chen ein €cgcn, absolute Ruhe ist der Tod. Sind wir auch in recht l ieleu Punkten noch lauge nicht einig, gehen auch in zahlreichen wichtigen Einzelheiten unsere Ansichten weit au-einand er — Interesse, Opserwilligkelt, Bestreben zu sittlicher und l ürgerlicher Hebung, Bemühung sür tüchtige Erziehung uut gründlichen Unterricht, Erkeuntniß der in* netn Borzüge m Judenthum zeigt sich Md verbreitet sich bei und nach vielfacher Richtung hin, wo man es kaum geahnt hätte, r nd gibt Bürgschaft dafür, daß der Kern ein tüchtiger, die Religion keine abgelebte und erstarrte Formel mehr ist. TaS Ledi rfuiß, einen Gedanken auSzufpreehen, der in Dielen unter u r» lebt; die Ueberzeugnng, daß ähnliche Zustände überall herrschend sind; der eifrige Wunsch, vielleicht durch Wort nr d Lhat auch in solchen Kreisen Leben und Bewegung Hervorrufen zu helfen, wo daS Judenthum im Augenblick ilvch in Lethargie erstarrt zu sem scheint — dies muß mich bei dem Leser für die lange Abschweifung entschuldigen. Revenvn» i nos numtons. Der Ausschuß war also einerseits sich bewußt, Laß Interesse sür die jüdische Sache geweckt, Leben und Bewegung im Judenthum der Pfalz vorhanden sei — sein eignes Dasein war schon eist Beweis dafür — er fühlte die Slothwendigkeit, dieß Interesse wach, zu erhallen und möglichst zu erhöhen; er wusle, daß man von ihm etwas erwarte, daß etwa» geschehen solle und müsie; er wollte sich, so wichtig und folgenreich sür daS Gemeindeleben dies sich auch erweisen muß, n it seinen Bemühungen für eine wahre Repräsentation des GefammtwillenS in einer freien Wahl der Vorstände nicht genügen lasten; es stellten sich aber anderseits seiner sofortigen Wirksamkeit nach andern Beziehungen hin wichtige Bedenklichkeiten entgegen, die besonders von dem rechtskundigen ll iitgliede desselben, gewiß mit vollem Rechte, geltend' gemacht wurden. Der Ausschuß war in LudwigShafen, besten örtliche Lage schon einer allseitig besuchten Versammlung nicht günstig ist, von einer verhältnitzmäßig geringen Zahl ^sSroeliten, durch Akklamation, Behufs einer Organisation in i Judenthum gewählt. Sein Mandat war eigentlich erledigt, erloschen. Und so wurde denn der sür die Verhältnisses wichtige und folgenreiche Beschluß gefaßt, auf das Frühjadr. hin eine allgemeine Versammlung Pfälzer Israeliten nach Neustadt a. d. Haardt auSzuschreibes, und diese zur /^Lahl eines Ausschusses, der die Vertretung der pfälzisch-israelitischen Jateresteunach allen Seiten hin in die Hand nehmen zu veranlaffe». Aus den Wunsch der im Ausschuste vertretenen orthodoxen Ansicht hin sollen dabei alle eigentlich rituellen Fragen ausgeschlossen sein, weil die Ordnung de» Gottesdienste» der Autonomie der Gemeinden anheim geg iben bleiben soll. Ist auch ein warmes und regeS Interesse für das hohe Ziel, das wir mit ^wenigen umfassenden Worten alS: „Belebung, Veredlung und-Hebung de» pfalzischenJudenthums »jach Innen und Außen* bezeichnen möchten — vorhanden, usttzwirzweifeln nicht daran,so wird nicht nur die Versammlung eine reell zahlreiche werden, sondern es werden auch aus ihrer Wahl dic rechte» Männer, die etwas leisten lönnem und wollen,' hervorgehen. Das jütische Leben wird bei uns vor Stagnation, vor geistigem Tode in allen Gliedern bewahrt, dem'Jndifserentitmus wird entgcgengearbeitet, der wahre Fortschritt gefördert uud ohne alle hierarchische Gefahr — wenn auch die Versammlung jedenfalls ein oder mehrere geistliche Mitglieder wählen wird und soll — werten die Plälzer Israeliten ein Organ haben, daS keinerlei äußerliche Macht , oder Gewalt besitzen, aber loch in allgemeinen Interessen die Initiative wird ergreifen und manche« Gute und Ersprießliche wirken können. Ende dieses Monats wird das Ccmite sich nochmal» versammeln, um die r.öthigen Einleitungen zu tresten und die Aufrufe zu erlassen. Wir werden Sie stets uü courant halten — vorausgesetzt, daß Meine langen oder langweiligen Darstellungen nicht schon jttzr Ihnen und Ihren Lesern lalleS weitere Interesse an unsrer Sache geraubt haben.' IV.*) Wir gehend nun mit unseren Berichten über jüdische» Lcbcn und Sein in der Pfalz zu dem letzten der Punkte über die wir uns zu besprechen diesmal vorgesetzt haben. Sie wissen bereits, daß wir dem Gesetze nach in der Pfalz unfern christlichen Mitbürgern vollkommen gleichgestellt sind: Wir treiben, wie sie, jedes Geschäft, da» un» zusagt, ändern es uud greifen zu einem oder mehreren andern, wenn eS uns so beliebt; wir ziehen von Torf zur Stadt oder auch umgekehrt, es kann un» dir Aufnahnte nirgendwo verseigt werden; wir werden, wie der Christ, -von dem Bürgermeister aus dem Rathhause gesetzlich verehelicht (wenngleich die unverletzliche Sitte, strenger als *) gür diesen Tdeil unseres Berichtes vyweifcn wir auf zwei so eben in der Pfalz (bei Kausler in Landau und Lang in Speyer) erschienenen Schriften: .Gegui die Zulässigkeit deS Judeneids je. von I. K wchn, Advokat-Anwalt in Landauf einem unserer nächtigsten (christlichen) Juristen, dessen, Schrift gleicherweise Uebarzeugungslreue, juristische, Schärfe und gründliches Studium auf jeder Seite beurkundet — und; »die Xechksirrthümer des Juteneidesvon einem uns unbekannten Der- - fasstr, der aber nach urserem Dafürhalten ebenfalls Jurist ist, da sein Ddttchs» einen i.i Liesest und Recht ^wohlbewanderte» Geist verrätst; alber gewiss "auch A»d e, den» eine so warme Sprache führt wobt nur getränktes Ehrgefühl und der zwischen den Zeilen 'zu lesende sstiliche Unwille) über, ungerecht zu erleidende Unbill uud Zurücksetzung binter Andersgläubige. — Erstere Schrift ist zur Zelt nur al^ Mänuscripl gedruckt und nicht für die Leffentlichkeit bestimme.

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