Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 5 (1.3.1862)
- Date
- 1862-03-01
- Page
- Seite 34 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4896751-5428752-5431101--0227-4896931- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
34 <iireS'BorbeterS uno Schächter» und für alle sonstigen Hekürfnissc dcS Eultn» sorgen. 3) ,|?n jeder (Zirltgemeji.de besteht ein auf 6 Zahrc in indirrcter Weise (durch 10 Vertreter) gewählter Svnagogen-AuSschnß von drei Mitgliedern. 4) Alle Enllgemeinven eines Bezirks werden!durch die Bezirks-Synode vertreten, bestehend -ans denr BezirkSrabbincr, einem weltlichen- Mitglied« aus jedem Danton und einem Lehrer, aus jedem Landcommissariate. (XK.Jeder Be^rk besteht au» 3 Landcommissariateu..uns in der Vorderpfal;, d. h. jim Bezirk Landau und Frankenthal au» 6, im Westrich, d. h. . Bezirk Kaiserslautern und Zweibrücken au» 9 Kanronen). Diese Svnode versammelt sich jährlich auf IEinladung des Rabbiners für einen'Tag. Sie erwägt die Bedürfnisse der Bezirks, besonders in Bezug auf Gottesdienst, Religionsunterricht, Sittlickkeit und Ärmenwcfen, führt en Aufsicht.über Amtsführung - der Synagozeu-AuSschüffe, über dienstliches sind außerjdienstliches. Verhalten^der Lehrer und Votjänger in religiöser undsittlicher Hinsicht u. s. ws — ohne , jedoch in die freie Entwicklung, der Gemeinde sich! Eingriffe erlauben zu dürfen. i " 5,) Alle Cultgemeinden der Pfalz finden ihre Vertretung durch die General-Synode, bestehend aus den 4 Bczirksrabbinen, 1 Laien aus jedem Kanton (die Pfalz hat deren 31, in mehreren wohnen jedoch keine oder sehr wenige ZSraeliten) und 1 Lehrers aus jedem Landcommfffariate (12), die sich alle 6 Zähre am 'Sitz, der Kgl. Regierung versammelt und alle religiösen Zntrresien deS Kreise» berathet sind wahrt. Die Kosten sind durch 4pCt. Zuschlag zu. den CultuS- Umlagen jeder Gemeinde zu decken. Die» war'S, was dem israelitischen Ausfchuffe als Substrat seiner Berathungen in erster Reihe »ntcrlag. E» wurde vor Allem allseitig anerkannt, daß die vorliegende Arbeit eine sehr verdieustvolle, wackere, von warmcm Jnterrffe und innigem Derständniffe der Sache zeugende sei und auf den Antrag de» Vorsitzenden, Herrn Simon Levi. au» Landau, dem Herrn Verfasser der Dank des Ausschusses dafür darzehracht. Matt erklärte sich mit dem Prinzip 'vollkommen einverstanden; allein eS wurden zugleich sehr ernstlicbe Bedenklichkeiten gegen die gemachten Vorschläge geltend gemacht. D» der Entwurf überall ungeduldig erwartet war, mit Vergnügen cntgegengenommcn wurde und sich in Aller Hände befand, so wurde er für die Pfalz wichtig, und da müssen Sir mir schon erlauben, a«f diese Bedenklichkeiten etwa» näher einzngehen, die vielleicht auch Ihren außerpfälzischen Lesern nicbt ganz unwichtig sein dürften, da ähnliche Verhältnisse ja doch allenthalben bestanden oder noch bestehen und alles unsere Eöiifcffw» Betreffende stetstem mehr oder minder großes allgemeine» Interesse findet und verdient. Für'» Erste, sagte man, haben wir in den Synode» eine berathende und beschließende Behörde — wo aber bleibt die exccntive Gewalt? Wenn die Synode z. B. die .Einführung eine» Gebetbuches in der Synagoge, irgend einer pädagogischen Schrift in der Schule oder sonst irgend etwa» in den CultnS Eingreifende» beschließt, wer überwacht und sichert die Ausführung? Wenn die christliche Synode eine» Beschluß faßt, so ist da» Eonsistorium da, welches selbst durch Absendung eine» Delezirten ans seiner Mitte, sowie durch seine Organe, die Decane, für den Vollzug sorgt. — Ist aber die projectirte israelitische Synode einmal auseinander gegangen, so versammelt sie sich erst wieder nach 6 Jahren., und in der ganzen Zwischenzeit, 'wo wäre die Behörde, welche überwacht, zusammenhält? Welch' schwache» Band wären also diese Synoden! wie unsicher die Achtung und Beugung vor ihren Bcschlüffen! Ihr aber eine vollziehende Gewalt in einem Consistorinm an die Seite zu stellen, dazu werden sich nur Wenige gerne verstehen. Die Israeliten sind einer solchen Oberdchörde zu lange schon entwöhnt und weder daS Beispiel de» iSracl. Obcrraih» ia Baden, noch der Confiftorien in Frankreich kann un» aneisern, diesen Weg zu betreten — abgesehen davon, daß es außerordentlich zweifelhaft bleibt, ob die Kgl. StaalSregiernng auf solche so tief eingreifende OrganisationS-Pläne für einen einzelnen der acht Kreise cingehcu würde; abgesehen ferner davon, baß eine solche Organisation nicht anocrS al» kostspielig sein würde — und wir »ns wohl hüten müffen, unseren dermalen meist schon überbürdete» Cuttusgemcinden noch eine neue Last aufzuhalscn, deren guter Erfolg mindesten» noch ein sehr zweifelhafter ist. Denn, sagt man zweiten», unsere Gemeinden bestehe« großentherlS an« zwei Parieren: den jog. Orthodvren und den Reformern. Ich sage sogenannte Orthodoxe; wirkliche Orthodoxe, die bekanntlich alle» Hergebrachte und jeden alten Mißbrauch aufrecht erhalten rossen rvollen, solche Orthodoxe besitzen wir in der Pfalz äußerst wenige. Zn allen Gemeinden fast, wo die Kräfte dazu vorhanden sind, bat man einen würdigeren, der Zeit und dem Jetztlebcn mehr angemessenen Gottesdienst herznstellen sich bemüht, und die Zeiten, die wir in der Pfalz noch miterlebt haben, wo man di« „breite Haub'" aufjetzen mußte, um zur Thoravorlesung znzclasse» zu werden, wo man die Strohsäcke in die Synagoge schleppte, beim Beten sich im wirren Znfammenschreien übcrbot, für den Zugeudnntcrricht nicht» nöthig hielt, al« höchsten» ein Eh «dar und eine»