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Der israelitische Lehrer · 1862-03-01 · 5 (1.3.1862) · p. Seite 37

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
5 (1.3.1862)
Date
1862-03-01
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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— 37 — allen Stilgattungen (in erzählender, beschreibender, didaktischer,' prosäi'schcr, poetischer und Gesprächs-Weise) erzielen. ( Das Lesebuch hat zum Behufe der Anleitung zum logischen Lcsm diese Momente zu berücksichtigen, in stusenmäßiger Folge vom Einsachen zum Zusammengesetzten, vom Leichten zum Schweren vorzuführcn, eS hat den Leseftost nach diesen Prinzipiell anzuoroen. Hierin liegt der wahre Zweck ocö Lesebuches j alle anderen Zwecke sind nur Nebenzwecke. Diese Ansicht über die Einrichtung de- Schullesebucheü dürfen wir gctriost umsomehr den Vcrtheidigern der Alles in Allem birtestde Lehrünv^ Lesebücher cnigezcnftcUcn, als wir unserer Ansicht allen Anspruch ans Originalität und '.Neuheit gern absprechen. Wer einige-maßen der Lesebuch-Literatur Aufmerksamkeit geschenkt ha!, wird eingestehcn, daß schon vor zwanzig Zähren die bednitendftcn Schulmänner an Lesebücher nach obigen- Prinzipi n gedacht haben. Am Ausführlichsten ist das Lesebuch von Dicsterwcg in dieser Weise ausgearbcitcl. vielleicht, daß ter Lcsestost für die einzelnen Sätze zu weit ausgedehnt ist, und die eigentlichen (zusammenhängenden)' Lescstncke zu spällich ausgefallen sind. 'Genug, wir halten es für eilte Abi'rung vom Wege gesunder Pädagogik, daß man die eingcsc siagenc Richtung zu Gunsten der Realienscn hat, daß die Lchrbüchcr die Lesebücher Da bestätigt sich der Spruch unserer ES gilt zunächst das Wörterlescn und eS ist eine un-! verzeihliche Tändelei zum Wenigsten, wenn Fibel und »Lehrer zu schnell nach sogenannten „kindlich klingende» Sätzchen" i Haschen. Eitles Blendwerk! wenn man hicmit vorgibt oder J glaubt «in Kinde den Gegenstand anziehend zu machen. : Dev Unterricht an und für sich lnuß da» Kind, fcsstln und > in Thätistkeit halten. In Sätzchen wie: -^rr war rein," ,wir naschen" :c. liegen wahrlich auch keine wclterschütterude Zdeensaaten, kein Geistes flammen anfachcnder Zünder ist darin! verborgen. (Fortsetzung /folgt.)? Lesebücher vcrla verdrängt habeijl. Alten: jr; i - zum logischen L> Auffassung) den Lxi dem rftcil Leseunterricht kann vom Lesen nberhailpl keine Nidc sein, am wenigsten von einer Anleitung Lesen. Wie man (nach der gewöhnlichen Schüler am fchnellsteu zum Lesen brmgt? diese Frage düicfcn n>ir. hier füglich unbeantwortet" lassen. Der erfahlcne.stiid gewissenhafte Schulmann wird uns sicherlich beistimmen, wenn wir meinen, daß Treibhaus-Pflege dem natürlichen Wachseil und der normalgcjunden Eutwickelllng nur schadet. Der erste Leseunterricht erstrebt dar Zusammen - und Ans-Fasscn einzelner Luchstabcn, die Verbindung derselben zll eincln Wortbilde, und daS laute Zusammenlesen der einzelnen Laute. Mechanische Fertigkeit ist das nächste Ziel und sicher führt zu demselben nur vielfache und vielseitige Ueblliig. Es kommt auf die schnelle Austastung in doppelter Weise an: die Auffassung deS. WortbildeS durch da» Gesicht und das Gehör. Auf dieser Stufe muß die erste und! wichtigste Grundbediugnnz de» euphonischen Lesens gegeben: die richtige Anssprache der Laute und Laut- Verbindungen mit Fleiß und AuSdaner augestrebt werden. De.lkschfift des irrael. . ^ehrerverems jüc Rhemland .! und Wrstfalrit. / , i(Eingcrcicht dem Hause der Abgeordneten.) j Das auf GrNnd deS Artikels 26 der Verfassung gegenwärtig iwrbcrcitcte und demnächst zu erlassende/Unterrichts- Gesetz lnrd auch die Regelung deS jüdischen/ Elcmentarschulwestns in'ö Auge fassen mustcn. I 1 ES ist zwar vielfach die Ansicht ausgesprochen worden, daß die Elementarschule einen csnfcssioncllen Enaraktcr nicht ^aben und nur de;: einzelnen Confcstionen überlasten bleibt für den NcligionSnnterricht der lsetresfendon Kinder zu sorgen. jSi laß! sich jesoch nicht erwarten, daß bi» Unterrichts- Gesetz diesem Grundsätze huldigen werde; vielmehr ist vor- ^auszusetzcu, daß die König!. Negierung den consestionellen Eharakticr der Elcmcntarschu lc in dem Gesetze wahren wdrde. ANS dieser Sachlage entspringt die Rohy:vcndigkcit, sich mit dein Elcmentarschulwesen dir Zuscu / zu beschäftigen. Letztere bilden zwar in Preußen die greße Minderzahl; allein die Gerechtigkeit erheischt, daß du Fürsorge des Gesetzes die Minderheit jo gut, a!S die Mthlcheit berücksichtige. Es bars dem Staate nicht gleichgültig sein, ob den jüdlschen Kmderu der erforderliche Schulunterricht gesetzlich gcwehrleistet wird oder nicht. . / Der Zustand des jüdischen Schulwesens, wke eS sich in müercm'/Vatcrlande gestaltet hat, bedarf dcrZringcnsten Adhülfe. Dasselbe leidet zunächst an allen denjenigen Ucbel ständen, woran daS Schulwesen im plUgcmciiuii krankt; der jüdische Elcmentarlehrcr hat mit denselben Hindernissen zn kämpfen, wie sein christlicher Eollcae Allrin abgesehen hiervon sind mit der exeeptioncllcn Stellung der jüdlschen Schule — welche durchgehendjbcö Charakter» "bet Oeffentlichkcil nrkd des besdndcrcn gesetzlichen Schutze» entbehrt —Mäu^cl verbunden, welche die Stellung des Lehrers unerträglich im)> unhaltbar machen. Der Zweck dieser Schrift ist, die gvzenwärlige schlimme Lage der jüdischen Schulen und Lchri r in Preußen kurz

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